Dirk Hohndel: "Achtet auf Eure Freiheit!"
Dirk Hohndel: "Achtet auf Eure Freiheit!" (Bild: Desktop Summit 2011)

Dirk Hohndel

"Achtet auf Eure Freiheit!"

In einer Keynote gibt der Intel-Angestellte Dirk Hohndel Tipps für den Umgang mit Firmen. Sein Credo: "Achtet auf Eure Freiheit!". Für die Zusammenarbeit zwischen der Open-Source-Community und Firmen bedarf es seiner Meinung nach eines besonderen Gespürs.

Anzeige

Für eine effektive Zusammenarbeit zwischen Open-Source-Projekten und Unternehmen hat der Intel-Angestellte Dirk Hohndel eine Formal parat: Freedom, Funding, Feedback. Beide könnten auch von einander profitieren, ohne dass die teils unterschiedlichen Ansichten im Weg stehen müssten, sagt er auf dem Desktop Summit 2011 in Berlin.

Denn eines hätten Firmen und Open-Source-Projekte gemeinsam, das auch den Kunden und Anwendern zu Gute komme: den Wettbewerb.

Freedom

Firmen wollten Kontrolle, sagt Hohndel. Sie seien nicht per se bösartig, stellten aber ihre eigenen Interessen in den Vordergrund. Die Interessen der Community seien für sie ebenso sekundär wie Altruismus, Idealismus oder sogar eine gute Idee. Zahlen stünden im Vordergrund, sagt Hohndel. Das mache Firmen aber bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar.

Die Open-Source-Community sollte im Umgang mit Firmen unbedingt auf ihre Freiheit achten. Firmen können jederzeit ein Projekt einfach fallenlassen und auf ein anderes setzen. Deshalb sei es wichtig, im Besitz des Codes zu bleiben. Gleichzeitig sollten Projektgründer darauf achten, in ihrem Projekt mit Gleichgesinnten zu arbeiten. Schnell entwickle sich aus einem unzufriedenen Projektmitglied ein Rivale, der im schlimmsten Fall einen Fork gründe.

Feedback

Auch wenn es manchmal mühselig sei, sollten Open-Source-Projekte unbedingt mit Firmen reden. Dabei gelte es auch, offen zuzuhören und auch zwischen den Zielen einzelner Firmen zu differenzieren. Projekte sollten sich überlegen, wie sie Firmen für ihre Projekte einspannen könnten.

Die Community sollte auf ihre Kommunikation achten. Eine vollständige Dokumentation ihres Projekts sei nicht nur ein wichtiger Leitfaden für Anwender, sondern gleichzeitig auch eine Vorstellung der Idee hinter einer Software. Das sei wichtig für Unternehmen, wenn sie entschieden, ob sie Projekte unterstützen wollten. Gleichzeitig diene die Dokumentation auch dazu, den Entwicklern einen Leitfaden für ihre Arbeit zu liefern.

Auch die Kommunikation mit Unternehmen sollten Community-Projekte unbedingt vollständig archivieren. In Firmenstrukturen könne es unter Umständen Wochen dauern, bis eine E-Mail bei der richtigen Person lande oder eine Antwort zurückkomme.

Funding

Firmen, sagt Hohndel, sollten aussichtsreiche und für sie lukrative Projekte fördern. Das reiche von der Bereitstellung von Hardware, etwa für die Treiberentwicklung, über finanzielle Spenden bis hin zur Einstellung von Open-Source-Entwicklern. Er erinnert daran, dass fast achtzig Prozent der Kernel-Entwickler Angestellte von Unternehmen sind. Im Gegenzug profitieren die Firmen von ihrer Präsenz in der Community, die auch potenzielle Kunden sind.

Schließlich sollten Entwickler niemals ihren Idealismus verlieren, aus dem die meisten guten Ideen hervorgingen. Fast alle Projekte - auch große - seien von einem einzigen Entwickler gegründet wurden, sagt Hohndel.

Nicht jedes Feedback ernst nehmen

Einen kleinen Seitenhieb auf die jüngste Kritik von Kernel-Vater Linus Torvalds erlaubte sich Hohndel ebenfalls: "Die Desktop-Entwickler sollen sich nicht an die Kernel-Entwickler wenden, um ihre Meinung über Desktops zu hören. Hört auf die Anwender und lasst sie nicht im Stich."


Anonymer Nutzer 08. Aug 2011

Gnome 3/Ubuntu Unity sind von der usability der letzte Dreck. Langjährige Anwender oder...

bstea 06. Aug 2011

Soso, ein Kernelentwickler ist automat. kein Anwender für Desktops. Intel kann...

cookiedose 06. Aug 2011

Bringt Du mir eine Coke mit, ich sorge noch für Popkorn :).

Kommentieren



Anzeige

  1. Prozessmanager/in
    Universität zu Köln, Köln
  2. Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in Operations Research im Bereich logistische Netzplanung
    Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Nürnberg
  3. IT-Business-Analyst (m/w)
    DA Deutsche Allgemeine Versicherungen, Oberursel bei Frankfurt
  4. Informatikerin / Informatiker
    Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, Sankt Augustin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Eve Online

    Überarbeitete Wurmlöcher

  2. Samsung

    Smartwatch Gear S mit Telefonfunktion wird teuer

  3. Telefónica und E-Plus

    E-Plus wird hundertprozentige Telefónica-Tochter

  4. Lumia 830

    Microsofts günstigeres Lumia 930 bald verfügbar

  5. Matchstick

    Offene Chromecast-Alternative mit Firefox OS

  6. Firefox/Chrome

    BERserk hätte verhindert werden können

  7. 16 Nanometer FinFETs

    ARMs Cortex A57-Kern erreicht 2,3 GHz

  8. Arducorder Mini

    Open-Source-Tricorder sammelt Umweltdaten

  9. Goethe, Schiller, Lara Croft

    Videospiele gehören in den Schulunterricht

  10. Bundesnetzagentur

    "Wir können Routerzwang gar nicht abschaffen"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Deutsche Telekom: 300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
Deutsche Telekom
300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
  1. Deutsche Telekom Umstellung auf VoIP oder Kündigung
  2. Entlassungen Telekom verkleinert Online-Innovationsabteilung stark
  3. Mobile Encryption App angeschaut Telekom verschlüsselt Telefonie

Nicholas Carr: Automatisierung macht uns das Leben schwer
Nicholas Carr
Automatisierung macht uns das Leben schwer
  1. HP Proliant m400 Moonshot-Microserver mit 64-Bit-ARM-Prozessoren
  2. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt
  3. Computerchip IBM stellt künstliches Gehirn vor

Trainingscamp NSA: Ex-Spione gründen High-Tech-Startups
Trainingscamp NSA
Ex-Spione gründen High-Tech-Startups
  1. Vorratsdatenspeicherung NSA darf weiter Telefondaten von US-Bürgern sammeln
  2. Prism-Programm US-Regierung drohte Yahoo mit täglich 250.000 Dollar Strafe
  3. NSA-Ausschuss Grüne "frustriert und deprimiert" über Schwärzung von Akten

    •  / 
    Zum Artikel