Sicherheitssysteme von Autos mit Mobilfunkanbindung sind angreifbar.
Sicherheitssysteme von Autos mit Mobilfunkanbindung sind angreifbar. (Bild: Lucy Nicholson/Reuters)

War Texting

Autos per SMS öffnen und anlassen

Mobilfunkmodule in GPS-Geräten mit GSM-Einheit oder Autos sind anfällig für GSM-Angriffe. Das haben die Sicherheitsexperten Don Bailey und Matthew Solnik auf der Konferenz Black Hat demonstriert und warnen: Auch wichtige Industrieanlagen sind gefährdet.

Anzeige

Mit Kurznachrichten, die per SMS verschickt werden, lassen sich auch Geräte hacken - das hat der Sicherheitsforscher Don Bailey zusammen mit Matthew Solnik demonstriert. Dazu müsse nur ein Mobilfunkmodul in diesen Geräten stecken, erklärten sie in dem Blackhat-Vortrag 'War Texting: Identifying and Interacting with Devices on the Telephone Network.

Solche Module gibt es mittlerweile in vielen Geräten: in GPS-Geräten, mit denen sich beispielsweise Eigentum verfolgen lässt, in 3G-Sicherheitskameras oder Scada-Sensoren. Mit solchen Geräten kann der Anwender per SMS kommunizieren, um herauszufinden, ob das Gerät da ist, um Daten anzufordern oder ein Firmwareupdate durchzuführen.

Einige Systeme erhalten Firmware-Updates über GSM-Netzwerke (Firmware Over The Air, FOTA). Solche FOTA-Updates muss und kann der Anwender allerdings nicht bestätigen, sie kommen automatisch. Entsprechend lassen sich Angriffe auf GSM-Hardware konstruieren aber nur schwer verhindern.

Den Sicherheitsforschern gelang so nicht nur der Hack an einem GPS-Trackinggerät Zoombak, sondern auch an einem Kraftfahrzeug, wie SC Magazine berichtet. Vor Publikum wurde ein Sicherheitssystem in einem Subaru Outback gehackt. Von wem das Sicherheitssystem stammt, wurde nicht gesagt, um dem Hersteller Zeit zu geben, das Problem zu beseitigen. Zunächst wurden per Mobilfunk die Türen entsperrt, dann wurde der Motor angelassen.

Zwei Stunden Arbeit, um mit dem Auto zu kommunizieren

Nur zwei Stunden soll es gedauert haben, ein eigenes GSM-Netzwerk aufzubauen und herauszufinden, wie mit dem Fahrzeug direkt kommuniziert werden kann. Dem Auto wurde ein Server vorgegaukelt, der mit ihm kommunizieren durfte. Der Angriff selbst war laut der Präsentation dann allerdings komplizierter, da Reverse Engineering betrieben werden musste und beispielsweise eine Firmware geschrieben werden musste. Angriffe auf einen Basebandprozessor gingen auch, setzen aber voraus, dass eine Sicherheitslücke gefunden wird.

Angreifer könnten ohne Schwierigkeiten in Mobilfunknetzen angreifbare Systeme identifizieren, berichtet das SC Magazine. Sind diese erst einmal gefunden, lassen sich die Nachrichten zwischen dem System und Server abfangen und eigene Nachrichten absetzen.

CNN sagte Bailey, er könne mit dieser Methode tausende Fahrzeuge öffnen, das sei aber nicht das Spannende an dem Angriff. Gefährlich sei vielmehr der Umstand, dass sich dieselben Systeme in Telefonen, Energiesystemen und Verkehrsleitsystemen befänden. Gerade die Angreifbarkeit solcher Industriesysteme sei gefährlich. Experten warnen bereits ausdrücklich vor weiteren Sicherheitsproblemen in Scada-Systemen. Im Jahr 2010 wurde die Angreifbarkeit von Industrie-Systemen durch den Hack einer iranischen Atomanlage eindrucksvoll demonstriert. Der professionelle Angriff auf ein Scala-System wurde mit dem Stuxnet-Wurm durchgeführt.

Bailey und Solnik haben die Präsentation des Vortrags veröffentlicht und wollen in Kürze zusätzliche Analysewerkzeuge auf der noch nicht funktionierenden Webseite wartexting.org veröffentlichen.


teleborian 06. Aug 2011

Winterthur lässt offenbar seine Ampeln per unverschlüsseltem Funk schalten. Als die auf...

Kommentieren




Anzeige

  1. IT-Systemingenieur (m/w) Schwerpunkt Virtualisierungslösungen
    gkv informatik, Schwäbisch Gmünd
  2. Leiter (m/w) IT-Ressort Benutzerservice
    IG Metall Vorstand, Frankfurt am Main
  3. Projektverantwortlicher (m/w) Diagnose / Service-Funktionen von Lokomotiven
    Siemens AG, Erlangen
  4. Projectleader Web Solutions (m/w)
    evosoft GmbH, Nürnberg

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. Little Big Planet 3 - Extras Edition (PS4)
    49,97€
  2. Watch Dogs - Deluxe Digital Edition [PC Download]
    22,97€
  3. Far Cry 3 (100% uncut) Digital Deluxe Edition Download
    9,97€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. ODST

    Gratis-Kampagne für Halo Collection wegen Bugs

  2. Medienbericht

    Axel Springer will T-Online.de übernehmen

  3. Directory Authorities

    Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

  4. Zeitserver

    Sicherheitslücken in NTP

  5. Core M-5Y10 im Test

    Kleiner Core M fast wie ein Großer

  6. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  7. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  8. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  9. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  10. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Security: Smarthomes, offen wie Scheunentore
Security
Smarthomes, offen wie Scheunentore
  1. Software-Plattform Bosch und Cisco gründen Joint Venture für Smart Home
  2. Pantelligent Die funkende Bratpfanne
  3. Smarthome Das intelligente Haus wird nie fertig

Nexus 6 gegen Moto X: Das Nexus ist tot
Nexus 6 gegen Moto X
Das Nexus ist tot
  1. Teardown Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus
  2. Google Nexus 6 kommt doch erst viel später
  3. Google Nexus 6 erscheint nächste Woche - doch nicht

E-Mail-Ausfall in München: Und wieder wars nicht Limux
E-Mail-Ausfall in München
Und wieder wars nicht Limux
  1. Öffentliche Verwaltung Massiver E-Mail-Ausfall bei der Stadt München
  2. Limux Kopf einziehen und über Verschwörung tuscheln
  3. Limux Windows-Rückkehr würde München Millionen kosten

    •  / 
    Zum Artikel