Digitale Archäologie

Mediendesigner macht Geocities zu digitalem Pompeji

Der Mediendesigner Richard Vijgen lässt die Webseiten, die bei Geocities gehostet waren, wieder auferstehen: Der Nutzer kann durch das Angebot wie durch eine Ruinenstadt streifen.

Anzeige

Im digitalen Zeitalter wird auch Archäologie digital: Der Mediendesigner Richard Vijgen hat eine Visualisierung der Websites erstellt, die beim Hostingdienst Geocities gespeichert waren. Deleted City, gelöschte Stadt, nennt der Niederländer das Projekt. Der Nutzer kann die Stadt wie ein digitales Pompeji erkunden.

Vijgen nimmt die von Geocities geschaffene Stadt-Metapher auf und setzt sie visuell um: Deleted City stellt das Dateisystem von Geocities als eine interaktive, digitale Straßenkarte dar, durch die der Nutzer navigiert. Die Größe der Stadtviertel, im Original Neighborhoods genannt, war thematisch geordnet. Seiten in Hollywood etwa beschäftigten sich mit Film. Auf dem Capitol Hill ging es um Politik, in Cape Canaveral um Wissenschaft, Technik und Raumfahrt.

Digitale Ruinenstadt

Die Größe einer Neighborhood auf der Karte richtet sich nach der Menge der Daten, die darin enthalten sind. Der Nutzer kann durch die digitale Stadt streifen und die einzelnen Viertel näher erkunden. Je weiter er in eines hineinzoomt, desto mehr Details werden sichtbar - bis hin zu einzelnen HTML-Seiten und Bildern. Während der Nutzer durch die digitalen Ruinen scrollt, werden "nahegelegene Midi-Dateien abgespielt", beschreibt Vijgen.

Gedacht sei das digitale Pompeji als eine Installation auf einem großen Touchscreen, der etwa in einer Galerie hängen könne, sagte Vijgen der britischen Ausgabe des Technologiemagazins Wired. Er könne sich aber vorstellen, dass sich die Deleted City auch gut auf einem iPad mache.

2009 geschlossen

Geocities war ein Hostinganbieter, bei dem Nutzer kostenlos eine eigene Website einrichten konnten. Der Dienst gehörte in den 90er Jahren zu den meistbesuchten Websites. 1999 kaufte Yahoo den Hoster für 3,5 Milliarden US-Dollar. Zehn Jahre später schloss das Internetunternehmen den Dienst.

Das Archive Team um den Webarchivar Jason Scott konnte Daten von Geocities retten und stellte sie als 650 GByte großes Torrent-File bereit. Scott hat Ende der 90er Jahre das Angebot Textfiles eingerichtet, in dem die Daten von Mailboxen, auch Bulletin Board Systems (BBS), archiviert sind.


elitezocker 01. Okt 2011

Folgt man den Links die über Golem publiziert sind, kommt man zum torrent-file http...

demon driver 01. Okt 2011

Seit wann ist Bedingung für einen Webhosting-Service, dass sich nachher jemand dafür...

demon driver 01. Okt 2011

Hä? Den Leuten ist durch die Abschaltung der Sites Schaden entstanden, nicht durch deren...

demon driver 01. Okt 2011

Vielleicht für dich nicht. Für manch einen, der dort ein sinnvolles Angebot unterhielt...

spambox 29. Sep 2011

Auf der Website des Künstlers sind Bilder und ein Film von einer Hand, die über ein...

Kommentieren




Anzeige
  1. Inhouse Consultant (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  2. IT-Projektmitarbeiter (m/w) DB / Logistiksoftware
    transmed Transport GmbH, Regensburg
  3. IT-Ausbilder (m/w) für den technischen Ausbildungsbereich
    ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München
  4. SAP Modulbetreuer mit dem Schwerpunkt Logistik (m/w) Betriebswirtschaftliche Systeme
    CQLT SaarGummi Deutschland GmbH, Wadern-Büschfeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. vCloud Hybrid Service

    VMware startet eigene Public-Cloud

  2. Google-Smartphone

    Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft

  3. Google

    Chrome 27 lädt Webseiten schneller

  4. Curvace

    Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht

  5. Agent

    Neue Smartwatch wird drahtlos geladen

  6. Xbox One

    Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One

  7. Microsoft

    Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

  8. Datennetz

    Bundesweite Störung beim mobilen Internet der Telekom

  9. Heavy Gear Assault

    Mech-Action auf Basis der Unreal Engine 4

  10. Superkondensator

    Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Hochauflösend: Samsung zeigt Notebookdisplay mit 3.200 x 1.800 Pixeln
Hochauflösend
Samsung zeigt Notebookdisplay mit 3.200 x 1.800 Pixeln

Samsung will auf der Messe Display Week ein Display im Format 13,3 Zoll vorstellen, das Apples Retina-Modelle in den Schatten stellt. Es soll eine Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln bieten. Auch für Tablets und Smartphones werden neue Displays präsentiert.

  1. LG Flexibles OLED für gewölbte Smartphones
  2. Lotus XT Glas Neues Corning-Schutzglas für 2 Meter breite Bildschirme
  3. Krystalboard Elektronische Schultafel wird per Knopfdruck gesäubert

Apple-Tablet: Produktion des iPad 5 soll im Juli anlaufen
Apple-Tablet
Produktion des iPad 5 soll im Juli anlaufen

Das iPad 5 soll dank neuer Displaytechnik flacher und leichter werden als das aktuelle Modell. Die Testproduktion soll in Kürze anlaufen und bereits ab Juli 2013 soll die Massenherstellung starten, heißt es in einem unbestätigten Bericht.

  1. iPad 5 Produktion des neuen iPads beginnt in Kürze

Tallinn-Manual: Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern
Tallinn-Manual
Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

Das Tallinn-Manual der Nato, das im Cyberwar das Töten von Hackern erlaubt, beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. "Es obliegt nicht der Bundesregierung, eine breite gesellschaftliche Debatte über die Regeln zu führen", heißt es trocken.

  1. Cyberwar Experten halten Stuxnet-Einsatz für Gewaltanwendung
  2. Cyberwar BND errichtet Abteilung zur Abwehr von Hackerangriffen
  3. Cyber Defense Nato-Papier gibt Hacker zum Abschuss frei

Zum Artikel