Cyberwar

Sesam und Saser sollen Deutschland schützen

Die Bundesregierung und deutsche Unternehmen wollen kritische Infrastrukturen durch eigens entwickelte Router und eine Virtualisierungslösung besser absichern. Ermöglichen sollen das die staatlich gefördeten Projekte Saser und Sesam.

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Regierung und Wirtschaft wollen PCs und kritische Server von Behörden, Unternehmen und Maschinensteuerungen in Kraftwerken und Fabriken künftig besser vor Angriffen schützen. Das berichtet die Wirtschaftswoche (Wiwo) unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Dabei geht es offenbar nicht nur um die Abwehr von Hackern oder Crackern, sondern von Geheimdiensten anderer Länder sowie von Wirtschaftsspionage - etwa durch Hintertüren (Backdoors) in Lösungen ausländischer Anbieter. Der bessere Schutz soll durch eine Virtualisierungslösung auf Basis eines eigens entwickelten Microkernels ermöglicht werden, heißt es. Er wird im Rahmen des staatlich geförderten Verbundvorhabens Sesam (Secure and Safe Microkernel Made in Germany) entwickelt und soll als Teil der Virtualisierungslösung insbesondere Windows-Systeme absichern.

Der Sesam-Mikrokernel wurde laut Wiwo von der Technischen Universität in Dresden (TU Dresden) entwickelt. Auf dem Förderportal des Bundes ist in einem PDF-Dokument auf Seite 33 nachzulesen, dass das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), EADS Deutschland (Abteilung Innovation Works) und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) beteiligt sind und Fördergelder für Teilbereiche der Planung und Entwicklung erhalten haben. Der Projekzeitraum läuft vom 1. April 2011 bis zum 31. März 2013. Der Name Sesam scheint etwas unglücklich gewählt, denn in "Ali Baba und die 40 Räuber" aus der Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht reicht dem Holzfäller Ali das simple Passwort Sesam-öffne-Dich, um zum riesigen Schatz im geheimen Felsenbergversteck der Räuber vorzudringen.

Wie die Wiwo erfuhr, könnten die Forschungsarbeiten an dem Schutzsystem möglicherweise noch in diesem Jahr in ein mit staatlicher Hilfe gegründetes Startup überführt werden. Damit auch die europäische Internet-Infrastruktur besser abgesichert werden kann, wolle die deutsche Bundesregierung zudem, zusammen mit der Industrie, an einem "europäischen Internet-Router" arbeiten.

In Gesprächen mit europäischen Netzausrüstern und Forschungseinrichtungen geht es dem beteiligten Bundesforschungsministerium nach Informationen der Wiwo derzeit um die Zusammenstellung eines leistungsfähigen Konsortium. An dem Projekt Saser (Secure and Safe European Routing) wollen sich neben der Deutschen Telekom auch die Netzausrüster Alcatel-Lucent, Nokia Siemens Networks und Adva Optical beteiligen. Das klingt so, als ob ein Konkurrenzprodukt zur Hardware von Cisco und anderen Netzwerkausstattern geschaffen werden soll. Hoffentlich, ohne dabei die Verspätungen und Rückschläge anderer konzernübergreifender Großprojekte zu erleiden.


Loeschtroll 03. Aug 2011

Aha... und was hat das für eine Relevanz? Ob die nun ein fertiges Firewallmodul nutzen...

smcj 01. Aug 2011

bei dem dann der notleidenden Firma des Cousins irgendeines CDU-Politikers ein großer...

JuppGulasch 01. Aug 2011

Der Artikel in der WiWo ist gelinde gesagt "missverständlich": a) Es geht nicht vorrangig...

tingelchen 31. Jul 2011

Und wozu soll ein deutsche OS nütze sein? Außer das man noch ein OS hat. Es wäre...

IrgendeinNutzer 31. Jul 2011

Ich denke da steckt auch nur wieder pure Kontrolle dahinter. Weil wozu braucht man einen...

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