Liberty-Media-Aufsichtsratschef Chef John C. Malone
Liberty-Media-Aufsichtsratschef Chef John C. Malone (Bild: Mario Anzuoni/Reuters)

Ohne Verschlüsselung Unitymedia öffnet digitale private TV-Programme

Unitymedia hebt auf Druck des Kartellamts die Verschlüsselung des privaten digitalen Fernsehprogramms auf. Damit soll die Übernahme von Kabel BW möglich werden.

Anzeige

Bei der Übernahme von Kabel Baden-Württemberg bietet Unitymedia dem Kartellamt einen Kompromiss an. Die Tochter des TV-Kabelnetzbetreibers Liberty Global will künftig ihre digitalen privaten Fernsehprogramme für den Endkunden nicht mehr verschlüsseln. Dadurch wird es Konkurrenten wie der Deutschen Telekom ermöglicht, ihr IPTV-Angebot mit dem Fernsehprogramm des Betreibers zu kombinieren. "Das ist eine einmalige Chance", erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen bei Unitymedia.

Unitymedia wollte sich offiziell nicht äußern und verwies auf eine offizielle Bekanntmachung am 3. November 2011. "Das war nicht einfach, die Liberty-Leute von diesem Kompromiss zu überzeugen", berichtet das Handelsblatt aus dem Kartellamt.

Damit könnte die Grundverschlüsselung faktisch vor dem Aus stehen. Ob das auch für HD-Programme gilt, die die privaten Sender gerade mit HD+ massiv anpreisen, ist unklar.

Liberty Global will über seine Konzerntochter Unitymedia die Nummer drei im deutschen Kabelgeschäft, Kabel BW, übernehmen. Damit will der Konzern des US-Medienunternehmers John Malone die Marktführerschaft in Deutschland erlangen. Liberty Global bietet knapp 3,2 Milliarden Euro für das Heidelberger Unternehmen. Malone plant, langfristig alle großen deutschen Kabelanbieter zu kaufen, um bundesweit TV-Kabelfernsehen und Internet anzubieten. Schon 2001 hatte John Malone für 5,5 Milliarden Euro das komplette deutsche Kabelnetz der Deutschen Telekom kaufen wollen. Doch das Kartellamt verhinderte den Deal und teilte die Kabelnetze regional auf. Einen Kauf von Kabel Deutschland durch Malone hatten die Behörden abgelehnt.

Telekom-Glasfaser

Malone sei neben dem Verzicht auf die Verschlüsselung mit weiteren Zugeständnissen einverstanden. So sei Unitymedia bereit, auch die sogenannte Exklusivitätsklausel aufzugeben. Bislang bestand der Kabelkonzern darauf, dass ausschließlich sein Kabel für den Fernsehempfang in den Haushalten genutzt werden kann. Fällt die Exklusivitätsklausel weg, ist es beispielsweise auch möglich, dass die Telekom ihr Glasfaserkabel in den Kabelhaushalt legen kann.

Die 7. Beschlusskammer des Kartellamts hatte gewarnt, dass durch die Übernahme von Kabel BW ein "marktbeherrschendes Oligopol" bei der Versorgung von Mietshäusern mit Fernsehen verstärkt werden würde. Die Telekom, an der der deutsche Staat weiter eine hohe Beteiligung hält, entwickelt über das Kartellamt Druck gegen die Unitymedia-Pläne.


TobiTobsenHB 04. Nov 2011

Hm die ersten beiden würde ich gerne gucken. Aber nicht für den Preis, den es eben...

cuthbert 04. Nov 2011

Anscheinend dauert es doch noch etwas, bis die Verschlüsselung wegfällt: "Eine Aufhebung...

Endwickler 04. Nov 2011

Was hat denn HD+ und ähnliches mit der Grundverschlüsselung zu tun? Ich hatte mal...

Vollstrecker 03. Nov 2011

Ich wohn im Wald mit den Emus und du?

kevla 03. Nov 2011

ich versteh dein problem immernoch nicht so ganz?! du denkst doch hoffentlich nciht...

Kommentieren



Anzeige

  1. Webentwickler PHP / MySQL (m/w)
    Guest-One GmbH, Wuppertal
  2. Software Application Engineer E-Commerce (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  3. Referatsleiter/in ABS Workflow and Batch Services in ABS Cross Functional Services
    Allianz Managed Operations & Services SE, Stuttgart
  4. Teamleiter/-in ITIL-Service-Support-Prozesse
    Dataport, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Kaspersky Lab

    Cyberwaffe Regin griff Mobilfunk-Basisstationen an

  2. Halbleiterforschung

    Neuer Memristor kann zehn Zustände speichern

  3. Transpiler

    Googles Inbox zu zwei Dritteln plattformübergreifender Code

  4. Fujifilm

    Fotobuch mit integriertem Touchscreen

  5. Teardown

    Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus

  6. Pinc VR

    Virtuelle Realität mit Gestensteuerung für das iPhone 6

  7. Linux-Distribution

    Less ist ein mögliches Einfallstor

  8. Mobilfunktarif

    Spotify Family ist bei der Telekom nicht nutzbar

  9. Test Escape Dead Island

    Urlaub auf der Zombieinsel

  10. Compute Stick

    Intels HDMI-Stick kommt noch 2014



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Stuxnet lässt grüßen: Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
Stuxnet lässt grüßen
Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
  1. Sicherheitslücke BND will Zero Day Exploits einkaufen
  2. Malware Europol will Backdoors gegen Cyberkriminelle nutzen
  3. Kaspersky Lab Diebe spielen Malware über CD-Laufwerk auf Geldautomaten

Test Dragon Age Inquisition: Grand Theft Fantasy
Test Dragon Age Inquisition
Grand Theft Fantasy
  1. Technik-Test Dragon Age Inquisition Drachentöten flott gemacht
  2. Dragon Age Inquisition Zusatzabenteuer für den Weltengenerator
  3. Dragon Age Inquisition Rollenspiel mit 4K am PC und 900p auf der Xbox One

Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

    •  / 
    Zum Artikel