Fotomanipulation: Youprove erkennt gefälschte Handyfotos
Ergebnis der Youprove-Analyse (Bild: Peter Gilbert/Duke University)

Fotomanipulation Youprove erkennt gefälschte Handyfotos

Amerikanische Informatiker haben eine Android-Erweiterung entwickelt, mit der Bilder und Tonaufnahmen auf Manipulationen hin untersucht werden können, die mit den mobilen Geräten aufgenommen wurden. Nachträgliche Änderungen werden farblich hervorgehoben.

Anzeige

Informatiker der Duke University in den USA haben mit Youprove eine Erweiterung für das Android-Betriebssystem entwickelt, die überwacht, ob mit dem Smartphone aufgenommene Bilder und Töne verändert wurden oder ob es sich um Originalaufnahmen handelt.

  • Ergebnis der Youprove-Analyse. Auf der linken Seite ist das ursprüngliche Foto. Auf der rechten Seite zeigt die "Heat Map", wo das Bild bearbeitet wurde. (Bild: Peter Gilbert, Duke University)
Ergebnis der Youprove-Analyse. Auf der linken Seite ist das ursprüngliche Foto. Auf der rechten Seite zeigt die "Heat Map", wo das Bild bearbeitet wurde. (Bild: Peter Gilbert, Duke University)

Youprove erkennt Änderungen, die Dritte an den Bildern vornehmen und prüft, wie signifikant die Veränderungen waren. So sollen zusätzlich eingefügte Inhalte oder nachträglich unscharf gezeichnete Elemente schnell erkannt werden. Die App erkennt auch technische Veränderungen wie die Reduzierung der Bildauflösung.

Der Arabische Frühling und die iranischen Proteste des Jahres 2009 wurden vielfach von Bürgerreportern mit Handys aufgenommen, die teilweise auch in den traditionellen Medien ausgestrahlt wurden, so Landon Cox, Informatiker an der Duke-Universität. Nachträglich bearbeitete Inhalte können bei dieser Art von Berichterstattung schwerwiegende Folgen haben.

Cox und Peter Gilbert, Henry Qin, Kyungmin Lee und DJ Sharkey haben zusammen mit Jaeyeon Jung von Microsoft Research und Anmol Sheth von Technicolor Youprove entwickelt. Das System erzeugt Kopien der mit dem Android-Smartphone aufgenommenen Fotos und Töne, wenn diese mit Apps geöffnet werden und verfolgt, was die Apps mit den Daten machen.

Wird eine modifizierte Version erzeugt, ermittelt Youprove die Unterschiede zwischen der ursprünglichen und der manipulierten Version. Die Software erzeugt daraufhin ein nicht fälschbares "Echtheitszertifikat", in dem steht, welche Regionen der Datei bearbeitet wurden. Youprove setzt auf manipulationssichere Hardware für mobile Geräte, um die Echtheitszertifikate zu erzeugen.

Manipulierte Bildbereiche werden markiert

Wird das Foto ins Internet gestellt, kann Youprove das Echtheitszertifikat auf Wunsch des Anwenders mit in die Datei schreiben. Damit können Dritte die Authentizität prüfen. Dafür haben die Informatiker den Youprove Photo Analysis Visualizer entwickelt, der eine Heatmap auf dem Bild platziert und zeigt, wo die größten Abweichungen zum Original sind.

Überwacht werden nicht nur lokale Veränderungen, sondern auch Ausschnittsvergrößerungen, Kompressionsstufen und nachträglich hinzugerechnete Unschärfen, mit denen andere Bildinhalte hervorgehoben werden können. Die Genauigkeit soll bei 99 Prozent liegen.

Cox und seine Mitstreiter haben die Ergebnisse ihrer Forschung in der wissenschaftlichen Arbeit "YouProve: Authenticity and Fidelity in Mobile Sensing, Proc. 9th ACM Conf. Embedded Networked Sensor Systems (SenSys 11), ACM Press, 2011" (PDF) veröffentlicht.


SoniX 09. Nov 2011

Ich lehne mich nun einfach aus dem Fenster und sage: Selbst das wird kein Problem sein...

SoniX 09. Nov 2011

Gell die Überschrift klingt erstmal toll. Aber wenn man dann den Artikel gelesen hat...

Yeeeeeeeeha 09. Nov 2011

Damit ist das Prinzip aber schon mal fu, da die zwei derzeit weit verbreiteten Smartphone...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter/in für den Bereich Applikationen mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Datenauswertung
    Bezirk Oberbayern, München
  2. Jasper ETL / Data Warehousing Experte (m/w)
    afb Application Services AG, München
  3. Qualitätsmanager Dokumentation (m/w)
    B. Braun Avitum AG, Melsungen
  4. Systemingenieur (m/w)
    Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. EU-Angleichung

    Welche Onlineshops keine Gratis-Retouren mehr erlauben

  2. MIT Media Lab

    Bildschirm gleicht Sehfehler aus

  3. Leere Symbolik

    Greenwald lehnt aus Protest Aussage im NSA-Ausschuss ab

  4. Technisches Komitee

    Debian beharrt auf mehreren Init-Systemen

  5. Stellar

    Kostenlose Kryptowährung soll Kunden locken

  6. Brigadier

    Kyoceras Saphirglas-Smartphone kostet 400 US-Dollar

  7. ZeroVM

    Virtuelle Maschine für die Cloud

  8. CDN

    Apple aktiviert offenbar sein Content Delivery Network

  9. Test Sacred 3

    Schnetzeln im Team

  10. Microsoft

    Enhanced Mitigation Experience Toolkit 5.0 freigegeben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

Überwachungssoftware: Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
Überwachungssoftware
Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
  1. Ex-CIA-Deutschlandchef Wir konnten Schröder leider nicht abhören
  2. Überwachung NSA-Ausschuss erwägt Einsatz mechanischer Schreibmaschinen
  3. Kontrollausschuss Die Angst der Abgeordneten, abgehört zu werden

Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Smartphone-Markt wächst Samsung verkauft weniger Smartphones
  2. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  3. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit

    •  / 
    Zum Artikel