Softwarelizenzen: Bradley Kuhn hält GPL-Verstöße von Android für FUD
Bradley Kuhn hält die Ausführungen von Edward Naughton für eine FUD-Strategie. (Bild: Golem.de)

Softwarelizenzen

Bradley Kuhn hält GPL-Verstöße von Android für FUD

Mit der Behauptung, Android-Hersteller verstießen gegen die GPL, sät Edward Naughton nur Furcht, Ungewissheit und Zweifel (FUD), sagt Free-Software-Aktivist Bradley Kuhn. Konkrete Beispiele spare er aus.

Anzeige

"Ich sage es Naughton noch einmal: Wenn Sie wirklich daran interessiert sind, die GPL durchzusetzen, dann bieten Sie Ihre Zeit als Anwalt an, um zu helfen. Aber wir wissen alle, dass das nicht in Ihrem Interesse ist, vielmehr ist es Ihre Aufgabe, Furcht, Ungewissheit und Zweifel (FUD) zu verbreiten." Mit diesen klaren Worten greift Free-Software-Aktivist Bradley Kuhn in seinem Blog den Anwalt Edward Naughton wegen seiner Behauptung an, viele Android-Hersteller hätten ihre Lizenz am Linux-Kernel verloren.

Naughton befasste sich schon früher mit Android

Bereits im März 2011 erregte Anwalt Naughton mit seiner Einschätzung, Android verstoße gegen die GPL, Aufsehen. Damals beschäftigte er sich unter anderem mit den in Android genutzten Header-Dateien des Linux-Kernels. Selbst Linus Torvalds sah den Sachverhalt jedoch völlig anders.

Nun behauptet Naughton in einem Artikel, die Hersteller von Android-Geräten hätten ihre Rechte am Linux-Kernel verloren. Nach Abschnitt 4 der GPLv2 verfallen alle Rechte an einer Software, sobald gegen die Lizenz verstoßen wird. Naughton sieht dies durch die Nichtverbreitung des Quellcodes gegeben.

In beiden Fällen bleiben Naughtons Ausführungen jedoch rein theoretisch. Eben jenen Punkt kreidet Kuhn nun an. Naughton liefere keinen konkreten Sachverhalt, bei dem die GPL tatsächlich verletzt worden wäre.

Auch andere kritisieren Naughton

Auch Mark Webbink betrachtet auf Groklaw.net die theoretische Auseinandersetzung Naughtons mit dem Thema argwöhnisch. "Obwohl behauptet wird, dass Android-Hersteller ihre Pflicht vernachlässigen, den Quellcode [...] zu veröffentlichen, weist kein Autor einen einzigen Hersteller aus."

Wie die GPL tatsächlich aus Entwicklersicht angewendet wird, zeigen vor allem bisherige gerichtliche und außergerichtliche Entscheidungen, meint Jonathan Corbet auf LWN.net. Demnach reiche es meist aus, Konformität zur GPL herzustellen, also den Quellcode zu veröffentlichen und diesbezüglich die Organisation im Unternehmen anzupassen.

Weiter schreibt Corbet, es gebe keinen Fall, bei dem die Lizenz nach einem Verstoß nicht wieder erteilt worden wäre. Auch wenn dieser Automatismus nirgends festgelegt sei, handele die Gemeinschaft bisher entsprechend. Jedoch räumt auch Corbet ein: "Die 'Todesstrafe' ist in der Lizenz festgeschrieben, irgendwann wird irgendwer vielleicht versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen, zu unserem Nachteil."

Als mögliche Lösung führt Corbet den Wechsel der Lizenz zur GPLv3 an. Im Falle des Linux-Kernels ist das aber eher unwahrscheinlich. Zum einen müsste jeder der mehreren tausend Entwickler dem zustimmen, zum anderen äußerte Linus Torvalds bereits häufiger sein Missfallen an der GPLv3.


Yeeeeeeeeha 17. Aug 2011

Ja nee, als nächstes kommt dann Richard Stalman und erzählt das Gegenteil. ;)

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter Offer & Sales Development (m/w)
    GDF SUEZ Energy Sales GmbH, Berlin
  2. Software Tools Betreuer (m/w)
    Continental AG, Villingen
  3. IT Support Administrator (m/w)
    GENTHERM GmbH, Odelzhausen
  4. Web Designer (m/w)
    PRODINGER|GFB Tourismusmarketing, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nasa

    Boeing und SpaceX sollen Raumschiffe für die USA bauen

  2. Test Hyrule Warriors

    Gedrücke und Gestöhne mit Zelda

  3. Facebook, Google, Twitter

    Branchenweite Interessengruppe zum Open-Source-Einsatz

  4. Typ 007

    Leica Mittelformatkamera S filmt in 4K

  5. Cloud-Computing

    Mathematica Online für den Browser

  6. Taxi-Konkurrent

    Landgericht Frankfurt hebt Verbot von Uber auf

  7. Stadt München

    Zweiter Bürgermeister Münchens lobbyiert gegen Limux

  8. Wettbewerbsverfahren

    Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

  9. Test Bernd das Brot

    "Dieses Spiel ist Mist"

  10. Apple

    Vorerst keine NFC-Funktion für deutsche iPhone-Käufer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Destiny: Schicksal voller Widersprüche
Test Destiny
Schicksal voller Widersprüche
  1. Destiny 500 Millionen US-Dollar Umsatz mit "steriler Welt"
  2. Destiny "Größter Unterschied sind sehr pixelige Schatten"
  3. Bungie Kostenloses Upgrade von Old- zu Current-Gen-Konsolen

Doppelmayr-Seilbahn: Boliviens U-Bahn der Lüfte
Doppelmayr-Seilbahn
Boliviens U-Bahn der Lüfte

Mobile Encryption App angeschaut: Telekom verschlüsselt Telefonie
Mobile Encryption App angeschaut
Telekom verschlüsselt Telefonie
  1. Magenta Mobil Deutsche Telekom startet neues Tarif-Portfolio
  2. Telekom Störungen bei der IP-Telefonie
  3. Quartalsbericht Telekom macht weiter keine genauen Angaben zu FTTH

    •  / 
    Zum Artikel