Sicher offline: Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 tritt gegen Staatstrojaner an
(Bild: Ubuntu Privacy Remix)

Sicher offline

Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 tritt gegen Staatstrojaner an

Als Schutz vor staatlicher Überwachung kann Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 gelten. Das abgeschottete Live-System verbietet Zugriffe auf die lokale Festplatte und das Internet, wenn besonders schutzbedürftige Daten bearbeitet werden.

Anzeige

Das Ubuntu-Privacy-Remix-Team hat nach der Analyse des Chaos Computer Clubs zum Staatstrojaner die Version 10.04r2 (Codename Locked Lynx) vorgestellt. Das Live-System stellt einen "Schutz vor solcher Bespitzelung" dar, sagte Mark Preetorius vom Projektteam. Wie bisher werde eine lokale, abgeschottete Arbeitsumgebung bereitgestellt, die nicht für eine dauerhafte Installation auf der Festplatte geeignet ist und zur Bearbeitung besonders schutzbedürftiger Daten dient.

Ein Zugang zum Internet ist nicht möglich, auch auf lokale Festplatten, die vielleicht schon infiziert sind, kann nicht zugegriffen werden. "Das ist der Preis, den man für einen hohen Grad an Sicherheit zahlt", sagte Preetorius. Onlineverbindungen könnten nach dem Herunterfahren von Ubuntu Privacy Remix über das lokal installierte Betriebssystem hergestellt werden, das aber nie mit unverschlüsselten, sensiblen Daten in Kontakt komme. Über das Internet zu transportierende Dateien könnten vorher im Ubuntu Privacy Remix mit GnuPG für die Empfänger verschlüsselt werden.

Alle Benutzerdaten befinden sich ausschließlich auf verschlüsselten Wechseldatenträgern. "Erweiterte Truecrypt-Volumes" sichern nicht nur Nutzerdaten, sondern auch benutzerspezifische Konfigurationen oder PGP-Schlüssel auf Truecrypt-verschlüsselten Datenträgern oder Containern. Nach dem Öffnen des Volumes steht automatisch die benutzerspezifische Arbeitsumgebung zur Verfügung.

Der Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 (Release Candidate 1) basiert auf Ubuntu 10.04.3 und damit auf dem Stand der Ubuntu-Pakete vom 7. Oktober 2011 mit erweiterter Hardwareunterstützung und Sicherheitsupdates. Truecrypt, die freie Verschlüsselung, wurde auf Version 7.0a aktualisiert, "nachdem wir eine eigene gründliche Analyse des Codes von Truecrypt 7 durchgeführt haben", erklärte Preetorius. Die Analyse ist auf Deutsch und Englisch verfügbar. Dabei habe das Team "schwerwiegende Schwächen in dem Verfahren entdeckt, mit dem Truecrypt seine Schlüsseldateien verarbeitet".

Das zu Ubuntu Privacy Remix gehörende GNU-Privacy-Guard-Frontend wurde überarbeitet, fehlerbereinigt und mit neuen Funktionen versehen. So wurden die Schlüssel-IDs aus der PGP-Datei entfernt, um die Anonymität zu stärken.

Die zuvor recht komplizierte Handhabung von Truecrypt-Containern wurde vereinfacht und erfolgt nun vollständig im Dateimanager Nautilus. Ein eigener Assistent wurde erstellt und hinzugefügt.

Da der Release Candidate noch eine Version von Openoffice.org enthält, die für manipulierte Word-Dateien (CVE-2011-2713) anfällig ist, sollte der Release Candidate noch nicht im Produktivbetrieb eingesetzt werden.

Keinen Schutz bietet Ubuntu Privacy Remix vor Angriffen unterhalb der Betriebssystemebene, beispielsweise dem Einziehen einer Virtualisierungsschicht zwischen Hardware und dem Betriebssystem, was durch den Einbau speziell dafür manipulierter Hardware in den Computer möglich wäre. Auch Hardware-Keylogger können nicht abgewehrt werden.

