Cyberwar EU und USA spielen Cyberkrieg

Geleakte Informationen und Angriffe auf industrielle Steuerungscomputer: US- und EU-Behörden spielen heute erstmals gemeinsam Szenarien des Cyberwar durch, um ihre Zusammenarbeit zu üben.

Anzeige

Zwei Cyberkriegsszenarien spielen die Teilnehmer der ersten gemeinsamen Cybersicherheitsübung der USA und der Europäischen Union heute in Brüssel durch, um das Zusammenspiel von EU- und US-Behörden zu testen. Die Führung der Übung übernehmen die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (Enisa) und das US-Ministerium für Heimatschutz. Im ersten Szenario wird laut einer Mitteilung der Enisa ein Angriff simuliert, bei dem die Angreifer aus dem Inneren einer Organisation "geheime Informationen von Cybersicherheitsbehörden der EU-Mitgliedstaaten herausschmuggeln und online publizieren wollen". Es erinnert an die Art und Weise, wie Wikileaks in den vergangenen Jahren von Quellen weltweit vertrauliche Informationen erhalten und anschließend veröffentlicht hat.

Das zweite Szenario hat ebenfalls einen aktuellen Hintergrund. Geprobt wird die Reaktion auf Attacken auf industrielle Anlagensteuerungscomputer (Scada) in Kraftwerken. Ein solcher Angriff auf iranische Atomanlagen hatte im vergangenen Jahr Aufsehen erregt.

An dem eintägigen Schreibtischmanöver ("table-top exercise") Cyber Atlantic nehmen 16 EU-Mitgliedstaaten aktiv und weitere als Beobachter teil. Dabei werden zwei "Cyber-Krisenszenarien" durchgespielt.

Zur Begründung für diese Übungen verweist die Enisa auf eine gemeinsame Erklärung des EU-Rats und der US-Regierung, die im Anschluss an ein Gipfeltreffen in Lissabon am 20. November 2010 verabschiedet wurde. Darin haben sich die EU und die USA darauf verständigt, "die breit angelegte Sicherheitspartnerschaft" zu vertiefen. Die Partner waren übereingekommen, "zusammen daran zu arbeiten, neue Bedrohungen für die globalen Netzwerke, von denen die Sicherheit und der Wohlstand unserer freien Gesellschaften in zunehmendem Maße abhängen, anzugehen."

In diesem Zusammenhang war im vergangenen Jahr allerdings lediglich vom Programm zum Bankdatenaustausch (Terrorist Finance Tracking Programme), vom Abkommen über den Fluggastdatenaustausch (Passenger Name Record agreement) und von den Verhandlungen über ein umfassendes Datenschutzabkommen die Rede. Wikileaks oder Scada wurden nicht erwähnt.


elgooG 04. Nov 2011

Keine Sorge. Jede Regierung bekommt ja einen großen roten Knopf mit der Aufschrift...

mwi 03. Nov 2011

Das macht den Beteiligten bestimmt total viel Spaß, aber ich hoffe, dass das nicht die...

Kommentieren



Anzeige

  1. Java Entwickler (m/w)
    Siemens AG, Erfurt
  2. Entwicklungsingenieur/in Hands Free Akustik
    Daimler AG, Sindelfingen
  3. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  4. Tagungstechniker/IT Supporter/IT Techniker (m/w)
    BB onsite GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  2. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  3. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  4. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  5. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  6. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  7. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da

  8. Linux 3.13

    Canonical übernimmt erneut Kernel-Langzeitpflege

  9. Klötzchen

    Dänemark in Minecraft nachgebaut

  10. Netcat

    Musikalbum als Linux-Kernel-Modul veröffentlicht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Conversnitch: Die twitternde Abhörlampe
Conversnitch
Die twitternde Abhörlampe

Conversnitch ist eine kleine Lampe, die unauffällig Gesprächsfetzen aus ihrer Umgebung mitschneidet, online eine Spracherkennung durchführt und den Text auf Twitter postet. Die Kunstaktion soll das Bewusstsein für die alltägliche Überwachung wecken.

  1. Menschenrechte Schärfere Exportkontrollen für Spähprogramme gefordert
  2. NSA-Skandal "Europa ist doch keine Kolonie"
  3. Frankreich Geheimdienst greift auf alle Daten von Orange zu

Microsoft: Remote-Desktop-App für Windows Phone
Microsoft
Remote-Desktop-App für Windows Phone

Microsoft hat eine Remote-Desktop-App für Windows Phone veröffentlicht. Damit kann aus der Ferne von einem Smartphone auf einen anderen Windows-Rechner zugegriffen werden, ohne dass auf diesem eine spezielle Software installiert sein muss.

  1. Cortana im Test Gebt Windows Phone eine Stimme
  2. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  3. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone

Palcohol: Der Cocktail in Pulverform
Palcohol
Der Cocktail in Pulverform

Mit kleinem Gepäck unterwegs und trotzdem nicht auf den abendlichen Drink verzichten? Ein US-Unternehmen hat Rum und Wodka in Pulver verwandelt. Zum Trinken einfach mit Wasser aufgießen - zum Schnupfen jedoch nicht geeignet.

  1. OLED Das merkwürdige Bindungsverhalten organischer Halbleiter
  2. Max-Planck-Institut Quantencomputer werden Silizium-Chips ähnlicher
  3. Kognitionswissenschaft Computer erkennt 21 Gesichtsausdrücke

    •  / 
    Zum Artikel