Codex Copiale
Codex Copiale (Bild: Universität Uppsala)

Kryptographie Informatiker entschlüsseln 250 Jahre alte Geheimschrift

Ein internationales Forscherteam hat den Code eines komplett verschlüsselten Buches aus dem 18. Jahrhundert geknackt. Das Manuskript besteht aus lateinischen und griechischen Buchstaben sowie erfundenen Symbolen.

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Der "Codex Copiale" wurde nach dem Ende des Kalten Krieges in einem Ostberliner Archiv entdeckt. Es besteht aus 105 vergilbten Seiten, die mit 75.000 Zeichen beschrieben sind. Bislang erschien es unmöglich, den Code zu knacken.

  • Der Codex Copiale (Bild: Universität Uppsala)
  • Der Codex Copiale (Bild: Universität Uppsala)
  • Der entschlüsselte Text des Codex Copiale (Bild: Universität Uppsala)
  • Der Chiffriercode (Bild: Universität Uppsala)
Der Codex Copiale (Bild: Universität Uppsala)

Jetzt gelang es Kevin Knight von der USC Viterbi School of Engineering, Beáta Megyesi und Christiane Schäfer von der Universität Uppsala in Schweden und einem internationalen Informatikerteam, die Bedeutung der Geheimschrift zu entschlüsseln. Zunächst wurde eine maschinenlesbare Version des Textes erstellt, um eine Quantifizierung bestimmter Symbole und anderer Muster vornehmen zu können.

Die Forscher wussten nicht einmal, in welcher Sprache das verschlüsselte Dokument geschrieben wurde. Aber durch die lateinischen und griechischen Zeichen im Manuskript nahm man an, dass man die abstrakten Symbole nicht benötigt, und isolierte sie zunächst. Der verbliebene Text wurde nun nach Mustern untersucht, um ihn einer von 80 getesteten Sprachen zuordnen zu können. Das dauerte nach Angaben von Knight ziemlich lange und blieb ergebnislos.

Das Kryptographie-Team entfernte im nächsten Schritt die lateinischen Zeichen. Sie sollten den Leser in die Irre führen, hatten aber genau wie die griechischen Zeichen keinerlei Bedeutung. Der eigentliche Text war in den abstrakten Symbolen enthalten.

Das Team untersuchte die Hypothese, dass gleichartige Symbole auch den immer gleichen Buchstaben entsprechen. Schließlich gelang es, die in Deutsch verfassten Worte "Zeremonien der Initiation" und "Geheimer Teil" zu isolieren.

Die im Dokument beschriebenen Rituale gehören zu einer Geheimgesellschaft, die der Faszination der Augenchirurgie und Augenheilkunde erlegen waren, obwohl die Mitglieder des Geheimbundes offenbar selbst keine Augenärzte waren.

Weitere Codes warten auf die Kryptographen

Knight will nun auch andere verschlüsselte Botschaften, darunter Chiffren des Zodiac-Killers, mit den Mitteln der kryptoanalytischen Software knacken. Auch der letzte Abschnitt von "Kryptos", eine verschlüsselte Nachricht auf einer Granitskulptur auf dem Gelände der CIA-Zentrale sowie das Voynich-Manuskript, ein verschlüsseltes, mittelalterliches Dokument, sollen nun bald ihre Geheimnisse verlieren.


RainerMekelburg 08. Feb 2013

Danke für die Erwähnung meiner Seite zum Thema "Geometrie auf dem Diskos von Phaistos...

irata 30. Okt 2011

Vermutlich ähnlich, wie die Welt heute über die Vergangenheit urteilt (ausgenommen...

jude 27. Okt 2011

bei *bigx* sind wohl die Illuminaten gemeint welche in der Zeit bei den Freimaurern...

elf4e2k 27. Okt 2011

was ford erte dieser von euch er fragte mich wer ich sey und was ich begehre als...

elf4e2k 27. Okt 2011

Offizielle Seite (Universität): http://stp.lingfil.uu.se/~bea/copiale/ deciphered German...

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