Cut vs. Uncut

Die Damokles-Schere

Kein rotes Blut, sondern olivgrünes, Roboter statt Soldaten: Hersteller entschärfen ihre Spiele, um der Gefahr einer Indizierung zu entgehen. In der Gamer-Gemeinde lösen die nachträglichen Änderungen stets Empörung aus. Es gibt jedoch nicht nur negative Stimmen, sondern durchaus eine sachliche Diskussion.

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"100 % Uncut": Dieser Schriftzug auf Spielecovern gleicht einem Gütesiegel. Die Botschaft ist klar: Wer dieses Spiel kauft, der bekommt für sein Geld garantiert unverfälschte, kompromisslose Unterhaltung - und keine zurechtgestutzte Konsensware. Der Käufer darf sich ein bisschen rebellisch fühlen, hat er doch die "Zensur" umgangen. Der Publisher indes glänzt als Verfechter der Meinungsfreiheit. Doch viele informierte Spieler lassen sich von derart kalkulierter Werbung nicht mehr in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen. Diese mündigen Konsumenten benötigen keine plakativen Zusatzargumente: Sie informieren sich selbst. Zum Beispiel auf Schnittberichte.com, das die Unterschiede zwischen "cut" und "uncut" haarklein dokumentiert - und so manche falsche Behauptung entlarvt.

Unter Beobachtung

Schnittberichte.com ist die zentrale Anlaufstelle für Uncut-Fans in Deutschland. Nicht weniger als 220 Autoren haben dort bislang rund 7.200 Schnittberichte zu Games, Filmen, TV-Serien, Musik und Comics veröffentlicht. Über die deutsche Version des Shooters Sniper: Ghost Warrior (Cover-Aufdruck: "100 % Uncut") schreibt Schnittberichte.com Folgendes: "Wie ein ausführlicher Vergleich der deutschen und der PEGI-Version zeigte, sind im Intro des Spiels alle Bluteffekte entfernt worden. Diese Entscheidung seitens City Interactive erscheint umso erstaunlicher, da eine der zensierten Szenen in unzensierter Form auf der Rückseite des deutschen Covers zu finden ist. Besonders dreist ist natürlich, dass auf dem Cover des Spiels behauptet wird, es sei unzensiert. Somit wird der deutsche Kunde einmal mehr in die Irre geführt (man erinnere sich nur an Modern Warfare 2). Auch wenn die Zensuren gering ausfallen, ist diese absichtliche Falschinformation äußerst ärgerlich."

Die Kritik mag in diesem Fall kleinlich wirken, zeigt aber, wie empfindlich besonders Shooter-Fans auf jede Art von "Selbstzensur" reagieren. Die Foren der großen Gaming-Portale sind voll von "Uncut"-Threads, jede Nachricht zum Thema wird eifrig kommentiert, allein mit der Diskussion um die Flughafenszene in Modern Warfare 2 ließen sich mittlerweile dicke Bücher füllen.

Für Publisher birgt die hohe Aufmerksamkeit natürlich auch Vorteile: Erscheint ein Gears of War 3, ein Rage oder ein Resistance 3 ungeschnitten, verkünden die Firmen die frohe Botschaft schon Monate im Voraus - mit entsprechendem Prestigegewinn. Droht hingegen "Zensur", wandern die Spieler massenhaft zu Importhändlern aus UK und Österreich ab, um auf jeden Fall ein ungeschnittenes Exemplar zu bekommen. Schnell gerät in den Hintergrund, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen zum Thema gibt. Nicht jeder Fan gewalthaltiger Spiele ist ein knallharter Verfechter von "Uncut" - das zeigen auch unsere Gespräche mit vier Vertretern der Community.

'Spiele sind Kunstwerke' 

AdmiralAckbar 20. Sep 2011

http://de.wikipedia.org/wiki/Saw_III Hier steht das nur ein Bestimmte versionen indiziert...

spanther 13. Sep 2011

Weil "er" es so "für dich" bestimmt hat? Na ist doch ganz klar! ;D Games don't harm...

nero negro 13. Sep 2011

Ja, genau, wenn der Staat andere zwignt, sich selbst zu zensieren, dann zensiert der...

spanther 12. Sep 2011

Japs! :) ROFL? xD Aha ^^ Ist ja Mist X.x Kann ich mir vorstellen -.-'

Ekelpack 12. Sep 2011

schaue ich mit Steam an, ist der Hinweis auf eine "low violence"-, "cut"- oder sonstwas...

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