Datenpanne

Journalistenverband gegen Strafverschärfung wegen Wikileaks

Siegfried Kauders Vorstoß zur Verschärfung des Presserechts wegen der Datenpanne bei Wikileaks stößt auf Protest. Der Unionspolitiker will abschreckende Strafen für Medien, die streng vertrauliche Informationen veröffentlichen.

Anzeige

Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich gegen den Vorstoß von Siegfried Kauder (CDU) gewandt, der wegen der Datenpanne bei Wikileaks die Strafvorschriften für Geheimnisverrat verschärfen und damit die Pressefreiheit einschränken will.

Kauder, der Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages ist, nannte im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung die Strafvorschriften zum Geheimnisverrat "unbefriedigend". Kauder: "Der Fall Wikileaks belegt, dass streng vertrauliche Informationen effektiver geschützt werden müssen." Nach seiner Aussage soll künftig "für klassische Medien wie für Internetplattformen jede Veröffentlichung tabu sein, die Menschen in Gefahr bringen kann". Gegen die Verantwortlichen in den Medien müsse es die Möglichkeit für abschreckende Strafen geben. "Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, aber auch für sie gibt es Grenzen", betonte der Unions-Rechtsexperte.

"Das würde das Ende des kritischen Journalismus in Deutschland bedeuten", kritisierte der Chef des Journalisten-Verbands, Michael Konken. Mit diesem völlig untauglichen Vorschlag mache Kauder Anleihen beim ungarischen Mediengesetz, das die Freiheit des Journalismus de facto abgeschafft habe. "Wer soll vor der Veröffentlichung von Artikeln kontrollieren, wie deren Auswirkungen auf die Menschen sein könnten? Will Herr Kauder in Deutschland wieder die Zensur einführen?", fragte Konken.

Kauder will nicht zum ersten Mal die Pressefreiheit einschränken: Im November 2010 hatte er wegen der Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland gefordert, dass die Medien gesetzlich verpflichtet werden müssten, in solchen Fällen nicht über mögliche Anschlagsziele zu berichten.

Derzeit behandelt die Regierungskoalition einen Gesetzentwurf, mit dem die Pressefreiheit im Strafrecht gestärkt werden soll. Das von der FDP initiierte Gesetz will Ermittlungen und Strafen gegen Medienvertreter grundsätzlich ausschließen, wenn diese Dienstgeheimnisse veröffentlichen. "Das Bundeskabinett hat aus gutem Grund Schluss gemacht mit der Kriminalisierung von Journalistinnen und Journalisten, die brisantes Material veröffentlichen", sagte Konken.


Baron Münchhausen. 04. Sep 2011

Ist er gerade aufgewacht? Ich finde die Prioritätensetzung genial! Abschreckende Strafen...

ChaosGeek 02. Sep 2011

Armseelig wenn nur noch noch ein fader Spruch ueber vermeintlich fehlerhafte...

Ama 02. Sep 2011

Nichts Neues. In den USA, beispielsweise, hat Daniel Ellsberg mit seinen Pentagon Papers...

DerKleineHorst 02. Sep 2011

Beim ersten Mal direkt entlassen ist vielleicht hart, besonders wenn das Urteil aus den...

ChaosGeek 02. Sep 2011

Das sind wir doch spaetestens seit Frau Aygül Özkan (CDU) bereits gewohnt. Die...

Kommentieren




Anzeige
  1. Akademische/-r Mitarbeiter/-in - Software-Engineering und Mobile Systeme
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  2. Senior Java Entwickler für Wartung und Support (m/w)
    NEO Business Partners GmbH, Hannover
  3. IT-Anwendungsentwickler (m/w)
    HERMES SCHLEIFMITTEL GMBH & CO. KG, Hamburg
  4. Sachbearbeiter (m/w) Organisation Prozessmanagement IT
    BauGrund Immobilien-Management GmbH, Bonn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nintendo 3DS

    Neue Firmware erweitert Mii-Lobby

  2. Photofast

    MicroSD-Laufwerke für Macbooks

  3. Zoom H6

    Sechs-Spur-Audiorekorder mit Wechselmikrofonen

  4. Sharp

    Hocheffiziente Solarzelle mit 44 Prozent Wirkungsgrad

  5. Intel MIC

    Xeon Phi in neuen und kompakten Formen

  6. Ex-US-Vizepräsident

    Cheney verdächtigt Edward Snowden der Spionage für China

  7. Systemtool

    CPU-Z für Android zeigt Takt und Systemdaten

  8. Opt-out-Zwang

    Großbritannien führt ab 2014 Pornofilter für alle ein

  9. Gearbox vs 3D Realms

    Millionenstreit um Duke Nukem Forever

  10. ISC 2013

    Telekom und Alcatel-Lucent zeigen 400 GBit/s



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elektromobilität: Bosch bietet drahtloses Ladesystem für Elektroautos
Elektromobilität
Bosch bietet drahtloses Ladesystem für Elektroautos

Ein drahtloses System soll das Laden von Elektroautos bequemer machen: Der Fahrer stellt das Auto einfach über einer Station auf dem Boden ab und der Strom wird per Induktion in den Akku übertragen.

  1. Elektroauto Aus Twizy wird ein Rennbolide
  2. Colibri Elektroeinsitzer mit ungewöhnlicher Sitztechnik
  3. Elektromobilität Fisker entlässt Großteil der Belegschaft

Überwachungsskandal: NSA hört offenbar Telefone ohne Gerichtsbeschluss ab
Überwachungsskandal
NSA hört offenbar Telefone ohne Gerichtsbeschluss ab

Die NSA hat laut einem US-Abgeordneten bestätigt, dass der Geheimdienst Telefonate ohne Gerichtsbeschluss abhört - auch von US-Bürgern. Welche das sind, entscheidet jeweils ein NSA-Analyst. Derweil streiten Google und Twitter mit Microsoft um die Veröffentlichung der Fisa-Anfragen.

  1. Prism EU-Kommission verlangt Auskunft zu Überwachungsprogramm
  2. EU Regierung verteidigt Blockade der EU-Datenschutzverordnung
  3. Prism Google will Fisa-Anfragen veröffentlichen

Wolfenstein angespielt: Makabere Naziszenen mit Action
Wolfenstein angespielt
Makabere Naziszenen mit Action

E3 2013 Morbider Humor im Stil von Inglourious Basterds und knallige Action auf Basis der id-Tech-5-Engine: In Wolfenstein - The New Order gerät der Spieler in den 1960er Jahren unter Nazis.

  1. Bethesda Neues Wolfenstein auf Basis von id Tech 5

Zum Artikel