Wikileaks

Depeschen verschlüsselt im Internet verteilt

Wikileaks hat begonnen, eine verschlüsselte Datei über Bittorrent zu verteilen. Offenbar handelt es sich um den gesamten Bestand der Botschaftsdepeschen. Wikileaks ruft dazu auf, zu votieren, ob die Dateien veröffentlicht werden sollen. Die Depeschen kursieren wohl bereits unverschlüsselt im Netz.

Anzeige

Nachdem Wikileaks bereits gestern bestätigt hat, dass die Botschaftsdepeschen aufgrund eines Datenlecks unverschlüsselt im Internet kursieren, hat Wikileaks gestern begonnen, eine verschlüsselte Datei mit bereits zugänglichen, aber auch unredigierten und unveröffentlichten Dokumenten über Bittorrent zu verteilen. Über Twitter ruft Wikileaks dazu auf zu votieren, ob das Passwort für die Datei nachgeliefert werden soll.

Derweil werden immer mehr Details bekannt, wie es zu dem Datenleck kommen konnte. Laut Wikileaks waren die Daten ursprünglich für den Guardian bestimmt, der im Rahmen eines Abkommens mit Wikileaks das Material zunächst redigieren sollte, bevor es auf der Wikileaks-Plattform veröffentlicht wurde. Assange hatte die Dokumentensammlung in einem versteckten Verzeichnis für den Guardian abgelegt - wie sich herausstellte just auf dem Server, von dem Daniel Domscheit-Berg ein Backup machte.

Guardian-Redakteur David Leigh berichtete über sein Treffen mit Assange in seinem Buch "Inside Julian Assange's War on Secrecy". Assange habe Leigh nicht das komplette Passwort schriftlich übergeben, sondern auch eine mündliche Ergänzung. Beide schrieb Leigh in seinem Buch nieder. Nach den DDoS-Angriffen auf Wikileaks-Webseiten, die im Zuge der ersten Veröffentlichungen der Botschaftsdepeschen stattfanden, hatten Aktivisten die gesamten Inhalte von Wikileaks samt Veröffentlichungssystem und Botschaftsdepeschen auch per Bittorrent im Netz verteilt - als Backup.

Als Domscheit-Berg den Server, von dem er ein Backup machte, abschaltete, war Wikileaks nicht mehr zu erreichen. Der Streit zwischen ihm und Assange eskalierte, als der Wikileaks-Aktivist die Herausgabe der Daten über seinen deutschen Anwalt forderte. Domscheit-Berg verweigerte die Übergabe mit der Begründung, die Daten seien bei Wikileaks nicht mehr sicher und er wolle die Quellen schützen. Inzwischen war Assange in England wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zweier Frauen in Schweden und Großbritannien verhaftet worden.

In den Streit um die Herausgabe der Daten wurde auch der Chaos Computer Club involviert, er gipfelte zuletzt in dem Ausschluss Domscheit-Bergs auf dem Chaos Computer Camp, der dort seine Openleaks-Plattform vorstellen wollte. Der Openleaks-Gründer hat inzwischen seinen Ausschluss akzeptiert, bleibt aber nach wie vor Mitglied im Chaos Computer Club Berlin.

Einer der Kooperationspartner von Openleaks ist die Wochenzeitung Freitag, der ein Openleaks-Aktivist offenbar verriet, wo die Datei im Internet und das Passwort in Leighs Buch zu finden waren. Zwar verrät ein später dazu veröffentlichter Artikel nicht explizit wo, deutet aber zumindest den Zusammenhang an.

Auf der Plattform Pastebin tauchten wenig später die versteckte Datei und das dazugehörige Passwort auf.

Wikileaks hatte bereits am 25. August 2011 das US-Außenministerium davon unterrichtet, dass die Daten im Umlauf seien, um mögliche Informanten vorzuwarnen. Außerdem will Wikileaks rechtliche Schritte gegen den Guardian und "Personen in Deutschland" einleiten. Der Guardian wies die Vorwürfe inzwischen zurück. Der Zeitung wurde gesagt, dass das Passwort nur temporär sei. Bei der Veröffentlichung von Leighs Buch sei er davon ausgegangen, dass es seine Gültigkeit verloren habe. Auch Domscheit-Berg hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Abstimmung im Netz über die Freigabe des Passworts für die gestern Abend verbreitete verschlüsselte Datei dauert noch an.


lanzer 01. Sep 2011

Ich wage zu behaupten das es bei dieser Art Macht nicht die Macht an sich ist die...

Turner 01. Sep 2011

Also laut Spiegel ist das Passwort bereits ein offenes Geheimnis. Siehe Startseite von...

Kommentieren




Anzeige
  1. Web-Entwickler Java/C# (m/w)
    comspace GmbH & Co. KG, Bielefeld
  2. Ingenieur Elektrotechnik / Informationstechniker (m/w)
    IT Solutions GmbH, Frankfurt am Main
  3. Linux / UNIX-Spezialist (m/w)
    SPIRIT/21, deutschlandweit
  4. Entwicklungsingenieur (m/w) Elektronik
    J. Schmalz GmbH, Glatten bei Freudenstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  2. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  3. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  4. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  5. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  6. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  7. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  8. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS

  9. Luxuskamera

    Leica Mini M als Vollformatsystemkamera?

  10. Navigations-App

    Google will Facebook bei Waze überbieten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Need for Speed Rivals: Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern
Need for Speed Rivals
Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

Eine offene Spielumgebung, sehr schnelle Autos und spannende Verfolgungsjagden kündigt EA für Need for Speed Rivals an. Das Rennspiel auf Basis der Frostbite-3-Engine erscheint auch für die Next-Gen-Konsole.


Xbox One: Big Brother im Wohnzimmer
Xbox One
Big Brother im Wohnzimmer

Die Xbox One beobachtet den Spieler zwingend per Kinect - und könnte die Daten zumindest zum Teil an Microsoft weiterreichen. Sie hat eine 500-GByte-Festplatte und muss zum Spielen nicht immer mit dem Internet verbunden sein.

  1. Xbox One Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage
  2. Xbox One Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One
  3. Microsoft Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

802.11ac: Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s
802.11ac
Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s

Das Startup Quantenna hat nach eigenen Angaben den ersten Chipsatz für die zweite Generation von WLAN-Geräten nach 802.11ac hergestellt. Nicht nur die Bandbreite soll damit steigen, sondern auch die Reichweite und die Abdeckung in Gebäuden.

  1. AP 8232 und Wing 5.5 Motorola-Access-Point mit Gigabit-WLAN, Videokamera und LTE
  2. 802.11ac Unterstützung für Gigabit-WLAN in Mac OS X entdeckt
  3. Gigabit-WLAN 802.11ac-Access-Point für Unternehmen

Zum Artikel