Auf die Voreinstellung kommt es an, meint der VZBV.
Auf die Voreinstellung kommt es an, meint der VZBV. (Bild: VZBV)

Onlinepetition

Datenschutz als Voreinstellung und nicht als Option

Deutsche Verbraucherschützer wollen ein Gesetz, mit dem datenschützende Voreinstellungen ("Privacy-by-Default") verpflichtend werden. Bürger können das nun durch Unterzeichnung einer Onlinepetition unterstützen.

Anzeige

Unter dem Motto "Weniger Stress im digitalen Leben" fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eine Pflicht zu datenschützenden Voreinstellungen bei technischen Geräten und Diensten. Diese müssten maximalen Datenschutz gewährleisten, auch ohne dass Menschen sich vor der ersten Nutzung darüber informieren, was über sie preisgegeben wird und wo sie die Einstellungen ändern können.

Dazu fehle vielen die Zeit oder die Erfahrung, so die Verbraucherschützer. "Die Kontrolle über persönliche Daten darf kein Expertenprivileg sein", so VZBV-Vorstand Gerd Billen. Um das zu ändern, könnte die anstehende Novelle des Telemediengesetzes genutzt werden, um datenschützende Voreinstellungen gesetzlich zu verankern, auch wenn dies dann vorerst nur für Internetdienste gelte.

Einen Vorschlag zur Gesetzesänderung gibt es bereits. Der Bundesrat hatte ihn am 17. Juni 2011 auf Initiative Hessens auf den Weg gebracht. Der Vorschlag sieht neben der Pflicht zu maximalen Datenschutzeinstellungen auch die automatische Löschung inaktiver Accounts in sozialen Netzwerken vor. "Der VZBV unterstützt diese Forderungen", heißt es seitens der Verbraucherschützer.

Die Bundesregierung hätte hingegen am 4. August 2011 erklärt, zunächst eine Lösung auf europäischer Ebene anzustreben. Das reicht dem VZBV-Vorstand aber nicht: "Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen", so Billen. "Eine EU-Regelung würde mindestens noch drei Jahre auf sich warten lassen."

Ein Gesetz könnte vorschreiben, dass standardmäßig nur so viele Daten erfasst, verarbeitet und weitergegeben werden, wie für die Nutzung unbedingt erforderlich ist - das Prinzip wird auch "Privacy-by-Default" genannt. Das soll Nutzer in die Lage versetzen, sich bewusst für oder gegen eine Einstellung zu entscheiden. Und es soll auch erfahrenen Nutzern zugutekommen, die fürchten, dass plötzlich Daten gegen ihren Willen verwendet und verbreitet werden, weil sie eine Entwicklung oder ein neues Feature verpasst haben.

Entsprechende Regelungen wären nicht nur für soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ von Bedeutung. Datenschützende Voreinstellungen sind laut VZBV "auch bei technischen Geräten, Softwareprodukten, Gewinnspielen oder im Versandhandel bedeutsam". Mittelfristig sei deshalb eine Verankerung im Bundesdatenschutzgesetz erforderlich.

Der VZBV ruft deshalb deutsche Bürger dazu auf, sich an der Onlinepetition für die gesetzliche Verankerung datenschützender Voreinstellungen zu beteiligen.


Lokster2k 06. Okt 2011

Klingt nach einer ausgereiften und logisch durchdachten Methode, lesenswerte von...

Sharra 04. Okt 2011

Überlass das ruhig den Deutschen, die regulieren die Welt schon kaputt.

Kommentieren


inside-handy.de Handy-News / 05. Okt 2011

Verbraucherschützer fordern die richtige Voreinstellung



Anzeige

  1. IT-Systemkaufmann (m/w) Schwerpunkt Datenaustausch SAP-RE / NON-SAP
    BRUNATA Wärmemesser GmbH & Co. KG, München
  2. Softwareentwickler (m/w) für Logistik-Projekte
    WITRON Gruppe, Parkstein Raum Weiden / Oberpfalz
  3. Teamleiter Systementwicklung Hilfesysteme (m/w)
    ADAC e.V., München
  4. Web Analyst (m/w) Europe
    Rakuten Deutschland GmbH, Berlin

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: Blu-rays unter 10 EUR
    (u. a. 96 Hours Taken 2 für 8,99€, Godzilla 9,97€, Erbarmen 9,97€, Cloud Atlas 7,99€, Der...
  2. NEU: PlayStation 4 Konsole inkl. FIFA 15
    399,00€
  3. NEU: Assassins Creed Unity PC Download
    29,97€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Jessie

    Erster Release Candidate für neuen Debian-Installer

  2. Biicode

    Abhängigkeitsverwaltung für C/C++ soll Open Source werden

  3. Mobilfunk

    O2 schaltet LTE-Nutzung für alle Blue-Tarife frei

  4. Broadwell-Mini-PC

    Gigabytes Brix ist noch kompakter als Intels NUC

  5. Cyanogen Inc.

    "Wir versuchen, Google Android wegzunehmen"

  6. Dobrindt

    A9 soll Teststrecke für selbstfahrende Autos werden

  7. Spionage oder Imageaufwertung?

    Deutsche Behörden nennen es Social Media Intelligence

  8. 2004 BL86

    Asteroid kommt der Erde ziemlich nahe

  9. Innenminister

    Immer mehr Bodycams für Polizisten

  10. Whistleblower

    FBI spähte über Google Wikileaks-Aktivisten aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Erpressung und Geldwäsche: Polizei kommt bei Cybercrime nicht hinterher
Erpressung und Geldwäsche
Polizei kommt bei Cybercrime nicht hinterher
  1. Malware BSI will Zwangstrennung infizierter Rechner vom Internet
  2. Cybercrime Trotz 300 Cyber-Ermittlern bleibt Aufklärungsquote gleich
  3. Cybercrime HP eröffnet Cyber-Abwehrzentrum in Böblingen

Heimkino-Raumklang von oben: Dolby Atmos klingt gut, Auro 3D klingt besser
Heimkino-Raumklang von oben
Dolby Atmos klingt gut, Auro 3D klingt besser
  1. DTS:X Probe gehört Dolby-Atmos-Konkurrent arbeitet mit Deckenlautsprechern
  2. Surround-Sound Holpriger Start für Blu-ray-Discs mit Dolby Atmos
  3. Interstellar in 70 mm Berliner Zoo Palast schiebt die Digitalprojektoren beiseite

Neues Betriebssystem: Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
Neues Betriebssystem
Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
  1. Microsoft Nicht alle Windows-Phone-Smartphones erhalten Windows 10
  2. Surface Hub Microsoft zeigt Konferenzsystem mit Digitizer und Windows 10
  3. Hololens mit Windows Holodeck-Zeitalter mit einer autarken Datenbrille

    •  / 
    Zum Artikel