Boot to Gecko

Erste Prototypen mit Mozillas Betriebssystem

Unter dem Namen "Boot to Gecko" arbeitet Mozilla seit einiger Zeit an einem eigenen Betriebssystem: Noch im Oktober will Mozillas Technikchef Brendan Eich eine erste Version demonstrieren, verriet er im Gespräch mit Golem.de am Rande der jsConf.eu in Berlin.

Anzeige

Linux als Kernel und ein GUI mit Webtechnik, dargestellt von Mozillas Rendering-Engine Gecko, die auch in Firefox zum Einsatz kommt - das ist die Grundidee hinter Mozillas Betriebssystem. Die Basis des Betriebssystems stellt Android bereit, wobei nur Kernel, Treiber und die libc verwendet werden. Alles andere soll im Browser laufen, so Mozilla-CTO Brendan Eich im Gespräch mit Golem.de. Er kündigte an, Boot to Gecko auf der Web 2.0 Expo in New York (10. bis 13. Oktober 2011) erstmals zu demonstrieren. Erste Prototypen laufen bereits mit Mozillas Betriebssystem.

Die Idee ähnelt Googles Chrome OS, Mozilla will das Projekt aber nutzen, um die Möglichkeiten des Web zu erweitern. Die heute fehlenden Schnittstellen sollen letztendlich mit neuen Webstandards geschaffen werden, so dass in Mozillas Betriebssystem auch jede andere Browser-Engine, die entsprechende Standards unterstützt, verwendet werden kann.

Dabei geht es unter anderem um Telefoniefunktionen, SMS, Zugriff auf Kameras, USB, Bluetooth und NFC. Während solche APIs nativen Applikationen unter iOS oder Android zur Verfügung stehen, haben Entwickler von Webapplikationen keinen Zugriff auf diese Schnittstellen. Und das will Mozilla mit seinem Projekt Boot to Gecko ändern, denn es gebe keinen Grund, warum diese Funktionen nicht über Web-APIs zur Verfügung gestellt werden, so Eich. Es gebe einige Probleme im Hinblick auf Sicherheit zu lösen, so dass der Nutzer entscheidet, welche Daten einer Applikation zur Verfügung gestellt werden, aber genau daran wird im Rahmen von Boot to Gecko gearbeitet.

Handhelds und Tablets im Fokus

Mozillas Betriebssystem soll in erster Linie auf Handhelds und Tablets zum Einsatz kommen und Systemen wie iOS, Android und Windows Phone 7 Konkurrenz machen. Die Mozilla-Entwickler gehen davon aus, dass sie in diesem Bereich am meisten bewirken können.

Neben den neuen APIs für Webapplikationen soll Mozillas Webbetriebssystem ein Rechtemodell bieten, um sicherzustellen, dass die neuen Möglichkeiten auf sichere Art und Weise zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen parallel Webapplikationen entwickelt werden, die die Möglichkeiten des Systems aufzeigen. Als bereits existierendes Beispiel für dieses Vorgehen nennen die Entwickler den in Javascript realisierten PDF-Renderer pdf.js.

Web statt proprietäre Plattformen

Mozilla geht es bei Boot to Gecko darum, das Web weiterzuentwickeln, nicht darum, eine neue Plattform zu schaffen. Was für Boot to Gecko entwickelt wird, soll auch in Browsern zur Verfügung stehen, so dass Applikationen, die in Boot to Gecko laufen, auch in Firefox und jedem anderen modernen Browser funktionieren. Auch passende App Stores soll es geben, wobei Mozilla auch hier auf Webstandards setzt, damit jeder einen App Store betreiben und Entwickler ihre Applikationen auch weiterhin selbst vertreiben können.

Zwar geht Google mit Chrome OS einen ähnlichen Weg, bindet die entsprechenden Apps aber an seine eigene Infrastruktur, so dass Angry Birds für Google Chrome über den Chrome Web Store erhältlich ist, obwohl das Spiel auch in Firefox läuft, so Eich. Geht es nach Mozilla, müssen Entwickler ihre Applikationen nur einmal für das Web schreiben und nicht für unterschiedliche proprietäre Plattformen.

