Studie

Fast echter Mensch ist nicht gut genug

Gesichter in Games oder Roboter mit menschlichen Bewegungen müssen perfekt sein - oder sogar möglichst künstlich wirken. Mit nur fast echten Menschen kommt unser Gehirn besonders schlecht zurecht. Das zeigt eine neue Studie, von der besonders Spielentwickler lernen können.

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Die Figuren in Mass Effect 2 sehen ganz schön echt aus - aber irgendetwas stimmt nicht mit den aufwendig animierten menschlichen Gesichtern. Schon bei der Charaktererstellung kann es passieren, dass man sich trotz der aufwendigen Grafik schwertut, einen glaubwürdigen Commander Shepard zu basteln. Ein halbwegs sympathischer Ork im comichaften World of Warcraft ist dagegen deutlich schneller erstellt. Den auf den ersten Blick paradoxen Effekt kennt jeder Animationsexperte. Die Profis nennen ihn Uncanny Valley, und sie meinen damit, dass gerade fast perfekte menschliche Gesichter beim Zuschauer schlechte Gefühle auslösen und deshalb auf Abwehr stoßen.

Jetzt haben sich US-Wissenschaftler von der Universität San Diego mit dem Phänomen beschäftigt. Wie die Webseite der Uni schreibt, haben die Forscher für ihre Studie drei Videos vorbereitet: In einem ist eine echte Frau zu sehen, die einfache menschliche Dinge tut: den Kopf schütteln, einen Schluck Wasser trinken, simple Bewegungen. Das zweite Video zeigt die gleichen Szenen, aber ausgeführt von einem Roboter, bei dem Kabel und technische Bestandteile deutlich sichtbar waren. Im dritten Video war der Roboter mit einem Überzug und echt wirkenden Haaren als Mensch verkleidet.

Die Wissenschaftler haben die Videos rund 20 Probanden zwischen 20 und 36 Jahren gezeigt und dabei ihre Gehirnfunktionen mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie erfasst. Ergebnis: Bei echten Menschen und beim Roboter gab es keine auffälligen Werte. Beim fast perfekten Androiden dagegen kam es zu starken Reaktionen, insbesondere im Bereich des parietalen Assoziationscortexes, der wahrscheinlich für die räumliche Integration und für Bewegungen zuständig ist, sowie im Motorkortex, in dem auch die Spiegelneuronen vermutet werden, mit denen wir etwa die Gefühle von Mitmenschen nachempfinden.

Aus weiteren Untersuchungen schließen die Wissenschaftler, dass unser Gefühlsleben besonders in Aufruhr gerät, wenn menschliches Aussehen und menschliche Bewegungen nicht zusammenpassen. "Das Gehirn scheint sich nicht per se um biologisches Aussehen oder biologische Bewegungen zu kümmern", kommentiert Ayse Pinar Saygin von der Forschergruppe. "Worum es sich kümmert, ist, dass seine Erwartungen erfüllt werden - dass also Aussehen und Bewegungen übereinstimmen." Saygin hält es für sinnvoll, "Roboter oder animierte Charaktere zu testen, bevor man Millionen von Dollar in ihre Entwicklung investiert." Mit ihrem Team arbeitet sie derzeit an der Frage, ob für die nötigen Untersuchungen unbedingt das Verfahren der Magnetresonanztomographie zum Einsatz kommen muss. Möglicherweise können die Entwickler von Computerspielen künftig mit einem einfachen und kostengünstigen EEG ausprobieren, was ihre Weltraumhelden beim potenziellen Kunden im Gehirn so alles anstellen.


Jenz 25. Jul 2011

naja, dafür kannst Du es aber fast auf nem C64er spielen ;) sprich die...

Paykz0r 23. Jul 2011

Ich frag mich auch, was daran neu ist. Im genrellen scheinen viele Filmstudios etc das zu...

musarati 23. Jul 2011

+1

Guttroll 22. Jul 2011

Wundert mich dass es noch keiner gesagt hat: Dann geh halt Pong spielen!

ArnyNomus 21. Jul 2011

Hmm.. erklärt warum mir Bestattungsunternehmen nicht ganz geheuer sind. Wer weiß ob die...

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