"Wir haben keine eigene Analyse des Binarys gemacht, aber nach allem, was der Chaos Computer Club veröffentlicht hat, können wir davon ausgehen, dass der Trojaner - trotz aller handwerklichen Mängel - so konstruiert ist, dass Ermittlungsbehörden alles damit machen können. Also auch Anlegen, Lesen oder Verändern von Dateien, Audio- und Videoraumüberwachung und so weiter. Warum soll die Schnittstelle zum Nachladen von Code eingebaut worden sein, wenn nicht von Anfang an geplant war, sie auch einzusetzen?", sagte Preetorius Golem.de auf Anfrage zum Staatstrojaner.


__destruct() 12. Okt 2011

Ja, ich meine USB-Sticks. Ich meine aber nicht die normalen, die einen Zentimeter dick...

zilti 12. Okt 2011

Das ist ja mal wieder so eine typische Bullshit-Bingo-Marketing-Aktion. Ein Witz ist das...

posix 11. Okt 2011

Ich glaube eher das die meisten hier nicht viel von der Materie verstehen. Windows kann...

posix 11. Okt 2011

Wie immer dummes Gerede. Als ob du wüsstest wieviele Lücken der Linux Kernel hätte...

Kommentieren



Anzeige

  1. Web-Entwickler - Frontend (m/w)
    iWelt AG, Eibelstadt
  2. Informatiker (m/w)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  3. Software-Engineer/IT-Profess- ional (m/w)
    Allianz Managed Operations & Services SE, Stuttgart
  4. Produktmanager SEO (m/w)
    Computec Media GmbH, Fürth

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. NEU: 3 Blu-rays für 20 EUR
    (u. a. World War Z, Gesetz der Rache, Star Trek, True Grit, Parker)
  2. NEU: 3D Blu-rays zum Sonderpreis
    (u. a. Transformers 4 für 17,97€, Star Trek 12 für 13,97€, Hänsel und Gretel 13,97€)
  3. Jurassic Park 2 - Vergessene Welt - Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Metashop

    Zalando will innerhalb von 30 Minuten liefern

  2. Mathias Döpfner

    Axel-Springer-Chef wird Vodafone-Aufsichtsrat

  3. Goodgame Studios

    Wachstum mit der umsatzstärksten App aus Deutschland

  4. Volvo Lifepaint

    Reflektorfarbe aus der Dose schützt Radfahrer

  5. Projekt-Hosting

    Tagelanger DDoS-Angriff auf Github

  6. Samsung

    Galaxy S4 bekommt Lollipop

  7. Deutsche Bahn

    WLAN im Nahverkehr in einigen Jahren

  8. Lords of the Fallen

    Partner wirft Deck 13 "mangelhafte Ausführung" vor

  9. Galaxy S6 Edge im Test

    Keine ganz runde Sache

  10. Biohacking

    Nachtsicht wie ein Tiefseefisch



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Raspberry Pi 2: Die Feierabend-Maschine
Raspberry Pi 2
Die Feierabend-Maschine
  1. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster
  2. Raspberry Pi 2 Fotografieren nur ohne Blitz
  3. Internet der Dinge Windows 10 läuft kostenlos auf dem Raspberry Pi 2

Gnome 3.16 angesehen: "Tod der Nachrichtenleiste"
Gnome 3.16 angesehen
"Tod der Nachrichtenleiste"
  1. Server-Technik Gnome erstellt App-Sandboxes
  2. Display-Server Volle Wayland-Unterstützung für Gnome noch dieses Jahr
  3. Linux Gnome-Werkzeug soll für bessere Akkulaufzeiten sorgen

Openstack: Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
Openstack
Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
  1. Cebit 2015 Das Open Source Forum debattiert über Limux

  1. Re: Kann amazon da nichts machen?

    RapidStrikeCS-18 | 19:29

  2. Re: ähm

    Der mit dem Blubb | 19:29

  3. Re: Ruckelorgie. Mit jedem update schlechter

    plutoniumsulfat | 19:28

  4. Zalando soll bitte einfach nur pleite gehen

    Unix_Linux | 19:28

  5. Re: Nichts für Ungut, aber...

    Moe479 | 19:28


  1. 19:05

  2. 16:54

  3. 16:22

  4. 14:50

  5. 13:48

  6. 12:59

  7. 12:48

  8. 12:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel