Appsterdam Legal Defense Fund

iOS-Entwickler verbünden sich gegen Lodsys

Der iOS-App-Entwickler Mike Lee ruft unabhängige Entwickler zum gemeinsamen Kampf gegen den Patenttroll Lodsys auf. Mit dem neu gegründeten Appsterdam Legal Defense Fund könnten die Indies aktiv zurückschlagen und Lobbyarbeit gegen Softwarepatente machen.

Anzeige

Für Mike Lee ist Lodsys und erst recht dessen Muttergesellschaft Intellectual Ventures (IV) eine Ausgeburt der Hölle. "Wenn sie ihre blutsaugenden Tentakel [...] nach unserer Community ausstrecken, müssen wir sie abschneiden", schreibt Lee in seinem privaten Blog mur.mu.rs. Das will er mit dem mit Kollegen ersonnenen Appsterdam Legal Defense Fund, einem erfahrenen kalifornischen Anwalt und Unterstützung durch möglichst viele andere unabhängige Entwickler erreichen.

"Lasst App-Macher die Ameisen von Osttexas sein, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, bis jemand ihren Hügel angreift", so Lee. "Dann heißt es: Ausschwärmen! Ausschwärmen! Ausschwärmen! Wir werden die Patenttrolle wissen lassen: wenn Ihr einen Indie angreift, greift Ihr alle Indies an und wir werden so viele Klage wie möglich gegen Euch einreichen, wir werden eure Patente angreifen und wir werden euch als die Mafioso-Strolche entlarven, die ihr seid."

Ausholen zum Gegenschlag

In Amsterdam entstand zwar die Idee zum Appsterdam Legal Defense Fund. Der Kampf gegen Intellectual Ventures und Lodsys soll aber in drei Stufen in den USA erfolgen. Erst soll geklagt werden, dann in Washington gegen Softwarepatente gearbeitet und Alternativen zur aktuellen Gesetzgebung vorgeschlagen werden. "Stellt Euch ein Gesetz vor, dass es kleinen Softwareunternehmen ermöglicht, aus dem Patentsystem auszusteigen", fordert Lee seine Leser auf. Das klingt allerdings nicht sonderlich realistisch.

Gemeinsam mit den talentierten Designern und Marketingexperten in der Branche soll außerdem eine eigene Medienkampagne gestartet werden, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass kleine Unternehmen, Arbeitsplätze und die Wirtschaft durch - so nennt Lee sie - "Parasiten" bedroht werden. Im Moment befindet sich der Appsterdam Legal Defense Fund noch in Gründung und benötigt dann erst einmal möglichst viel Unterstützung von unabhängigen App-Entwicklern.

Lodsys verlangt von iOS-App-Entwicklern Lizenzgebühren wegen angeblicher Patentverletzungen. Wer nicht zahlen will oder nicht zahlen kann, wird verklagt - in der Regel in Texas, weil dort die Richter eher zugunsten von Patentinhabern urteilen. Apple hat Lodsys' Vorgehen zwar öffentlich kritisiert und die Forderungen zurückgewiesen. Das Unternehmen ist den in Bedrängnis geratenen App-Entwicklern, trotz Ankündigung sich in laufende Klagen einklinken zu wollen, aber bisher noch nicht direkt zu Hilfe gekommen. Ars Technica vermutet, dass Apple selbst nicht klagen kann, weil es vertraglich durch Intellectual Ventures gebunden ist.


tilmank 07. Aug 2011

Passt ganz gut; "folge der Masse!" :D

alwas 02. Aug 2011

In dem Text sagen sie ja den Patenttrollen den Kampf an! Wollen die nun gegen den...

Kommentieren




Anzeige
  1. Web-Entwickler/in
    WEKA Media Publishing GmbH, Haar (Raum München)
  2. Software Ingenieur Safety (m/w)
    infoteam Software AG, Bubenreuth bei Erlangen oder Dortmund
  3. Projektmanager für Webapplikationen (m/w)
    Information Factory Deutschland GmbH, Nürnberg
  4. IT-Ausbilder (m/w) für den technischen Ausbildungsbereich
    ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Brian Krzanich

    Neuer Intel-Chef will Entwicklung persönlich kontrollieren

  2. Klarmobil Allnet-Starter

    Freiminuten, Gratis-SMS und Datenflatrate für 10 Euro

  3. Helios

    Fahrradlenker mit Blinker, Licht und GPS

  4. vCloud Hybrid Service

    VMware startet eigene Public-Cloud

  5. Google-Smartphone

    Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft

  6. Google

    Chrome 27 lädt Webseiten schneller

  7. Curvace

    Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht

  8. Agent

    Neue Smartwatch wird drahtlos geladen

  9. Xbox One

    Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One

  10. Microsoft

    Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Hochauflösend: Samsung zeigt Notebookdisplay mit 3.200 x 1.800 Pixeln
Hochauflösend
Samsung zeigt Notebookdisplay mit 3.200 x 1.800 Pixeln

Samsung will auf der Messe Display Week ein Display im Format 13,3 Zoll vorstellen, das Apples Retina-Modelle in den Schatten stellt. Es soll eine Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln bieten. Auch für Tablets und Smartphones werden neue Displays präsentiert.

  1. LG Flexibles OLED für gewölbte Smartphones
  2. Lotus XT Glas Neues Corning-Schutzglas für 2 Meter breite Bildschirme
  3. Krystalboard Elektronische Schultafel wird per Knopfdruck gesäubert

Cast AR: Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille
Cast AR
Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

Zwei ehemalige Valve-Mitarbeiter haben auf einer Entwicklermesse eine revolutionäre AR-Brille gezeigt. Damit sollen sich computergenerierte Objekte räumlich korrekt in die Echtwelt einblenden lassen.


Electronic Arts: Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"
Electronic Arts
Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"

Erst erklärt Electronic Arts, keine Spiele mehr für die Wii U produzieren zu wollen, nun schimpft ein leitender Entwickler über die Konsole. Immerhin: Ein anderer Publisher stärkt Nintendo den Rücken.

  1. Kein Fifa EA entwickelt nicht mehr für die Wii U
  2. Nintendo Smartphone-Apps für die Wii U
  3. Nintendo Großes Update für die Wii U verfügbar

Zum Artikel