Anzeige
Bedrohung durch Weltraumschrott: ISS-Besatzung in Rettungsfähre
Bedrohung durch Weltraumschrott: ISS-Besatzung in Rettungsfähre (Bild: Nasa)

Laserkanone: US-Wissenschaftler wollen auf Weltraumschrott schießen

Bedrohung durch Weltraumschrott: ISS-Besatzung in Rettungsfähre
Bedrohung durch Weltraumschrott: ISS-Besatzung in Rettungsfähre (Bild: Nasa)

US-Wissenschaftler haben eine neue Lösung für das Problem mit dem Weltraumschrott ersonnen: Sie wollen Teile mit einer Laserkanone beschießen. Dadurch werden sie aus der Umlaufbahn gebracht und stürzen ab.

Es herrscht Gedränge in der Umlaufbahn: Satellitentrümmer, Meteoriten, Schlacke aus Triebwerken oder abgesprengte Teile von Raumfahrzeugen kreisen mit hoher Geschwindigkeit um die Erde und bedrohen Satelliten und andere Raumfahrzeuge. Immer wieder machen sich Wissenschaftler deshalb Gedanken darüber, wie sie den Weltraumschrott wieder loswerden.

Anzeige

Ein neuer Vorschlag von US-Wissenschaftlern: Sie wollen den Schott in den unteren Umlaufbahnen (Low Earth Orbit, Leo) mit einer Laserkanone herunterschießen. Der Laser soll von der Erde aus hochenergetische Laserpulse aussenden. Treffen sie auf Teile im Leo, verdampfen sie ein kleines bisschen davon. Dadurch entsteht ein Plasmastrahl, der wie ein Triebwerk wirkt.

Lasergetriebene Rakete

"Man erschafft praktisch eine lasergetriebene Rakete, die das Objekt als seinen eigenen Treibstoff nutzt", erklärte Claude Phipps dem US-Technologiemagazin Wired. Das Triebwerk soll das Teil abbremsen, so dass es aus der Umlaufbahn gebracht wird und dann in der Atmosphäre verglüht.

Die Anlage soll aus einem Teleskop mit einem zehn Meter großen Spiegel und einem Laser mit einer Leitung von 150 Kilowatt bestehen. Sie muss ein Schrottteil verfolgen sowie berechnen können, zu welchem Zeitpunkt es an welchem Ort ist und wie der Laser es am besten treffen soll. Die nötigen Komponenten stünden zur Verfügung oder seien in der Entwicklung, schreiben die Forscher in einem Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv veröffentlicht wurde.

Schießen ist günstiger

Phipps schätzt, dass die Zerstörung eines kleinen Objekts einige tausend US-Dollar kosten würde. Bei einem größeren Objekt ist der Aufwand größer, da dieses nicht in der Atmosphäre verglüht, sondern kontrolliert über dem Pazifik zum Absturz gebracht werden muss. Das soll rund eine Million US-Dollar kosten. Das sei aber deutlich günstiger, als eine Rakete hinaufzuschicken, um ein Objekt zu zerstören.

In den verschiedenen Orbits kreisen Millionen von Teilen um die Erde. Die meisten sind kleiner als 1 Zentimeter und weitgehend harmlos. Rund eine halbe Million Objekte ist zwischen 1 und 10 Zentimeter groß und kann bei einem Aufprall ein Raumfahrzeug beschädigen. Die US-Weltraumbehörde Nasa beobachtet ständig über 20.000 Objekte, die größer als 10 Zentimeter sind. Die meisten von ihnen sind etwa 1 Kilogramm schwer. Es gibt aber auch 1.500 Objekte, die mehr als 100 Kilogramm wiegen.

Beinahezusammenstoß mit Raumstation

Aktuell kommen sich pro Woche etwa 13.000 Mal Schrottteile und Satelliten bedenklich nahe. Dieses Jahr beispielsweise kam ein Teil der Internationalen Raumstation so bedrohlich nahe, dass die Besatzung die Sojus-Rettungsfähre aufsuchen musste.

