Raumfahrt

Nasa testet Wasserung des Weltraumfahrzeugs Orion

Kaum ist das Spaceshuttle-Programm beendet, wendet sich die US-Weltraumbehörde Nasa neuen Projekten zu: Sie hat eine erste Testwasserung des Raumfahrzeugs Orion Multi-Purpose Crew Vehicle durchgeführt, mit dem Mitte der 30er Jahre Astronauten zum Mars fliegen sollen.

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Eine gigantische Fontäne hat das Orion Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) bei seiner ersten Testwasserung aufgeworfen. Sie fand am 21. Juli 2011, wenige Stunden nach der letzten Landung eines Spaceshuttle, statt. Die Testreihe dient der Vorbereitung künftiger US-Weltraummissionen. Ein Video veröffentlichte die Nasa am Freitagnachmittag (Ortszeit).

Für die Wasserungen hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Langley Research Center in Hampton im US-Bundesstaat Virginia ein etwa 35 Meter langes, 27 Meter breites und 6 Meter tiefes Becken gebaut. Ein knapp eine Tonne schweres Modell des Orion MPCV wird für den Test an einer großen Kranbrücke hochgezogen, in eine Schaukelbewegung versetzt und dann ausgeklinkt. Mit einer Geschwindigkeit von knapp 40 km/h setzte das Orion-Modell auf dem Wasser auf. Bei weiteren Tests, die die Nasa in diesem Sommer durchführen will, soll die Kapsel mit höherer Geschwindigkeit wassern.

Einwegraumkapsel statt Spaceshuttle

Die Tests sind nötig, weil die Nasa mit dem Orion MPCV wieder zum Konzept der nicht wiederverwendbaren Raumfahrzeuge zurückkehrt, das auch schon im Apollo-Programm zum Einsatz kam: Das MPCV, das aus einem konischen Modul für die Mannschaft und einem Servicemodul besteht, soll von der noch in der Entwicklung befindlichen Trägerrakete Space Launch System (SLS) ins All transportiert werden.

  • Eine große Fontäne verursacht das Modell der Raumkapsel MPCV Orion beim Aufsetzen auf dem Wasser (Foto: Nasa)
  • Der Test fand nur wenige Stunden nach der Landung des letzten Spaceshuttles statt (Foto: Nasa)
  • Das Becken auf dem Nasa-Testgelände im Bau (Foto: Nasa)
  • Die Kranbrücke wirft die Kapsel ins Wasser (Foto: Nasa)
  • So stellt sich der Künstler eine künftige Mission des MPCV Orion vor (Bild: Nasa)
Eine große Fontäne verursacht das Modell der Raumkapsel MPCV Orion beim Aufsetzen auf dem Wasser (Foto: Nasa)

Das Servicemodul, das neben einem Antrieb auch Systeme zur Erzeugung und Speicherung von Strom, sowie Tanks für Wasser, Sauerstoff und Stickstoff enthält, wird bei der Rückkehr vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre abgetrennt. Lediglich das Mannschaftsmodul wird an Fallschirmen zur Erde zurückkehren und im Pazifik wassern. Das Modell ist stabiler als das spätere Mannschaftsmodul, das mehrere Wasserungen aushalten muss.

Vorstoß in den Deep Space

Da das neue Raumfahrzeug für Vorstöße in den fernen Weltraum (Deep Space) vorgesehen ist, wird es deutlich größer ausfallen als die alten Mondfahrzeuge. Das MPCV hat an seiner Basis einen Durchmesser von 5 Meter und ein Gewicht von 23 Tonnen. Das Volumen beträgt 20 Kubikmeter, von denen 9 Kubikmeter bewohnbar sind. In der Kapsel werden vier Astronauten Platz finden, die damit bis zu drei Wochen im Weltraum unterwegs sein können.

Das MPCV soll zunächst Flüge in erdnahe Umlaufbahnen (Low Earth Orbit, Leo), etwa zur Internationalen Raumstation (ISS), durchführen. Gedacht ist es aber für Flüge zu Zielen, die weiter entfernt sind: 2025 wollen die USA ein bemanntes Raumfahrzeug zu einem Asteroiden schicken. Zehn Jahre später sollten die Menschen erstmals zum Mars fliegen, hat US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr mitgeteilt. Für solche Flüge wird das MPCV voraussichtlich durch ein Wohnmodul ergänzt.

Mars statt Mond

Obwohl die Nasa dem US-Luft- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin den Auftrag für die Entwicklung des MPCV erst kürzlich erteilt hat, gibt es das Modell schon in Originalgröße. Es wurde im Rahmen des Constellation-Programms gebaut, das der damalige US-Präsident George W. Bush 2004 verkündet hatte. Ziel war ein bemannter Mondflug bis zum Jahr 2020. Nachfolger Obama stoppte Constellation 2010 zugunsten von Missionen zu entfernteren Zielen. Das MPCV wird aber auf Orion basieren.

Die Rückkehr zu dem Raketenkonzept begründet die Nasa mit geringeren Kosten und mehr Sicherheit. MPCV sei sowohl beim Steigflug als auch beim Wiedereintritt sicherer als das Spaceshuttle. Ein wichtiger Faktor ist das Rettungssystem (Launch Abort System, LAS), das die Mannschaftskapsel im Falle eines Unfalls von der Trägerrakete wegkatapultieren soll. Einer der beiden Spaceshuttle-Unfälle war eine Explosion der Raumfähre gut eine Minute nach dem Start.


hfrmobile 11. Dez 2011

Voraussichtlich ...? Also wenn die lebend zum Mars kommen wollen, werde drei Wochen wohl...

lear 27. Jul 2011

Gelesen? Verne hatte die Jungs noch mit 'ner Kanone hochgeschickt.... (was nicht ganz...

Kelvin101 26. Jul 2011

Dazu müssten die Amis aber trotzdem erst das Raumschiff entwickeln, weil wie sollen die...

borg 25. Jul 2011

Immerhin war die Besatzung damals auch international. Zusammen mit der Enterprise eine...

madMatt 25. Jul 2011

Die USA mussten nicht, aber sie taten es und tun es immernoch. Es ist das selbe Problem...

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