Staatstrojaner auch als 64-Bit-Version verfügbar
Staatstrojaner auch als 64-Bit-Version verfügbar (Bild: Andreas Donath/Golem.de)

Kaspersky-Entdeckung

Staatstrojaner R2D2 existiert auch als 64-Bit-Version

F-Secure hat den Staatstrojaner-Installer entdeckt, Kaspersky Lab hat weitergeforscht - und die offene Zusammenarbeit der Konkurrenten hat funktioniert: Der deutsche Staatstrojaner ist in einer deutlich verbesserten Version entdeckt worden.

Anzeige

Die von staatlichen deutschen Stellen in Auftrag gegebene Schadsoftware mit dem Namen Backdoor/R2D2 (Microsoft-Eintrag) ist in einer vermutlich neueren und deutlich erweiterten Version entdeckt worden. Den "großen Bruder" des Staatstrojaners hat Kaspersky Lab gefunden und umfassend analysiert.

Die mutmaßlich neuere Version der dem CCC zugespielten Fassung kann auch moderne Systeme angreifen. Kaspersky fand die Version, nachdem F-Secure den Installer (Skype Capture Unit, scuinst.exe) entdeckt hatte. Dieser ist schon seit Dezember 2010 den Antivirenherstellern zugänglich, konnte jedoch bisher nicht zugeordnet werden.

Zertifikat muss auf 64-Bit-Systemen erst installiert werden

Dank F-Secures Hinweisen konnte Kaspersky die Schadsoftware aus der eigenen Sammlung zur Analyse extrahieren. Das Unternehmen fand dabei insgesamt fünf weitere Binärdateien und die Fähigkeit, auch auf 64-Bit-Systemen zu funktionieren. Der Staatstrojaner braucht die 64-Bit-Tauglichkeit aber nicht etwa, um mehr Speicher zu adressieren, sondern um überhaupt aktiv zu werden. Auf 64-Bit-Systemen müssen Kernelmodule digital signiert werden.

Das Kernel-Modul hat ein digitales Zertifikat, dem allerdings erst per Hand das Vertrauen ausgesprochen werden muss. So etwas ginge etwa bei direktem Zugriff auf das System. In so einem Fall lässt sich auch der Virenscanner deaktivieren. Interessanterweise ist das Modul mit einem Privilege Escalation Interface ausgestattet. Wozu die höheren Rechte genutzt werden, gibt Kaspersky aber nicht an.

Die neue Version des Staatstrojaners enthält eine veränderte Liste von Programmen, die überwacht werden dürfen. Die meisten sind allerdings bereits bekannt. Die Überwachung zielt auch hier nicht nur auf populäre Programme. So haben die Entwickler nicht nur daran gedacht, Internet-Explorer- und Firefox-Nutzer auszuspähen. Auch der Opera-Webbrowser wurde trotz des geringen Marktanteils mit einer Funktion bedacht.

Die Schadsoftware ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Nutzung wenig verbreiteter Software gerade gegen solche gezielten Angriffe keinen Schutz bietet. Kaspersky listet noch die folgenden Programmdateien, die diese Trojaner-Version unterstützt: icqlite.exe, lowratevoip.exe, msnmsgr.exe, paltalk.exe, simplite-icq-aim.exe, simppro.exe, sipgatexlite.exe, skype.exe, skypepm.exe, voipbuster.exe, x-lite.exe, yahoomessenger.exe. Viele waren schon vorher bekannt.

Wie Heise Security herausgefunden hat, hilft die derzeitige Bekanntheit des Staatstrojaners Virenschutzprogrammen nicht. Nur wenige Änderungen an der Schadsoftware genügen, um den Signaturschutz auszuschalten. Sollte von staatlicher Seite die Software bereits angepasst worden sein, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie nicht entdeckt wird. Die Heuristiken schlagen bisher nur bei den Installationsdateien an. Wie F-Secure gibt auch Kaspersky an, dass nur der Installer über die Heuristiken erkannt wurde.

Werkzeuge, die derzeit bekannte Versionen des Staatstrojaners entfernen können, dürften dementsprechend ebenfalls nicht lange funktionieren. Ohnehin ist der Einsatz beispielsweise des Staatstrojaner-Removal-Tools von Bitdefender fragwürdig. Bei Schadsoftware, die Komponenten nachladen kann, gilt erst recht, dass ein System nur mit einer Neuinstallation gesäubert werden kann.


Threat-Anzeiger 20. Okt 2011

Warum diese Insellösung? Da sich deutsche bullen und deren kriminelle erfüllungsgehilfen...

Abseus 20. Okt 2011

das schon aber es muss sie trotzdem noch jemand anzeigen oder ein Geschädigter muss sie...

Ekelpack 20. Okt 2011

Der reine Wahnsinn. Friedrich ist echt nicht tragbar für einen Innenminister. Warum...

Charles Marlow 20. Okt 2011

Vor den Rechtsextremen muss man keine Angst haben. Die sind schon so vom BKA und...

Bibabuzzelmann 19. Okt 2011

Ist es nicht möglich über ein Programm die Echtheit der Certificate zu prüfen, das müsste...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Service Mitarbeiter (m/w)
    DATAGROUP Köln GmbH, München
  2. IT Support Engineer Windows / Citrix (m/w)
    PIRONET NDH Datacenter AG & Co. KG, Köln
  3. Mitarbeiter (m/w) im Prozess- und Stammdatenmanagement
    UVEX WINTER HOLDING GmbH & Co. KG, Fürth
  4. Leiter IT (m/w)
    über Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH, Stuttgart

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NUR HEUTE: Samsung 840 Evo 500-GB-SSD
    179,90€
  2. NEU: Goat Simulator für iOS-Geräte
    0,99€ statt 4,49€
  3. NEU: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise [Extended Edition] (Steelbook) [Blu-ray + Blu
    19,97€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. CIA-Dokumente

    Wie man als Spion durch Flughafenkontrollen kommt

  2. Game Over

    Kein Game One mehr auf MTV

  3. Z1

    Samsung veröffentlicht endlich sein Tizen-Smartphone

  4. Zehn Jahre Entwicklung

    Network Manager 1.0 ist erschienen

  5. Star Citizen

    Galaktisches Update mit Lobby, Raketen und Cockpits

  6. Smrtgrips

    Die intelligenten Griffe fürs Fahrrad

  7. Messenger

    Whatsapp richtet Spam-Sperre ein

  8. Sony-Hack

    Die dubiose IP-Spur nach Nordkorea

  9. FreeBSD-Entwickler

    Linux-Foundation sponsert NTPD-Alternative

  10. Telefonabzocke

    Kaum weniger Beschwerden trotz hoher Bußgelder



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



ROM-Ecke: Pac Man ROM - Android gibt alles
ROM-Ecke
Pac Man ROM - Android gibt alles
  1. ROM-Ecke Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

Security: Smarthomes, offen wie Scheunentore
Security
Smarthomes, offen wie Scheunentore
  1. Software-Plattform Bosch und Cisco gründen Joint Venture für Smart Home
  2. Pantelligent Die funkende Bratpfanne
  3. Smarthome Das intelligente Haus wird nie fertig

Nexus 6 gegen Moto X: Das Nexus ist tot
Nexus 6 gegen Moto X
Das Nexus ist tot
  1. Teardown Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus
  2. Google Nexus 6 kommt doch erst viel später
  3. Google Nexus 6 erscheint nächste Woche - doch nicht

    •  / 
    Zum Artikel