Piratenpartei Illegale Funktionen des Staatstrojaners bewusst versteckt

Der Chef der Piratenpartei geht davon aus, dass die illegalen Funktionen des Staatstrojaners für die Onlinedurchsuchung bewusst versteckt wurden. Der Verfassungsbruch sei mit voller Absicht geschehen.

Anzeige

Die illegalen Funktionen im Staatstrojaner wurden bewusst versteckt. Das hat der Chef der Piratenpartei Sebastian Nerz erklärt. "Der Verfassungsbruch ist offenbar bewusst und mit voller Absicht geschehen", erklärte Nerz, der Bioinformatik studiert hat. "Wenn man sich die Software anschaut, sieht man, dass die Programmierer versucht haben, das Auffinden dieser illegalen Funktion zu erschweren."

Der in Bayern eingesetzte Staatstrojaner lasse nicht nur die vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich geforderten "technischen Vorkehrungen zur Beschränkung auf einen laufenden Telekommunikationsvorgang" völlig vermissen. "Er enthält darüber hinaus nachgewiesene verfassungsfeindliche Funktionen", kritisierte Nerz. "Der Verfassungsbruch ist offenbar bewusst und mit voller Absicht geschehen."

Der Chaos Computer Club hatte am 8. Oktober 2011 darüber informiert, dass der Staatstrojaner illegale Funktionen enthält. So sei die Software in der Lage, Dateien auf dem befallenen Rechner zu manipulieren, Programme nachzuladen und zu starten. Damit könnten gefälschte Beweismittel auf Rechnern hinterlegt werden.

In einem späteren Vortrag erklärte der Chaos Computer Club, der gefundene Trojaner "0zapftis" habe zahlreiche nicht freigeschaltete Funktionen. Sie seien aber vollständig im Programm vorhanden und könnten von außen jederzeit aktiviert werden. Der Staatstrojaner könne auch auf Mikrofon, Tastatur und Kamera eines Computersystems zugreifen, um den Betroffenen abzuhören. Mit Screenshots könnten Informationen vor der Verschlüsselung abgefangen werden.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2008 gegen den Staatstrojaner für die Onlinedurchsuchung in Nordrhein-Westfalen geurteilt. Danach wurde an einer geänderten Variante der Spionagesoftware gearbeitet, die als "Quellen-TKÜ-Software" jedoch ausschließlich zur Überwachung von VoIP verwendet werden darf. Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier hat klare Regeln für die Telekommunikationsüberwachung auf Computern angemahnt. Derzeit gebe es für die Strafverfolgung mittels Quellen-TKÜ keine gesetzliche Grundlage, sagte Papier der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er halte es für sinnvoll, dass der Bundesgesetzgeber dies in der Strafprozessordnung explizit regelt. Denn der Einsatz von Trojanern gehe "weit über eine herkömmliche Telefonüberwachung hinaus".


Lokster2k 27. Okt 2011

Ja, ich geh wählen, aber eben nicht nur... Also gehste zur Wahl und enthältst dich? Oder...

Anonymer Nutzer 26. Okt 2011

der muss sich aber nicht nur Chef nennen. Es gibt auch Guru's usw usw.... Erzähle mir...

Verlusti 25. Okt 2011

der Verfassungsbruch ist eineindeutig, aber keiner wird dafür die Verantwortung...

noblomov 25. Okt 2011

Aus einer fiktiven Produktpräsentation: "...Mit [****] stets auf dem Stand der Technik...

ralf.wenzel 25. Okt 2011

Quelle für die Mehrzahl? Mir ist nur ein Fall bekannt.

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Trainee (m/w)
    Allianz Deutschland AG, Stuttgart
  2. Business Project Expert (m/w) Production Planning
    Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg
  3. Entwic­kler Con­trol­ling­sys­teme (m/w)
    Bitburger Braugruppe GmbH, Bitburg
  4. Bauingenieur / Bauingenieurin - Baubetrieb
    Ed. Züblin AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Kitkat-Smartphone

    Samsungs Galaxy Ace Style kommt früher

  2. Netmundial-Konferenz

    Netzaktivisten frustriert über "Farce" der Internetkontrolle

  3. Zalando

    Onlinekleiderhändler schließt einen Standort

  4. Apple vs. Samsung

    Google versprach Samsung Hilfe im Patentstreit mit Apple

  5. Deadcore

    Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux

  6. Reprap

    "Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"

  7. Spam

    AOL bekämpft Spam mit Verschärfung der DMARC-Einstellung

  8. Mac OS X

    Sicherheitsupdate und Beta-Versionen für alle

  9. Onlinemodus

    Civ 3 und 4 sowie Borderlands ziehen um

  10. Grafikkarte

    Radeon R9 295X2 für 1.500 Euro verfügbar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Scaler: Xbox, streck das Bild!
Scaler
Xbox, streck das Bild!

Die Xbox One berechnet viele Spiele nicht nativ in 1080p. Stattdessen vergrößern ein Hardware-Scaler oder einige Softwareschritte niedrigere Auflösungen. Beide Lösungen bieten Vor- und Nachteile, welche die Bildqualität oder Bildrate beeinflussen.

  1. Konsolen Microsoft meldet fünf Millionen Xbox One
  2. Xbox One Upgedated und preisgesenkt
  3. Xbox One Microsoft denkt über Xbox-360-Emulation nach

Nokia X mit Android im Test: Windows Phone in Schlecht
Nokia X mit Android im Test
Windows Phone in Schlecht

Nokia hat also doch noch ein Android-Smartphone auf den Markt gebracht: Das Nokia X hat eine stark angepasste Oberfläche, die an Windows Phone 8 erinnert, aber deutlich weniger gut läuft. Was genau Nokia mit dem X erreichen will, ist schwer auszumachen.

  1. Smartphones Diese Woche geht Nokias Mobiltelefonsparte an Microsoft
  2. Android ohne Google Nokia X bei Händlern in Deutschland verfügbar
  3. Nokia 225 Handy mit über einem Monat Akkulaufzeit für 50 Euro

Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

    •  / 
    Zum Artikel