Experten gehen davon aus, dass sich die Situation noch verschlimmern wird: Hugh Lewis von der Universität im südenglischen Southampton hat 2009 ausgerechnet, dass es 2019 zu 20.000 und 2059 bis zu 50.000 solcher Zwischenfälle in der Woche kommen kann. Nicht immer bleibt es bei Beinahezusammenstößen: Vor zwei Jahren kollidierte ein Satellit des Satellitentelefoniesystems Iridium mit einem russischen Satelliten über Sibirien. Es war die erste zufällige Kollision von zwei Raumfahrzeugen.


eye home zur Startseite
ThadMiller 03. Nov 2011

*Alufolienhut zurecht zupf

pss7 31. Okt 2011

du wuerdest dich wundern, wieviele flugkoerper nicht mit solarzellen betrieben werden...

DaScorp 31. Okt 2011

Bei diesem Bild und diesen Titel dachte ich erst die bauen 'ne Ionen-Kanone...

irata 30. Okt 2011

Wirkliche Anarchie gibt es, es bedeutet in etwa "keine Herrschaft", und das sind...

Starlord 30. Okt 2011

genausogut können die auch einen Satelitten mit Urankügelchen hoch schießen und in der...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Consultant (m/w) Neue Technologien
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Projektmanager (m/w) Einführung und Optimierung ERP-System
    über SCHLAGHECK RADTKE OLDIGES GMBH executive consultants, Nordrhein-Westfalen
  3. Software Entwickler Java (m/w)
    team24x7 Gesellschaft für Lösungen in der Datenverarbeitung mbH, Bonn
  4. Medizininformatiker / Fachinformatiker (m/w) für Medizinische Informationssysteme
    Landeskrankenhaus (AöR), Andernach

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NUR HEUTE: Saturn Super Sunday
    (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. Samsung Galaxy J3 119,00€ u. UEFA Euro 2016 PS4 14,99€)
  2. NEU: Sennheiser PC 310 Gaming Headset (3,5mm Klinkenstecker, Mikrofone) schwarz
    22,99€
  3. NEU: Need for Speed: Shift [PC Origin Code]
    2,49€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Förderung

    Telekom räumt ein, dass Fiber-To-The-Home billiger sein kann

  2. Procter & Gamble

    Windel meldet dem Smartphone, wenn sie voll ist

  3. AVM

    Routerfreiheit bringt Kabel-TV per WLAN auf mobile Geräte

  4. Oculus App

    Vive-Besitzer können wieder Rift-exklusive Titel spielen

  5. Elektroauto

    Supersportwagen BMW i8 soll 400 km rein elektrisch fahren

  6. Keine externen Monitore mehr

    Apple schafft Thunderbolt-Display ersatzlos ab

  7. Browser

    Safari 10 soll auch auf älteren OS-X-Versionen laufen

  8. Dota

    Athleten müssen im E-Sport mehr als nur gut spielen

  9. Die Woche im Video

    Superschnelle Rechner, smarte Zähler und sicherer Spam

  10. Axanar

    Paramount/CBS erlaubt Star-Trek-Fanfilme



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

Zelda Breath of the Wild angespielt: Das Versprechen von 1986 wird eingelöst
Zelda Breath of the Wild angespielt
Das Versprechen von 1986 wird eingelöst

Smart City: Der Bürger gestaltet mit
Smart City
Der Bürger gestaltet mit
  1. Vernetztes Fahren Bosch will (fast) alle Parkplatzprobleme lösen

  1. Re: Unsere Familie braucht 6MWh/Jahr und zahlt 0 EUR

    Sinnfrei | 11:50

  2. Re: Dvb-c

    johnripper | 11:48

  3. Re: Getrennte Datenströme

    lear | 11:45

  4. Re: neues Thunderbolt Display mit Grafikkarte...

    rabatz | 11:42

  5. Also - das ist doch mal eine Meldung ,-)

    jo-1 | 11:41


  1. 10:36

  2. 09:50

  3. 09:15

  4. 09:01

  5. 14:45

  6. 13:59

  7. 13:32

  8. 10:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel