Soziale Netzwerke

Paypal sperrt Diaspora-Spendenkonto

Paypal hat das Spendenkonto des sozialen Netzes Diaspora gesperrt. Das bereits gespendete Geld ist für mehrere Monate eingefroren. Weitere Spenden werden nicht mehr angenommen.

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Der Zahlungsdienstleister Paypal hat das soziale Netz Diaspora gesperrt. Das Konto sei eingefroren worden, berichten die Betreiber in ihrem Blog.

Quelloffen und dezentral

Diaspora ist im September vergangenen Jahres gestartet. Das soziale Netz entstand aus der Besorgnis über mangelnden Datenschutz und Datenpannen bei Facebook und anderen sozialen Netzen. Im Gegensatz zu den kommerziellen sozialen Netzen ist Diaspora quelloffen und dezentral organisiert.

Entwickelt wurde Diaspora von vier Informatikstudenten aus den USA, die das Projekt über Spenden finanziert haben. Um Diaspora weiter vorantreiben zu können, hatten die vier in der vergangenen Woche die Nutzer erneut aufgerufen, zu spenden. Das Geld konnte per Micropayment-Dienst Flattr oder eben über Paypal eingezahlt werden.

Spenden eingefroren

Die Betreiber erfuhren von der Kontosperre, als sie einen Teil des bereits gespendeten Geldes abheben wollten. Das habe nicht geklappt, erklärte Diaspora-Mitarbeiter Peter Shurman dem Blog Launch. Als sie nachfragten, sei ihnen mitgeteilt worden, dass das Unternehmen weitere Dokumente einreichen müsse. Am Dienstag habe ihnen Paypal dann mitgeteilt, dass die bereits eingegangenen Spenden bis zu 180 Tage eingefroren seien. Weitere Spenden würden nicht angenommen.

Die Diaspora-Betreiber wollen sich um eine Alternative bemühen und haben die Nutzer in ihrem Blog aufgerufen, einstweilen über Flattr zu spenden. "Paypal ist berüchtigt dafür, willkürlich rechtmäßige Spenden zu unterbinden. Wir werden das so schnell wie möglich in Ordnung bringen."

Früher schon gesperrt

Es ist nicht das erste Mal, dass Paypal eine Spende von einer unabhängigen Initiative sperrt: Ende 2010 sperrte Paypal das Konto von Wikileaks, nachdem die Organisation tausende US-Botschaftsdepeschen im Internet veröffentlicht hatte. Paypal sowie weitere Zahlungsdienstleister, die Wikileaks ebenfalls gesperrt hatten, sahen sich daraufhin massiven Distributed-Denial-of-Service-Attacken von Wikileaks-Unterstützern ausgesetzt.

Im Juli 2011 forderte Paypal deutsche Unternehmen auf, Waren aus Kuba aus ihrem Programm zu nehmen. Andernfalls würden diese gesperrt. Paypal begründete das mit der Durchsetzung des US-Embargos gegen Kuba, das seit 1962 besteht. Einige Unternehmen beschlossen daraufhin, gerichtlich gegen Paypal vorzugehen. Der Drogeriemarkt Rossmann entfernte Paypal aus seinem Onlineshop.

Nachtrag vom 14. November 2011, 12:15 Uhr

Paypal hat über Twitter bestätigt, den Diaspora-Account und damit auch das Spendengeld freigegeben zu haben.


Atalanttore 21. Okt 2011

Spendenkampagnen die "Spenden via PayPal" anbieten ebenfalls.

kevla 21. Okt 2011

eigentlich bräuchten wir ab hier garnicht weiter diskutieren, wenn du selbst paypal...

imop2012 20. Okt 2011

Vermutlich sind die Mechanismen einer Bank zur Abwehr von Geldwäsche ja der Allgemeinheit...

wolfi86 20. Okt 2011

http://www.launch.is/blog/community-pressure-pushes-paypal-to-unfreeze-diasporas-accou...

nicoledos 20. Okt 2011

Haben die etwa eine gültige Banklizenz und ist flexibel wie PP? Der Vorteil von PP ist...

Kommentieren


Hauptstadtkind / 24. Okt 2011

PayPal Konto löschen

myGadgetBlog / 20. Okt 2011

Paypal sperrt Konto von Diaspora

IT-weblog / 19. Okt 2011

Peinliche PayPal Pannen



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