Fahrzeugassistenzsystem: Berliner Forscher bremsen mit dem Gehirn
Kopfbremse: Der Computer bremst schneller (Bild: Journal of Neural Engineering/Golem.de)

Fahrzeugassistenzsystem

Berliner Forscher bremsen mit dem Gehirn

Forscher der TU in Berlin haben ein Fahrzeugassistenzsystem entwickelt, das an der Gehirnaktivität erkennt, wann ein Autofahrer bremsen will, und seinerseits auf die Bremse tritt. So kann das Auto schneller zum Halten gebracht werden.

Anzeige

Wer Auto fährt, kennt die Situation. Auf der Straße passiert etwas. Die Reaktion: bremsen. Doch es dauert einen Moment, bis aus der Absicht der Tritt aufs Bremspedal wird. Was wäre, wenn das Auto die Absicht zu bremsen erkennen und dann von sich aus bremsen würde?

Forscher der Technischen Universität (TU) in Berlin haben ein solches System entwickelt. Es erkennt die Absicht des Fahrers zu bremsen und setzt diese um. Die Absicht erkennt das System anhand der Hirnstromwellen des Fahrers. Die Wissenschaftler haben eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) konstruiert, das mit Elektroden per Elektroenzephalografie (EEG) an der Kopfoberfläche die Spannungsschwankungen misst, die durch die Aktivität des Gehirns entstehen. Eine zweiter Satz Elektroden wird am Bein des Fahrers befestigt. Diese erkennen mittels Elektromyografie (EMG) die Muskelaktivität, aus der sich ebenfalls die Absicht zu bremsen ablesen lässt.

Test am Simulator

18 Probanden testeten das System an einem Simulator. Ihre Aufgabe war, mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h hinter einem Fahrzeug herzufahren, das der Computer steuerte. Zu diesem sollten sie einen Abstand von 20 Meter einhalten. Der Computer bremste in unregelmäßigen Abständen, was die Testfahrer zwang, darauf zu reagieren.

Bremsweg verkürzen

Die Wissenschaftler zeichneten die Hirn- und Muskelströme auf und erfassten so die Hirnregionen, die beim Bremsen besonders aktiv waren. Im nächsten Schritt generierten sie aus dem Muster einen Befehl zu bremsen. Das Assistenzsystem löste die Bremse 130 Millisekunden schneller aus als der Fahrer. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h reduziert das den Bremsweg um 3,6 Meter, also eine gute Wagenlänge.

Dass Assistenzsystem soll mit bereits existierenden Systemen, die mittels Sensoren den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug messen, gekoppelt werden. Die TU-Forscher wollen im nächsten Schritt ihr System in einem realen Fahrzeug testen. Ihre Erkenntnisse beschreiben sie im Fachmagazin Journal of Neural Engineering.


Flying Circus 06. Okt 2011

Dafür bräuchte man eine funktionierende KI. Das ist eher nicht einfacher ...

Anonymer Nutzer 01. Aug 2011

nein, diese loesung ist weitaus schlechter. sieh es mal realistisch: selbst wenn der...

kaffee666 31. Jul 2011

Richtig, es werden nur ein paar Messsonden auf den Schädel geklebt. Kein Krebs, keine...

kaffee666 31. Jul 2011

Hä? ^^ Trollst du hier etwas rum? ^^ Das is kein SciFi, wenn dann nur Sci ;-) Dieses Zeug...

querverweiser 31. Jul 2011

... mit dem Gesicht xD

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  3. Java-Anwendungsentwickler / -innen
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  4. Systemadministrator (m/w) Windows
    KDO Personaldienste, Oldenburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Big Brother Awards

    Österreich prämiert die EU Kommission und Facebook

  2. iFixit

    Touch-ID-Sensor im iPad mini 3 mit Klebstoff befestigt

  3. Illegales Streaming

    Razzien gegen Betreiber von Kinox.to

  4. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  5. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  6. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  7. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  8. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  9. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  10. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Aquabook 3: Das wassergekühlte Gaming-Notebook
Aquabook 3
Das wassergekühlte Gaming-Notebook
  1. Nepton 120XL und 240M Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser
  2. DCMM 2014 Wenn PC-Gehäuse zu Kunstwerken werden

Hoverboard: Schweben wie Marty McFly
Hoverboard
Schweben wie Marty McFly
  1. Design-Fahrzeuge U-Bahnen in London sollen autonom fahren
  2. Fahrassistenzsystem Volvos virtueller Lkw-Beifahrer soll Unfälle verhindern
  3. Computergrafik US-Forscher modellieren Gesichter in Videos dreidimensional

Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
Merkel auf IT-Gipfel
Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
  1. Digitale Verwaltung 2020 E-Mail soll Briefe und Amtsbesuche ersetzen
  2. Digitale Agenda Ein Papier, das alle enttäuscht
  3. Webmail Web.de kritisiert langsame De-Mail-Einführung der Regierung

    •  / 
    Zum Artikel