Boot to Gecko sei dabei nur als Codename zu verstehen, denn eigentlich gehe es eher darum, "ins Web zu booten", unabhängig davon, welche Browserengine letztendlich zum Einsatz kommt. So könne statt Gecko euch Webkit, Presto (Opera) oder Trident (Microsoft) verwendet werden.

Gerätehersteller sind interessiert

Bei Herstellern von Smartphones und Tablets stößt Mozillas Initiative auf großes Interesse, so Eich. Das habe sich mit Ankündigung der Übernahme von Motorola durch Google noch weiter verstärkt. Namen nennen könne er aber derzeit noch keine, so Eich. Wann Boot to Gecko fertig sein soll und erste Geräte damit auf den Markt kommen werden, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Der Code des Projekts B2G aber steht schon jetzt auf Github frei zur Verfügung. Dort wird auch erläutert, wie sich Boot to Gecko auf einem Samsung Galaxy S2 und einem Nexus S 4G aus dem Quellcode installieren lässt.


drcmda 28. Feb 2012

der typ schaut schon aus als waer er komplett zugedroehnt. seit einer dekade verhindern...

Schnarchnase 04. Okt 2011

Steht doch schon im Artikel, es geht hauptsächlich darum neue Standards im Web zu...

tingelchen 04. Okt 2011

Du solltest mal deinen Rechner aufräumen. Bei mir wird der FF seit den letzten Versionen...

7hyrael 04. Okt 2011

hätte er SeaMonkey geschrieben wäre es schon zutreffender gewesen...

Kommentieren




Anzeige
  1. Softwareentwickler / Softwareentwicklerin
    BBF GmbH, München und Dresden
  2. Head of Development (m/w)
    aboutbooks GmbH, München
  3. IT-Projektmitarbeiter (m/w) DB / Logistiksoftware
    transmed Transport GmbH, Regensburg
  4. Stellvertretender Teamleiter (m/w) IT-Helpdesk
    Rhenus AG & Co. KG, Holzwickede

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  2. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop

  3. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs

  4. Adobe

    Photoshop Express jetzt auch für Windows 8

  5. Browser

    Firefox blinkt nicht mehr

  6. Tallinn-Manual

    Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

  7. Clark Asay

    Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?

  8. Massenentlassung

    Überleben von Rapidshare steht infrage

  9. Razer Atrox

    Arcade- und Mod-Controller für die Xbox 360

  10. Opensuse

    Erster Milestone für Opensuse 13.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphones: Windows Phone erstmals vor Blackberry auf Platz drei
Smartphones
Windows Phone erstmals vor Blackberry auf Platz drei

Im ersten Quartal 2013 wurden erstmals mehr Smartphones mit Windows Phone als mit der Blackberry-Plattform verkauft, berichten die Marktforscher von IDC. Damit widersprechen sie den Analysen von Gartner, die Blackberry weiter auf dem dritten Platz sehen.

  1. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  2. Snapzoom Mit dem Smartphone durchs Fernglas gucken
  3. Handymarkt Über ein Viertel aller verkauften Handys sind von Samsung

Quantum Artificial Intelligence Lab: Google quantencomputert mit der Nasa
Quantum Artificial Intelligence Lab
Google quantencomputert mit der Nasa

Google und die Nasa haben gemeinsam eine Forschungseinrichtung für künstliche Intelligenz gegründet. Mit Hilfe eines Quantencomputers wollen sie unter anderem bessere Vorhersagemodelle entwickeln.

  1. DNNresearch Google-Suche engagiert Wissenschaftler für neuronale Netze

XPS 10 und Surface: Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
XPS 10 und Surface
Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets

Zwei Hersteller von Windows-RT-Tablets haben die Preise ihrer Geräte gesenkt, für einige deutlich. Dell senkt die Preise direkt um ein Drittel und Microsoft gibt das ziemlich teure Type oder Touch Cover dazu. Die nächste RT-Generation soll sogar noch billiger werden.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter
  3. Windows-Tablet Microsoft wird neue Surface-Serie ankündigen

Zum Artikel