Fraunhofer IPA: Roboterspinne läuft mit Luftdruck
Roboter des Fraunhofer IPA: Form und Funktion einer Spinne (Bild: Fraunhofer IPA)

Fraunhofer IPA Roboterspinne läuft mit Luftdruck

Der neue Roboter des Fraunhofer-Instituts IPA ist einer Spinne nachempfunden. Er soll sich auf acht Beinen durch Trümmer und anderes unzugängliche Gelände bewegen und mit Kameras und Sensoren Daten sammeln.

Anzeige

Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart haben einen Roboter nach dem Vorbild einer Spinne gebaut. Der gut einen halben Meter große Roboter soll unter anderem in Katastrophengebieten etwa nach einem Erdbeben zur Aufklärung eingesetzt werden.

Wie das natürliche Vorbild verfügt auch der Roboter über acht Beine, jedes etwa 20 Zentimeter lang. Wie bei einem Spinnenbein sind auch die Glieder der Roboterbeine durch Faltenbälge verbunden, die als Gelenke fungieren. Aber nicht nur die Form, auch die Funktionsweise haben die Wissenschaftler der Spinne nachgebildet. Die Beine werden nämlich nicht von Motoren, sondern pneumatisch angetrieben.

Pneumatisch statt hydraulisch

Eine Spinne hat in ihren Beinen keine Muskeln. Stattdessen pumpt sie eine Flüssigkeit in die Beine, wodurch diese sich strecken. "Wir haben uns dieses Fortbewegungsprinzip zunutze gemacht und auf unseren bionischen, per Computer gesteuerten Leichtbauroboter angewandt", erzählt IPA-Mitarbeiter Ralf Becker. Der Unterschied ist, dass in die Roboterbeine keine Flüssigkeit, sondern Luft gepumpt wird, diese also pneumatisch betrieben werden.

Auch der Gang ist der einer Spinne: Jeweils vier Beine bewegen sich, während vier auf dem Boden bleiben und für einen sicheren Stand sorgen. Läuft der Roboter, werden jeweils diagonal gegenüberliegende Beine angesteuert. Über Scharniere werden die Beine nach vorne oder hinten gedreht. Werden die beiden vorderen Beinpaare gebogen, wird der Körper gezogen, durch Strecken der hinteren wird er geschoben.

Kameras und Sensoren

Die Komponenten des Antriebs wie Ventile und die Kompressorpumpe sowie die Steuerungseinheit des Roboters sind in dessen Körper untergebracht. Dort werden auch die für einen Einsatz benötigten Sensoren angebracht. In einem Einsatz wird die Roboterspinne mit Kameras und Messgeräten ausgerüstet, um den Rettungskräften Bilder von der Situation vor Ort sowie Lagebilder und Daten über Giftstoffe liefern zu können.

Laufroboter wie der Space Climber oder der Scorpion, die vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen entwickelt wurden, können sich in unwegsamem Gelände besser fortbewegen als ein Roboter auf Rädern.

Roboter aus dem 3D-Drucker

Die Beine, die sowohl aus starren als auch aus flexiblen Komponenten bestehen, werden per selektivem Lasersintern-3D-Druck aus einem einzigen Stück gefertigt. Vorteil des 3D-Druckverfahrens sei, dass in einem Durchgang ein oder auch gleich mehrere Beine aufgebaut werden können. "Wir minimieren den Montageaufwand, sparen Material ein und reduzieren die Bauzeit", sagt Becker. "Durch die modulare Bauweise lassen sich einzelne Teile schnell austauschen. Unser Roboter lässt sich so preiswert fertigen, dass er nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden kann - wie ein Einmalhandschuh."

Das Team um Becker hat bereits gute Erfahrungen mit hydraulisch betriebenen, bionischen Robotersystemen gesammelt: Die Wissenschaftler haben zusammen mit dem Esslinger Unternehmen Festo den bionischen Handling-Assistenten konstruiert. Für den Roboterarm erhielten die Entwickler von Bundespräsident Christian Wulff den Deutschen Zukunftspreis 2010. Den Prototyp des Spinnenroboters wollen die Stuttgarter Forscher Ende des Monats auf der Euro Mold 2011 vorstellen. Die Messe findet vom 29. November bis zum 2. Dezember in Frankfurt am Main statt.


posix 05. Nov 2011

wäre besser wenn es sowas niemals gäbe ;) stargate ftw^^ von mir auch nochmal 10 staffeln xD

telezoomix 05. Nov 2011

ja, war ein guter Film, für mich ein Klassiker.

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler / Webentwickler (m/w) Backend / Java
    Gingco.Net New Media GmbH, Braunschweig
  2. Technical Product Owner (m/w)
    PE International AG, Stuttgart and Boston (USA)
  3. Berater / Trainer (m/w)
    IG Metall, Frankfurt am Main
  4. Business Intelligence Expert (m/w) (BI-Management & -Reporting)
    DÖHLERGRUPPE, Darmstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Test Star Wars Commander

    Die dunkle Seite der Monetarisierung

  2. Probleme in der Umlaufbahn

    Galileo-Satelliten nicht ideal abgesetzt

  3. Telefonie und Internet

    Bundesweite DSL-Störungen bei O2

  4. iPhone 5

    Apple bietet für einzelne Geräte einen Akkutausch an

  5. Leistungsschutzrecht

    Kartellamt weist Beschwerde gegen Google zurück

  6. Projekt DeLorean

    Microsofts Game-Streaming rechnet 250 ms Latenz weg

  7. Digitale Agenda

    Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes

  8. Watch Dogs

    Gezielt Freunde hacken

  9. Test Rules

    Gehirntraining für Fortgeschrittene

  10. Transformer Pad TF303

    Neues Asus-Tablet mit Full-HD-Display und Tastatur-Dock



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Banana Pi im Test: Bananen sind keine Himbeeren
Banana Pi im Test
Bananen sind keine Himbeeren
  1. Eric Anholt Freier Grafiktreiber für Raspberry Pi von Broadcom
  2. Raspberry Pi Compute Module ist lieferbar
  3. PiUSV im Test Raspberry Pi per USV sauber herunterfahren

Rogue angespielt: Das etwas bösere Assassin's Creed
Rogue angespielt
Das etwas bösere Assassin's Creed
  1. Ubisoft Abkehr von Xbox 360 und PS3 ab 2015
  2. Assassin's Creed Rogue Als Templer nach New York
  3. Assassin's Creed Unity Gameplay und Geschichte

Alternatives Android im Überblick: Viele Wege führen nach ROM
Alternatives Android im Überblick
Viele Wege führen nach ROM
  1. Paranoid Android Zweite Betaversion von PA 4.5 veröffentlicht
  2. Cyanogenmod CM11s Oneplus verteilt Android 4.4.4 für das One
  3. Android-x86 Neue stabile Version des Android-ROMs für PCs veröffentlicht

    •  / 
    Zum Artikel