Anzeige
Transparenz: Mobiles Radar sieht, wer im Haus ist.
Transparenz: Mobiles Radar sieht, wer im Haus ist. (Bild: MIT/Screenshot: Golem.de)

Radar

US-Forscher können durch Wände schauen

US-Soldaten können sich künftig aus der Entfernung ein Bild darüber machen, was in einem Gebäude vorgeht: Forscher aus den USA haben ein Radarsystem entwickelt, das einen Blick durch Wände ermöglicht.

Anzeige

Durch die Wände sehen können Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT): Sie haben ein radarbasiertes System entwickelt, das es ermöglicht, in ein Gebäude zu schauen, ohne dieses zu betreten. Entwickelt wurde das System für das Militär.

Das System, das die Forscher in dem Tagungsband Proceedings of the IEEE International Symposium on Phased Array Systems and Technology vorgestellt haben, besteht aus Computerausrüstung und 21 Antennen, die auf einem Handwagen montiert sind, damit das Radar mobil ist. Die Antennen sind in zwei Reihen angeordnet. In der unteren sind 13 Antennen zum Aussenden eines Signals, in der oberen acht, die das zurückkommende Signal auffangen.

Blick von oben

Das Signal geht durch die Wand, trifft auf einen Menschen und wird reflektiert. Auf dem Bildschirm wird dann ein Video ausgegeben, das aus der Vogelperspektive zeigt, was in dem Gebäude vorgeht. Dabei handelt es sich weniger um ein klares Bild, sondern eher um Punktwolken, in denen Menschen als rote Punkte erscheinen.

Das System zeigt nur bewegliche Objekte an, also Menschen, aber keine Einrichtungsgegenstände. Das liegt an der Art und Weise, wie die Bilder erzeugt werden: Das System vergleicht jedes Bild mit dem davor und zeigt an, was sich gegenüber diesem geändert hat. Einen Menschen aber wird es auf jeden Fall erkennen, da das System schon auch die geringste Bewegung ausmachen kann.

Wellen im S-Band

Die Forscher setzen Wellen aus dem S-Band mit einer Frequenz von 2 bis 4 GHz ein. Wellen mit größeren Wellenlängen kämen zwar besser durch eine Wand, erklärt Projektleiter Gregory Charvat. Um diese aufzufangen, bedürfe es aber einer deutlichen größeren Empfangsanlage, was wiederum dem Konzept der Mobilität widerspräche. Das Radargerät ist etwa 2,60 Meter lang.

Das Signal verliert stark, wenn es die Mauer durchdringt. Beim Auftreffen absorbiert sie über 99 Prozent der Energie des Signals. Das Gleiche passiert noch einmal, wenn das reflektierte Signal die Mauer durchquert. Am Ende hat das Signal nur noch 0,0025 Prozent seiner ursprünglichen Stärke. Das sei aber nicht die größte Schwierigkeit, erklärte Projektleiter Gregory Charvat. Mit einem Signalverstärker, der günstig zu haben sei, lasse sich das in den Griff bekommen.

Bilder in Echtzeit

Problematischer sei gewesen, das System so zu gestalten, dass damit Bilder aus größerer Entfernung in Echtzeit aufgenommen werden könnten. Im einem Gefecht sei nicht nur alle 20 Minuten ein Bild gewollt, für das das Gerät dann auch noch direkt neben der betreffenden Mauer positioniert werden müsse. Die MIT-Forscher haben es aus einer Entfernung von 6 Metern getestet. Möglich sei aber auch, das System bis zu 18 Meter vom Gebäude einzusetzen. Es liefert Bilder in Echtzeit mit einer Bildrate von 10,8 Frames pro Sekunde.

Das Radar zum Durch-die-Wände-Schauen ist für das Militär gedacht. Es soll Soldaten helfen, Gegner in Häusern zu orten. Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) hat vor einiger Zeit die Entwicklung eines solchen Systems in Auftrag gegeben. Die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums hat 2008 zudem die Entwicklung eines Systems in Auftrag gegeben, das eine andere Technik als Radar verwendet, um Mauern zu durchdringen.


