Secure-Boot-Schlüssel sollen über USB-Sticks installiert werden können.
Secure-Boot-Schlüssel sollen über USB-Sticks installiert werden können. (Bild: William Hook/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

UEFI

Secure-Boot-Schlüssel auf USB-Stick

Die Verteilung der Schlüssel für Secure Boot sei ganz einfach, sagt Entwickler Matthew Garret. Nutzer sollen weitere Schlüssel von externen Medien aus installieren können. Dazu muss die UEFI-Spezifikation leicht angepasst werden.

Anzeige

Eine Lösung für das Problem mit der Secure-Boot-Funktion der UEFI-Spezifikation scheint in Sicht. Der Red-Hat-Angestellte Matthew Garret schlägt vor, die Spezifikation so zu erweitern, dass Nutzer die Möglichkeit haben, eigene Schlüssel von Wechseldatenträgern aus zu installieren. Somit hätten die Nutzer die Kontrolle über die Verteilung der Schlüssel und nicht, wie derzeit von Microsoft verlautbart, allein die Hardwarehersteller.

Die Free Software Foundation (FSF) und viele Nutzer freier Systeme befürchten, dass mit Secure Boot nur noch Windows gestartet werden könnte. Die Funktion ist eine Voraussetzung für die Zertifizierung für Windows 8 und sorgt dafür, dass nur noch signierter Code von der Firmware des Rechners gestartet werden kann. Da nicht jeder Hardwarehersteller die Schlüssel für andere Systeme mitliefern kann oder möchte, könnte alternativen Betriebssystemen dadurch der Start verweigert werden.

Schlüssel auf Installationsmedien

Die von Garret vorgeschlagene Erweiterung des Standards sieht vor, dass ein Pfad für die Speicherung von Schlüsseln auf Wechseldatenträgern festgelegt wird. Startet der Nutzer seinen Rechner von einem USB-Stick oder einer CD, soll die Firmware den Schlüssel finden. Der Anwender muss schließlich nur noch der Installation des Schlüssels zustimmen und der Bootloader kann mit Secure Boot gestartet werden.

Damit ist es irrelevant, ob die Hardwarehersteller weitere Schlüssel neben dem für Windows 8 auf ihren Produkten hinterlegen, sofern sich deren UEFI-Implementierung an die Spezifikation hält. Lediglich die Distributoren freier Betriebssysteme müssten dann dafür sorgen, die Schlüssel mit den Installationsmedien zu verbreiten. Darüber hinaus müssten auch Updates des Bootloaders mit demselben Schlüssel signiert sein.

Alternativen verursachen Probleme

Für Garrett ist die nun vorgestellte Lösung die einzige, die keine weiteren Probleme aufwirft. So sieht die UEFI-Spezifikation zum Beispiel vor, dass Nutzer dem Starten einer Anwendung zustimmen müssen, falls dafür kein Schlüssel hinterlegt ist. Garret vergleicht diese Vorgehensweise mit dem Vertrauen von SSL-Zertifikaten, die Websitebetreiber selbst signiert haben. Zum einen müssten die Entwickler von Malware nur auf Nutzer setzen, die einfach allem zustimmen, zum anderen verbietet Microsoft die Funktion bei einer Zertifizierung für Windows 8, schreibt Garret.

Eine weitere Möglichkeit für Distributoren wäre, ihren Code selbst zu signieren und an Hersteller zu verteilen. Garrett glaubt aber nicht, dass dadurch alle Hersteller erreicht werden. Zuletzt erwägt Garrett noch, dass Distributoren ihren Code mit einem Schlüssel signieren könnten, dem bereits vertraut wird. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass Microsoft seine Schlüssel dafür zur Verfügung stellt.

Implementierung kein Problem

Garret hofft, dass sein Vorschlag auf der Konferenz "UEFI Plugfest" kommende Woche in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh diskutiert wird. Das einzige Hindernis, welches dann noch existiert, ist, dass Secure Boot derzeit noch nicht von Linux unterstützt wird. Wohl auch deshalb, weil kaum Hardware mit dieser Funktion existiert. Technisch sieht Garrett in der Implementierung aber kein Problem und glaubt, der Code für die Unterstützung sei in etwa einer Woche geschrieben.


Systemanalytiker 08. Nov 2011

Unternehmen solle ihr Secure-Boot haben aus Sicherheitsgründen. Privatkonsumenten...

Dorsai! 21. Okt 2011

Vielleicht bei Windows, aber wenn man sich selber einen Schlüssel generiert, diesen über...

ChilliConCarne 20. Okt 2011

Zitat Wikipedia: "The EFI specification does not prescribe any particular file system...

Kommentieren



Anzeige

  1. Elektrotechniker / Auto­ma­tisierungs­techniker (m/w)
    KADIA Produktion GmbH + Co., Nürtingen (bei Stuttgart)
  2. SAP Basis Berater (m/w)
    4brands Reply GmbH & Co. KG, Gütersloh
  3. Anwendungsbetreuer (m/w) Customer Relationship Management (CRM)
    AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster
  4. Projektassistent IT (m/w)
    Beumer Group GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: Wolfenstein: The New Order Steam
    17,97€
  2. NEU: Grand Theft Auto V (PC)
    47,99€
  3. NEU: Fallout: New Vegas - Ultimate Edition [PC Steam Code]
    5,97€ USK 18

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Smartwatch-Probleme

    Apple Watch saugt iPhone-Akkus leer und lädt nicht

  2. Facetime-Klon

    Facebook Messenger kann jetzt Video-Telefonate

  3. Quartalszahlen

    Bei Apple hängt weiter (fast) alles vom iPhone ab

  4. Mobilfunk

    United Internet kauft großen Anteil an Drillisch

  5. Play Ready 3.0

    Keine 4K-Filme ohne neues Hardware-DRM für Windows 10

  6. Konsolenhersteller

    Energiesparen ja, aber nicht beim Spielen

  7. RTL Disney Fernsehen

    Super RTL startet kostenpflichtige Streaming-Plattform

  8. Steam

    Gabe Newell über kostenpflichtige Mods

  9. Cross-Site-Scripting

    Offene Sicherheitslücke in Wordpress

  10. HTTPS

    Kaspersky ermöglicht Freak-Angriff



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Fuzzing: Wie man Heartbleed hätte finden können
Fuzzing
Wie man Heartbleed hätte finden können
  1. Fehlersuche LLVM integriert eigenes Fuzzing-Werkzeug
  2. Mozilla Firefox 37 bringt Zertifikatsperren und Nutzerfeedback
  3. IT-Sicherheit Regierung fördert Forschung mit 180 Millionen Euro

Fire TV mit neuer Firmware im Test: Streaming-Box wird vielfältiger
Fire TV mit neuer Firmware im Test
Streaming-Box wird vielfältiger
  1. Amazons X-Ray im Hands On Fire TV zeigt direkt Zusatzinformationen zu Filmen
  2. Update Amazon wertet Fire TV auf
  3. Workshop Kodi bequemer auf Amazons Fire TV verwenden

P8 im Hands On: Huawei setzt auf die Kamera
P8 im Hands On
Huawei setzt auf die Kamera
  1. Lite Huaweis kleines P8 kostet 250 Euro
  2. Huawei P8 Max Riesen-Smartphone mit 6,8-Zoll-Display kostet 550 Euro
  3. Netzwerk und Smartphone Huawei verdient 4,5 Milliarden US-Dollar

  1. Re: Kennt jemand eine Fernbedienungs taugliche...

    Tzven | 00:09

  2. Re: und die leute wundern sich

    Hotohori | 00:09

  3. Re: In 10.000 Jahren...

    Schläfer | 00:05

  4. Re: Totgeburt

    Schnapsbrenner | 00:04

  5. Re: Und wenn die Qualität weiter so abnimmt, dann...

    luarix | 00:02


  1. 23:47

  2. 23:08

  3. 22:54

  4. 22:40

  5. 18:28

  6. 17:26

  7. 17:13

  8. 16:24


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel