Copwatch Nord Paris: Internetsperren gegen Polizeikritiker-Website in Frankreich
Copwatch Nord Paris (Bild: Copwatch Nord Paris/Screenshot Golem.de)

Copwatch Nord Paris

Internetsperren gegen Polizeikritiker-Website in Frankreich

Frankreich hat Internetsperren gegen eine Webseite angeordnet, die Polizeigewalt gegen die Bevölkerung dokumentieren will. Doch Copwatch Nord Paris I-D-F veröffentlicht auch die Namen und Adressen der Polizisten.

Anzeige

Ein französisches Gericht hat angeordnet, dass Internet Service Provider die Website Copwatch Nord Paris I-D-F blockieren müssen. Das berichtet die New York Times. Die Internetplattform dokumentiert Polizeigewalt gegen die Bevölkerung. Ein Sprecher der Polizeigewerkschaft Alliance Police Nationale hat die Anordnung begrüßt, weil die Website Namen, Fotos und Adressen von Polizisten veröffentlicht.

Am vergangenen Freitag hatte das Pariser Tribunal de Grande Instance über die Internetsperre entschieden (PDF). Die sechs großen französischen Provider Bouygues Télécom, Darty, Free, Numericable, Orange und SFR müssen mit sofortiger Wirkung die gesamte Seite blockieren.

"Die richterliche Anordnung zeigt ganz offensichtlich, dass die französische Regierung den öffentlichen Onlineraum kontrollieren und zensieren will", sagte Jérémie Zimmermann, Sprecher der digitalen Bürgerrechtsorganisation La Quadrature du Net aus Paris, der New York Times.

Ein Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2009 entwickelt massive Kritik an der Brutalität der französische Polizei sowie den Reaktionen der Behörden darauf. "Vorwürfe über Misshandlungen, rassistisches Verhalten, übermäßige Gewaltanwendung und sogar rechtswidrige Tötungen durch die französisch Polizei werden nur selten effektiv untersucht und die Verantwortlichen werden selten zur Rechenschaft gezogen", heißt es von der Menschenrechtsorganisation.

In Frankreich sind Internetsperren über das ARJEL-Gesetz gegen illegales Glücksspiel und nach dem LOPPSI-2-Gesetz gegen Kindesmissbrauchsabbildungen möglich. Sperrgegner in Deutschland haben immer wieder argumentiert, dass mit Internetsperren ein staatliches Zensurnetzwerk geschaffen werde, das für politische Zwecke zu missbrauchen sei.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte zuletzt auf dem eG8-Forum im Mai 2011 in Paris eine internationale Erweiterung der staatlichen Eingriffsmöglichkeiten ins Internet gefordert. Das französische Gesetz Loi Hadopi sieht vor, dass denjenigen, die illegal Daten im Internet tauschen, der Internetzugang nach zweimaliger Abmahnung gekappt wird. Ein Richter muss in einem vereinfachten Verfahren darüber entscheiden. Außerdem drohen Geld- und sogar Gefängnisstrafen.


__destruct() 04. Feb 2014

Angesehen davon, dass hier seit 2011 nicht geantwortet wurde und inzwischen 2014 ist: Der...

Der Kaiser! 20. Nov 2011

Alternativen entwickeln. Das ist wichtig. Mit Fokus auf was man will. Nicht was man nicht...

Baron Münchhausen. 25. Okt 2011

Ich gebe dir zum Teil Recht. Es gibt immer 2 Seiten der Medaille. ich kenne Fälle, wo die...

BLi8819 20. Okt 2011

Wenn die Betreiber etwas rechtswidriges auf der Seite veröffentlichen, dann sollen die...

Endwickler 20. Okt 2011

Zitat: "In Frankreich sind Internetsperren über das ARJEL-Gesetz gegen illegales...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior-PHP-Entwickler (m/w) Web-Development
    Planet Sports GmbH, München
  2. IT Support Administrator (m/w)
    GENTHERM GmbH, Odelzhausen
  3. Linux Systemadministrator (m/w)
    Gameforge AG, Karlsruhe
  4. Linux Developer (m/w)
    GMIT GmbH, Berlin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Facebook, Google, Twitter

    Branchenweite Interessengruppe zum Open-Source-Einsatz

  2. Typ 007

    Leica Mittelformatkamera S filmt in 4K

  3. Cloud-Computing

    Mathematica Online für den Browser

  4. Taxi-Konkurrent

    Landgericht Frankfurt hebt Verbot von Uber auf

  5. Stadt München

    Zweiter Bürgermeister Münchens lobbyiert gegen Limux

  6. Wettbewerbsverfahren

    Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

  7. Test Bernd das Brot

    "Dieses Spiel ist Mist"

  8. Apple

    Vorerst keine NFC-Funktion für deutsche iPhone-Käufer

  9. Sicherheitslücke bei Android

    AOSP-Browser soll über Javascript angreifbar sein

  10. Betriebssystem

    Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Destiny: Schicksal voller Widersprüche
Test Destiny
Schicksal voller Widersprüche
  1. Destiny 500 Millionen US-Dollar Umsatz mit "steriler Welt"
  2. Destiny "Größter Unterschied sind sehr pixelige Schatten"
  3. Bungie Kostenloses Upgrade von Old- zu Current-Gen-Konsolen

Doppelmayr-Seilbahn: Boliviens U-Bahn der Lüfte
Doppelmayr-Seilbahn
Boliviens U-Bahn der Lüfte

Mobile Encryption App angeschaut: Telekom verschlüsselt Telefonie
Mobile Encryption App angeschaut
Telekom verschlüsselt Telefonie
  1. Magenta Mobil Deutsche Telekom startet neues Tarif-Portfolio
  2. Telekom Störungen bei der IP-Telefonie
  3. Quartalsbericht Telekom macht weiter keine genauen Angaben zu FTTH

    •  / 
    Zum Artikel