Open Graph & Timeline

Facebook-App-Entwickler müssen umdenken

Wer heute eine Facebook-App entwickelt, darf die Vergangenheit nicht vergessen - sonst droht ihm mit dem Start der Timeline das Scheitern, warnt Simon Cross von Facebook im Interview mit Golem.de.

Anzeige

Timeline, Open Graph und dafür entwickelte Apps - darum dreht sich die Facebook-Entwicklerkonferenz f8, die gerade durch die Welt reist. In Berlin war es am 18. Oktober 2011 so weit, Golem.de nutzte die Chance und sprach mit Facebook-Mitarbeiter Simon Cross auf der ausverkauften Veranstaltung über die Herausforderungen und Vorteile, die die Timeline, zu Deutsch Chronik, Entwicklern bringt. Cross und Kollegen helfen Facebook-Partnern bei der Entwicklung von Facebook-Anwendungen. Schon Monate vor der Ankündigung von Timeline wurden andere Unternehmen eingeweiht, auch um sicherzustellen, dass Facebook den richtigen Weg geht, wie Cross sagte.

Mit der Facebook-Timeline ändert sich vieles, das soziale Netzwerk soll mit der Chronik die Nutzer und ihr Leben besser abbilden. Und Anwendungen innerhalb von Facebook sollen dabei ebenfalls eine Rolle spielen, so dass auch Wochen, Monate oder Jahre später noch gesehen werden kann, welche Musik, Filme, Bücher, Kochrezepte oder Jogging-Laufzeiten beispielsweise zu einem bestimmten Zeitpunkt aktuell waren. Vorausgesetzt, der Nutzer versteckt diese Angaben nicht, was er zu jeder Zeit machen kann.

Fehler vermeiden

Cross sagte: "Der größte Fehler, den ein Entwickler heute machen kann, ist die Vergangenheit zu vergessen. Aktuelle Facebook-Anwendungen schreiben etwas auf deine Pinnwand und das verschwindet in Stunden oder Tagen aus deinem Newsfeed, nach einigen Tagen verschwindet es aus deinem Profil und es ist weg". Facebook-Anwendungen könnten auch weiter auf diese Art entwickelt werden, selbst mit Open Graph. Um in der Timeline aber eine Rolle zu spielen, rät Cross Entwicklern, darüber nachzudenken, wie sie die Daten aus der Vergangenheit rendern, damit sie beim Durchstöbern eines Profils wiederentdeckt werden können.

Am Beispiel eines in Deutschland noch nicht offiziell angebotenen Musikstreamingdienstes erklärt Cross: "Das Großartige an der Spotify-Integration ist nicht, was ich gerade höre - das ist zwar cool -, aber es wird erst wirklich stark, wenn man zurückgehen und sehen kann, was ich bisher gehört habe. Und um das zu tun, müssen Timeline-Aggregations gebaut werden."

Welche Daten und warum

Um die Vergangenheit berücksichtigen zu können, sei es aber auch sehr wichtig, den Nutzern klarzumachen, warum welche Daten benötigt und wofür sie benutzt würden. Mit Timeline erhalten die Nutzer deshalb vor der Installation einer Facebook-Anwendung eine genaue Übersicht darüber. Entwickler sind laut Cross dazu verpflichtet, hier ordnungsgemäße Angaben zu machen. Das schlimmste Vergehen, der Kardinalfehler, wie Cross es nennt, sei es, wenn ein Unternehmen die gesammelten Daten an Dritte weitergebe.

Eine vorherige genaue Überprüfung von Apps wird es Cross zufolge auch in Zukunft nicht geben. Facebook verfolge weiterhin die Methode, bei Vergehen einzugreifen, anstatt von vornherein zu überprüfen und damit womöglich Innovationen zu behindern. Dennoch gebe es gute Mittel, mit dem eigenen Team und mit Hilfe der Nutzer herauszufinden, ob eine Anwendung schadhaft ist. Wenn eine Anwendung beispielsweise Dinge publiziert, die andere als unangenehm oder als Spam empfinden, ist das für Facebook eines der Zeichen, dass die Verbreitung einer Anwendung eingeschränkt und der Entwickler kontaktiert werden müsse, so Cross.

Timeline als Chance

Die Timeline und Open Graph sollen die Betaphase bald verlassen und in wenigen Wochen deutlich mehr Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Die APIs sollen sich bis dahin nicht mehr verändern. Auf Facebook komme auch nach dem offiziellen Start von Timeline noch viel Arbeit zu, so Cross, denn es müsse beobachtet werden, wie die Nutzer mit der Chronik umgehen, was funktioniert und was nicht, und was verfeinert werden muss. "Wir konzentrieren uns darauf, [Timeline] zu einem Erfolg zu machen".

Cross' Nachricht an Entwickler: "Wenn ihr auf Facebook entwickelt habt und aufgehört habt, gebt ihm eine neue Chance. Die heutige Plattform ist ganz anders und besser als die Plattform noch vor 6, 12 oder 18 Monaten. Und wenn ihr bereits auf Facebook entwickelt, dann ist die wichtigste Nachricht: Macht nicht so weiter wie bisher! Schaut euch alles nochmal an und versucht Anwendungen zu bauen, die zur Identität des Nutzers beitragen und mit denen Nutzer sich über eine lange Zeitspanne beschäftigen. Überdenkt, welche neuen Typen von Dingen ihr entwickeln könnt, die zuvor nicht möglich waren."


elgooG 23. Okt 2011

Hmmm...meinst du jetzt mich oder lostname? Du schreibst "@lostname" hast aber mir...

enion 20. Okt 2011

"Der größte Fehler, den ein Entwickler heute machen kann, ist die Vergangenheit zu...

Rapmaster 3000 20. Okt 2011

Bei GUI-Änderungen wird IMMER gemeckert. Daher sollte man von solchen Umfragen also...

QQ 19. Okt 2011

War das jetzt ironisch gemeint? Sonst bleibt nur der Hinweis auf Bock, Gärtner, usw.

The Howler 19. Okt 2011

Will is cooking Rachel is cooking Collete is cooking Das wichtigste fehlt: (Do you smell...

Kommentieren




Anzeige
  1. Teamleiter (m/w) Datenbankadministration
    HAVI Logistics IS GmbH, Duisburg
  2. ERP-Systembetreuer (m/w)
    LMC Caravan GmbH & Co. KG, Sassenberg
  3. Akademische Räte / Rätinnen
    Universität Passau, Passau
  4. Prüfer/-in für die IT-Revision
    Kreissparkasse Tübingen, Tübingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs

  2. Adobe

    Photoshop Express jetzt auch für Windows 8

  3. Browser

    Firefox blinkt nicht mehr

  4. Tallinn-Manual

    Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

  5. Clark Asay

    Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?

  6. Massenentlassung

    Überleben von Rapidshare steht infrage

  7. Razer Atrox

    Arcade- und Mod-Controller für die Xbox 360

  8. Opensuse

    Erster Milestone für Opensuse 13.1

  9. Samsung

    Mehr als 10 Millionen Galaxy S4 in Rekordzeit verkauft

  10. Drosselung

    Piratenchef fordert Verstaatlichung der Netze der Telekom



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Bitte schalte deinen Adblocker aus!
In eigener Sache
Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Viele Nutzer betrachten Adblocker als legitime Notwehr gegen die aggressive Werbung im Netz. Für Websites wie Golem.de ist das ein großes Problem. Am Ende verlieren alle. Suche nach Auswegen aus dem Dilemma.

  1. In eigener Sache Golem.de und das Leistungsschutzrecht

Mikroblogging: Yahoo will Tumblr für 1 Milliarde US-Dollar kaufen
Mikroblogging
Yahoo will Tumblr für 1 Milliarde US-Dollar kaufen

Yahoo möchte wieder cool sein und will junge Nutzer gewinnen. Das Internetunternehmen verhandelt offenbar über den Kauf der Mikroblogging-Plattform Tumblr.

  1. Gimmick Neue Forbes-Printausgabe kommt mit WLAN-Router
  2. Microsoft Deutschland "Neue Mitarbeiter fragen nach Homeoffice-Möglichkeiten"
  3. Marissa Mayer Yahoo verbietet Homeoffice wegen sinkender Arbeitsmoral

Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"
  3. Zu erfolglos Yahoo schließt sieben Apps und Dienste

Zum Artikel