Indect

Bundesregierung finanziert Überwachungsprojekt mit

Noch ist Indect ein Forschungsprojekt und wird von der EU gefördert. Das Ziel: die Überwachung von Bürgern durch Drohnen, die Gesichter und Verhalten erkennen. Auch deutsche Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt.

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Hinter dem Forschungsprojekt Intelligent Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment - kurz Indect - steht der Versuch, durch Gesichts- und Verhaltensmustererkennung flächendeckend potenzielle kriminelle Aktivitäten im Vorfeld zu erkennen und vermeintliche Täter sofort zu identifizieren.

Als Beispiel zeigt das Projekt einen Mann, der vor einem Auto nach seinem Schlüssel sucht. Dieses ungewöhnliche Verhalten - von einer Drohne oder einer Überwachungskamera aufgenommen - soll von einer Software ausgewertet werden. Passt das Verhalten der Zielperson in ein Muster, beginnt die Software mit einer Gesichtserkennung und gleicht das Bild nicht nur mit polizeilichen Datenbanken, sondern auch im Internet mit sozialen Netzwerken und Suchmaschinen ab, um das Gesicht zu identifizieren. Gleichzeitig meldet die Software den Vorfall an die Überwacher. Gerät die Person ins Visier der Ermittler, kann sie wiederum weiter überwacht werden, etwa durch Drohnen. Die Software soll aber auch die Verfolgung der Zielperson durch Überwachungskameras koordinieren.

Federführend wird das Projekt an der AGH University of Science and Technology in Krakau betreut. Aber auch deutsche Unternehmen, Universitäten und selbst Behörden sind an der Entwicklung von Indect beteiligt. Das BKA stellte seine Software mit dem Namen Fotofahndung auf Wunsch der Projektleitung vor, sei aber sonst nicht an dem Projekt beteiligt, berichtet das ARD-Fernsehmagazin Kontraste. Dort meldete sich auch Bundesdatenschützer Peter Schaar, der bestätigte, dass die "totale Überwachung" von Personen zumindest in Deutschland illegal ist.

Die deutsche Firma Innotec Data in Bad Zwischenahn arbeitet ebenfalls an der Entwicklung der Software und an den Drohnen, auf denen die Indect-Software eingesetzt werden soll. Auch die Universität Wuppertal soll an dem Projekt mitarbeiten.

Das Indect-Projekt wurde 2009 von der EU in Auftrag gegeben und mit 15 Millionen Euro ausgestattet, die über fünf Jahre verteilt in das Projekt fließen sollen. Eine Ethikkommission soll zwar die Arbeit des Projekts begleiten, allerdings fehlt laut dem Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (Fiff) eine unabhängige Instanz, die das Projekt überwacht. Das Fiff versucht selbst Informationen über Indect zu sammeln.

Laut dem Indect-Projekt soll die Überwachung bereits zur EM 2012 möglich sein. Auch zur Olympiade 2012 in London soll Indect eingesetzt werden. Laut Fiff habe die britische Regierung geplant, entsprechende Gesetze verabschieden oder ändern zu wollen, die den Einsatz von Indect ermöglichen. Bereits auf dem 27C3 hatte Sylvia Johnigk vom Fiff das Projekt Indect vorgestellt.


oberserviert 30. Okt 2011

das klingt alles sehr beängstigend,.... wenn man sich jetzt auch noch den bericht von...

ed_auf_crack 16. Okt 2011

und sich gefragt haben "iwe könne wir da noch viel mehr machen?

hroessler 16. Okt 2011

Nö, denn der Staat sieht dich bereits, wie jeder anderen Bürger auch, als potentielle...

tingelchen 15. Okt 2011

Hmm... mal überlegen. Es könnte etwa so enden: Jedem Menschen wird ein Chip implantiert...

falscherfuffziger 15. Okt 2011

....wenn sie zu Ihrer Zeit solche Methoden zur Bürgerüberwachung gehabt hätten. Und die...

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