Microsoft: Vier Patches für vier Windows-Sicherheitslücken
Patch für gefährliches Windows-Sicherheitsloch erschienen (Bild: iStock Photo)

Microsoft Vier Patches für vier Windows-Sicherheitslücken

Microsoft hat für vier Windows-Sicherheitslücken vier Patches veröffentlicht. Einer der Fehler wird von Microsoft als gefährlich eingestuft, weil Angreifer darüber beliebigen Code einschleusen und ausführen können.

Anzeige

Für Microsofts Windows-Plattform sind vier Patches erschienen, mit denen jeweils ein Sicherheitsloch beseitigt wird. Einer der Fehler wird vom Hersteller als besonders gefährlich eingestuft. Der Fehler im TCP/IP-Protokollstack ermöglicht es Angreifern, Schadcode einzuschleusen und auszuführen und sich so eine umfassende Kontrolle über ein anderes System zu verschaffen. Mit dem bereitgestellten Patch für Windows Vista, 7, Windows Server 2008 sowie 2008 R2 soll der Fehler beseitigt werden. Bislang soll das Sicherheitsloch nicht aktiv ausgenutzt worden sein.

Ebenfalls zur Ausführung von Schadcode kann ein weiteres Windows-Sicherheitsleck verwendet werden. Microsoft stuft die Gefährlichkeit allerdings weniger groß ein, weil der Angreifer Anmeldeinformationen benötigt, um Code ausführen zu können. Außerdem erfordert eine Attacke vergleichsweise viel Aufwand.

Der Fehler betrifft alle Windows-Versionen und steckt in den Komponenten Windows Mail und Windows Teamarbeit. Werden Opfer dazu verleitet, manipulierte EML- oder WCINV-Dateien mit einer der beiden Anwendungen zu öffnen, ist darüber ein Angriff möglich. Dazu muss sich aber im gleichen Netzwerkverzeichnis eine speziell gestaltete DLL-Datei befinden, die beim Öffnen der EML- oder WCINV-Datei nachgeladen wird. Dann wird der in der DLL-Datei enthaltene Code geladen, ohne dass das Opfer dies bemerkt.

Der dritte Patch beseitigt eine Sicherheitslücke innerhalb von Active Directory und betrifft alle Windows-Versionen bis auf Windows Server 2008 und 2008 R2 für Itanium-Systeme. Über das Sicherheitsleck können sich Unbefugte höhere Zugriffsrechte verschaffen und so Schaden in einem fremden System anrichten.

Das vierte Sicherheitsloch befindet sich in einem Windows-Kernelmodustreiber und kann für eine Denial-of-Service-Attacke missbraucht werden. Der Windows-Kernel kann durch eine speziell gestaltete True-Type-Schriftart aus dem Tritt gebracht werden. Das Opfer muss dazu verleitet werden, die Vorschau einer manipulierten True-Type-Datei zu öffnen, die sich auf einer Netzwerkfreigabe befinden muss. Dabei kann das System zum Stillstand kommen. Von diesem Fehler sind nur Windows 7 und Windows Server 2008 R2 betroffen.

Alle vier Patches werden bereits über das Microsoft-Update verteilt oder können über das entsprechende Security Bulletin heruntergeladen werden.

Der nächste Patchday von Microsoft ist für den 13. Dezember 2011 anvisiert. Möglicherweise erscheint dann ein Patch für das Windows-Sicherheitsleck, das vom Duqu-Schädling ausgenutzt wird. Bisher gibt es von Microsoft nur eine provisorische Lösung, um eine weitere Ausnutzung des Sicherheitslochs zu verhindern.


Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker mit Schwerpunkt Systemadministration (m/w)
    Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim
  2. Test Manager (m/w) (Division Issuing)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim near Munich
  3. ERP-Analyst (m/w) Finance und Controlling
    Güntner GmbH & Co. KG, Fürstenfeldbruck (Raum München)
  4. Fachbereichsleiter (m/w) Produktionsmittelmanagement Storage
    gkv informatik, Wuppertal

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Apple mit Gewinnzuwachs, iPad-Verkauf erneut rückläufig

  2. Quartalsbericht

    Microsoft macht 700 Millionen US-Dollar Verlust mit Nokia

  3. Mayday

    Kindle-Besitzer können auf Knopfdruck Hilfe rufen

  4. Lufthansa Taxibot

    Piloten schleppen ihre Flugzeuge bald selbst zur Startbahn

  5. Geheimdienste

    USA und Deutschland wollen Leitlinien vereinbaren

  6. Geheimdienste

    DE-CIX bei manipulierter Hardware machtlos gegen Spionage

  7. Digitale Agenda

    Bund will finanzielle Breitbandförderung festschreiben

  8. DVB-T2

    HDTV sollte unverschlüsselt über Antenne kommen

  9. Wissenschaft

    Hören wie die Fliegen

  10. iWatch

    Apples Smartwatch könnte aus zwei Teilen bestehen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Programmcode: Ist das Kunst?
Programmcode
Ist das Kunst?
  1. Suchmaschinen Deutsche IT-Branche hofft auf Ende von Googles Vorherrschaft
  2. Quartalsbericht Google steigert Umsatz um 22 Prozent
  3. Project Zero Google baut Internet-Sicherheitsteam auf

Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

    •  / 
    Zum Artikel