Starlord 25. Okt 2011

nur war das system kompakter...

Der Kaiser! 22. Okt 2011

Das soll es auch in privaten Schlafzimmern geben. Hab ich gehört. Ich behaupte, es geht...

Der Kaiser! 22. Okt 2011

Eine sehr gute Idee. :)

Der Kaiser! 22. Okt 2011

Das hab ich auch gedacht. :>

Luxor 20. Okt 2011

Ja du hast recht, das liegt wohl daran das meine 50cm zu hoch geschätzt waren, laut...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Teilprojektleiter/-in für cross-funktionale Prozesse im Rahmen des Vorstandprojektes PBK
    Daimler AG, Sindelfingen
  2. Systemtestkoordinator/in im Kundenprojekt
    Robert Bosch GmbH, Abstatt
  3. IT Mitarbeiter/-in Service Desk
    UBL Informationssysteme GmbH über Personalberatung ExIntern GmbH, Neu Isenburg
  4. Senior Enterprise Architect (m/w) Big Data / Advanced Analytics
    Daimler AG, Stuttgart

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. TV- oder Haushaltsgrossgerät kaufen und bis zu 100 Euro Media-Markt-Geschenkkarte erhalten
  2. NEU: 100€ Rabatt auf Mifcom-Silent-PCs
  3. NEU: Nvidia Shield Android TV kaufen und Shield-Remote gratis dazu
    55€ sparen!

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Fallout 4

    Überarbeiteter Überlebensmodus und größere Sichtweite

  2. Gesetz beschlossen

    US-Kongress verbietet Steuer auf Internetzugang

  3. 1 GBit/s

    Deutsche Telekom will Glasfaser über Holzmasten ausbauen

  4. Streaming

    Beide aktuellen Chromecasts im Paket für 55 Euro

  5. Rosetta

    Tschüss, Philae!

  6. BSD

    Lumina Desktop rüstet sich für FreeBSD 11.0

  7. Deep Sea Mining

    Die Tiefsee ist die Zukunft der Technik

  8. Ubisoft

    Assassin's Creed setzt aus

  9. Activision Blizzard

    Destiny 2 erscheint erst 2017

  10. Fire OS 5

    Fire-TV-Geräte erhalten großes Update



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Eizo Foris FS 2735 im Test: Beinahe der Wunschlos-glücklich-Monitor
Eizo Foris FS 2735 im Test
Beinahe der Wunschlos-glücklich-Monitor

Kaufberatung: Die richtige CPU und Grafikkarte
Kaufberatung
Die richtige CPU und Grafikkarte
  1. Standalone Google soll eigenständige VR-Brille planen
  2. AVM Fritzboxen für Supervectoring, G.fast und Docsis 3.1 kommen
  3. Snapdragon Qualcomm zeigt neuen 14nm-FinFET-Chip und ein Wearable-SoC

Raspberry Pi Zero angetestet: Der Bastelrechner für stille, dunkle Ecken
Raspberry Pi Zero angetestet
Der Bastelrechner für stille, dunkle Ecken
  1. Jaguarboard Noch ein Bastelcomputer mit Intel-Chip
  2. Cricetidometer mit Raspberry Pi Ein Schrittzähler für den Hamster
  3. Orange Pi Lite Preis- und Größenkampf der Bastelcomputer

  1. Re: Die gute alte Zeit kommt zurück.

    dabbes | 15:08

  2. Re: Noch immer genug für 90% der Menschen

    Darktrooper | 15:08

  3. Re: Jetzt noch austauschbare Standardakkus

    Atalanttore | 15:07

  4. Re: Selbst die Amis haben kapiert, dass Holz mist...

    dabbes | 15:07

  5. Re: Verkehrte Welt: HDMI 2.0 in Bastelrechnern...

    Lala Satalin... | 15:07


  1. 15:00

  2. 14:51

  3. 14:14

  4. 13:49

  5. 13:29

  6. 12:40

  7. 12:04

  8. 12:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel