Ausblick auf Gnome 3.x

Erst kleine Verbesserungen, dann viele Anwendungen

In den für Herbst geplanten Release 3.2 des Gnome-Desktops hat das Gnome-Team kleine Verbesserungen eingepflegt, darunter die Vergrößerung der Fensterrahmen. Künftig wollen die Entwickler die Gnome-Shell in großem Umfang erweiterbar machen.

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In einem Ausblick auf die Änderungen in Gnome 3 ist Red-Hat-Entwickler Owen Taylor auf dem Desktop Summit 2011 in Berlin auch auf die Kritik an der neuen Gnome-Shell eingegangen. Das Gnome-Team will die Benutzeroberfläche deutlich besser konfigurierbar machen. Dazu sollen Anwendern über eine Webseite Addons zur Verfügung gestellt werden. Noch ist unklar, ob die Webseite bereits für Gnome 3.2 freigeschaltet wird.

Nicht nur für Geeks

Auf den Vorwurf, die Gnome-Shell sei von Geeks für Geeks entwickelt worden, ging Taylor ebenfalls ein: Die Entwickler hätten mit den Neuerungen in Gnome 3 durchaus eine breite Anwenderbasis im Sinn gehabt. Das Team werde das deutlich negative Feedback berücksichtigen und das Konzept nochmals überdenken.

  • Der neue Gnome-Desktop
  • Die Systemeinstellungen sind über ein zentrales Fenster zugänglich.
  • Desktopbenutzer sind auf Tastenkombinationen angewiesen, um teils häufige Mausklicks und überlange Wege zu kompensieren.
  • Gnome 3 integriert das Konzept virtueller Desktops hier unter den sogenannten Aktivitäten.
  • Dort sind auch die Verknüpfungen zu den Anwendungen untergebracht.
  • Wie auch beim Vorgänger können Anwendungen über ein Eingabefenster gestartet werden. Allerdings muss der Anwender dessen Namen wissen.
  • Fenster können über das Kontextmenü der Titelleiste auf die virtuellen Desktops verteilt werden.
  • Gnome 3 bietet Snapping-Window. Mit dem Ziehen eines Fensters an den oberen Rand wird in den Vollbildmodus geschaltet,...
  • ... beim Ziehen an den Rand...
  • ... werden die Fenster gekachelt.
  • Geöffnete Fenster auf dem Gnome-3-Desktop
  • In den Aktivitäten werden geöffnete Fenster im Exposé-Modus angezeigt,...
  • ... jeweils per virtuellem Desktop.
  • Ein Umschalter für die virtuellen Desktops
  • Der Taskmanager von Gnome 3
  • Das Startmenü enthält beispielsweise eine Verknüpfung zu den Systemeinstellungen.
  • Über das gleichzeitige Drücken der Alt-Taste kann der Anwender den Rechner ausschalten.
  • Wichtige Systemwerkzeuge sind in der Taskleiste untergebracht.
  • Die Suche beschränkt sich auf die Eingabe von genauen Begriffen, ...
  • ... zeigt aber bereits einige genutzten Dateien an.
  • Der Taskmanager zeigt mehrere Instanzen geöffneter Anwendungen an.
  • Anwendungen können zum Favoritenmenü hinzugefügt werden.
  • Systemmeldungen tauchen nur kurz am unteren Rand des Bildschirms auf, sind aber noch über entsprechende Symbole abrufbar.
  • Anwendungen lassen sich öffnen, wenn Starter in einen virtuellen Desktop gezogen werden.
  • In dieser Gnome-Version ist der Code eingefroren.
  • Die Aktivitäten unter Gnome 3 mit geöffneten Fenstern in virtuellen Desktops
  • Systemmeldungen werden am unteren Rand angezeigt.
Der neue Gnome-Desktop

Das Gnome-Team plant zunächst auch selbst einige Erweiterungen, etwa eine Applikation für die Darstellung von Wetterdaten. Dabei soll es sich um "echte" Applikationen handeln und nicht um Apps.

Besser chatten mit Contacts

Bereits umgesetzt haben die Entwickler die Kontaktverwaltung Contacts, die mit Gnome 3.2 ausgeliefert wird. Zunächst soll Contacts Chat- und IRC-Kontakte sammeln und über die Suchfunktion in der Gnome-Shell zur Verfügung stellen. Gleichzeitig wurde das Statusmenü um eine Bitte-nicht-stören-Schaltfläche erweitert, was die Benachrichtigungen auf ein Minimum reduzieren soll. Die gegenwärtige Umsetzung mit den einzelnen Optionen Beschäftigt und Verfügbar hätte viele Nutzer verwirrt, sagte Taylor.

Er ging auch auf die vordergründige Integration der Funktion Suspend im Statusmenü ein, die den Rechner in den Ruhezustand versetzt, was bei Anwendern ebenfalls reichlich Diskussionen entfacht hat. Hier sei sich das Gnome-Team sicher, das Richtige getan zu haben. Das Versetzen in den Ruhezustand sei lange Zeit unter Linux problematisch gewesen, mit aktuellen Linux-Versionen müssten moderne Rechner aber nicht immer heruntergefahren werden. Zudem wirke das Statusmenü aufgeräumter, wenn nur eine Option angezeigt werde.

Kantenglättung an den Fensterecken

Gnome 3.2 wird auch eine On-Screen-Tastatur mitbringen, die für Barrierefreiheit sorgen und gleichzeitig Gnome 3 auch für die Verwendung mit Touchscreens optimieren soll. Ebenfalls für eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit soll ein breiterer unsichtbarer Rahmen um die Fenster sorgen. Die Funktion wurde in dem Fenstermanager Mutter implementiert und soll das Vergrößern und Verkleinern von Fenstern erleichtern. Gleichzeitig werden die Ecken der Fenster mit Kantenglättung dargestellt. Beide Funktionen wurden auf Benutzerwunsch eingepflegt.

Die Gnome-Shell übernimmt bereits in der aktuellen Version 3.1.4 die Verwaltung von Wechseldatenträgern und bietet dazu den Start verschiedener Anwendungen, etwa den Dateimanager oder einen Bildmanager an. Der integrierte Kalender gleicht Daten mit dem Google-Kalender ab.

Mit colord und dem entsprechenden gnome-settings-daemon soll Gnome 3.2 auch eine vollständige Farbverwaltung erhalten. Dabei sollen Farbprofilveränderungen automatisch zu Anpassungen führen. Anwender sollen in den Systemeinstellungen Farbprofile zuordnen und externe Geräte wie Drucker und Scanner kalibrieren können.

Dokumentensuche mit Tracker

Eine weitere Anbindung an das Web ist ebenfalls geplant: So soll Gnome Documents mit Hilfe der Desktopsuche Tracker nicht nur lokal gespeicherte Dokumente indizieren, sondern auch Zugriff auf online gespeicherte Google Docs bieten. Später soll die Integration des Browsers in die Shell erweitert werden und damit auch die Verwendung von Web-Apps ermöglichen.


lostname 08. Aug 2011

Doch mit Unity, das ist genauso sch.....ön, oder so ...

ChristianG 08. Aug 2011

Lustiges "Hitler-Reacts"-Meme-Video: http://www.youtube.com/watch?v=Z-moXUALZtw

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