Staatstrojaner: Bundesjustizministerin würdigt Arbeit des CCC
Blick auf die Trojanersoftware auf dem Rechner von Dirk Engling vom CCC (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Staatstrojaner

Bundesjustizministerin würdigt Arbeit des CCC

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Arbeit des Chaos Computer Clubs bei der Aufdeckung der Funktionen des Staatstrojaners gelobt. Dieser soll zwischen 50- und 100-mal eingesetzt worden sein. Unterdessen denkt das Innenministerium über einen Nachfolger der umstrittenen Software nach.

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Das Chaos ist eigentlich Teil des Chaos Computer Clubs, doch für Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sind die Mitglieder keine Chaoten, sondern Experten. Dem Focus sagte sie: "Selten waren die Einschätzungen der Techniker so wichtig für den Gesetzgeber" und bezog sich damit auf die Analysearbeit des CCC rund um die Onlinedurchsuchungssoftware R2D2.

Unklarheit gibt es unterdessen über das Ausmaß des Einsatzes der Spionagesoftware. Laut Spiegel soll der Trojaner bundesweit mehr als 50-mal eingesetzt worden sein. Zeit Online berichtet sogar von rund 100 Fällen.

Als Konsequenz will die Justizministerin die rechtliche Grauzone, die den Staatstrojaner betrifft, abschaffen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat in der Zwischenzeit laut dem Focus dafür gesorgt, dass sich am kommenden Montag die IT-Experten von Bund und Ländern beraten. Sie sollen über die Konsequenzen der Trojaner-Affäre reden. Laut Spiegel werden dann am Donnerstag die Innenminister darüber beraten, ob es eine Zukunft für die staatliche Schadsoftware geben wird. Eine Alternative könnte eine durch das BKA programmierte Software sein. Deren Entwicklung habe bereits 680.000 Euro gekostet, so der Spiegel.

Der Staatstrojaner wurde am 8. Oktober 2011 überraschend vom Chaos Computer Club aufgedeckt. Erste Hinweise hatten Antivirenhersteller aber bereits im Dezember 2010. Der von F-Secure gefundene Skype Capture Unit Installer ist ein Teil des Staatstrojaners und soll sich verdächtig genug verhalten haben, so dass bereits Heuristiken die Installation verhinderten.


elgooG 17. Okt 2011

Du meinst eher Geeks, die sich mit Gadgets und Apple-Kram eindecken, Shirts mit dummen...

Himuralibima 17. Okt 2011

Die Vermutung liegt nahe. Der Firmeninhaber ist wegen Korruption vorbestraft.

Charles Marlow 17. Okt 2011

Irgendwie kein Wunder, wenn man sich die "Väter" des Grundgesetzes (und seine...

Heho 16. Okt 2011

in anderen Artikeln war bereits von nicht legitimierten Funktionen die Rede. Das war...

Charles Marlow 16. Okt 2011

Na und wie. Aber die Vorwürfe sind im Endeffekt dennoch korrekt.

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