Faltbar: MIT-Forscher drucken Solarzellen auf Papier
Solarzelle auf Papier (Bild: Patrick Gillooly)

Faltbar

MIT-Forscher drucken Solarzellen auf Papier

MIT-Forscher haben Solarzellen entwickelt, die auf Trägermaterialien wie Stoff oder Papier gedruckt werden können. Die Zellen sind robust und überleben auch vielfaches Falten, was sie flexibel einsetzbar macht.

Anzeige

Solarzellen bestehen heutzutage meist aus bläulich schimmerndem Silizium, das auf einem stabilen Trägermaterial montiert ist. Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) war das zu aufwendig: Sie haben Solarzellen entwickelt, die auf ein Trägermaterial wie Papier, Stoff oder Kunststoff gedruckt werden.

Fünf Schichten

Die Zellen bestehen aus fünf verschiedenen Materialien, die schichtweise auf das Trägermaterial per chemischer Gasphasenabscheidung aufgebracht werden. Eine Maske aus Papier sorgt dafür, dass die Lagen deckungsgleich sind. Das Aufbringen geschieht in einer Vakuumkammer bei knapp 120 Grad Celsius. Vorteil der niedrigen Temperatur ist, dass das Trägermaterial, etwa das Papier, nicht extra behandelt werden muss.

Vorteil der Zellen ist, dass sie auf ein günstiges Trägermaterial aufgebracht werden, was die Herstellungskosten drückt. Da sie auf einem flexiblen Substrat wie Papier oder Stoff aufgebracht werden können, ist zudem die Installation einfach: Die Solarzellen können unterschiedlichen Oberflächen angepasst werden.

1.000-mal falten

Ein weiterer Vorteil der Solarzellen ist ihre Stabilität: Sie können gebogen und sogar gefaltet werden, ohne dass sie ihre Funktion verlieren. Die Forscher druckten die Zellen auf ein Kunststoffsubstrat und falteten sie 1.000-mal. Auch danach arbeiteten sie noch einwandfrei. Die Wissenschaftler ließen auf Papier gedruckte Zellen durch einen Laserdrucker laufen, um zu prüfen, ob die Hitze des Gerätes den Zellen etwas anhaben konnte. Doch auch danach funktionierten diese noch. Aufgrund dieser Eigenschaften könnten die Zellen beispielsweise in ein Rollo oder eine Tapete integriert werden.

  • Ein Blatt Papier mit einer aufgedruckten Solarzelle  (Foto: Patrick Gillooly)
  • Solarzelle im Test (Foto: Gleason Lab)
  • Die Solarzlle kann gefaltet werden. (Foto: Gleason Lab)
Ein Blatt Papier mit einer aufgedruckten Solarzelle (Foto: Patrick Gillooly)

Der Wirkungsgrad der Zellen ist allerdings nicht sehr hoch: Sie wandeln gerade mal 1 Prozent des auftreffenden Lichts in elektrischen Strom um. Der Wirkungsgrad einer siliziumbasierten Solarzelle liegt bei rund 20 Prozent. Das reiche dennoch aus, um ein kleines elektrisches Gerät mit Strom zu versorgen, sagt Vladimir Bulović, einer der Teamleiter.

Wirkungsgrad erhöhen

Über eine Verfeinerung der Materialien werde sich zudem der Wirkungsgrad erhöhen lassen, ist der MIT-Wissenschaftler überzeugt. "Wir glauben, dass wir skalierbare Solarzellen produzieren können, die eine rekordverdächtige Watt-pro-Kilogramm-Leistung erreichen." Für solche Solarzellen gebe es eine Vielzahl von Anwendungen, sagte Bulović.

Die Forscher haben die Technik im Fachmagazin Advanced Materials beschrieben.


Cespenar 13. Jul 2011

nur leider sind viele der dort gezeigten Experimente sagen wir mal "inspiriert" von...

bugmenot 13. Jul 2011

zum Thema Energiesubventionen: http://www.foes.de/pdf...

Thread-Anzeige 13. Jul 2011

Die sind eher für mobilen Einsatz unterwegs. Oder halt um sie auf den Wintergarten...

martinalex 12. Jul 2011

das wird es sicherlich... aber auch jetzt schon dürfte die aufgewendete Energie pro KW/p...

ThorJH 12. Jul 2011

Moin, es ist wohl schon +120°C gemeint. Niedrig ist immer eine relative Angabe, hier wohl...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Systemadministrator (m/w)
    teliko GmbH, Limburg
  2. Netzwerktechniker (m/w)
    Funkwerk video systeme GmbH, Nürnberg, Frankfurt am Main
  3. Softwareentwickler.NET (m/w)
    VMT GmbH, Bruchsal bei Karlsruhe
  4. Spezialist Client Management (m/w)
    Festo AG & Co. KG, Ostfildern bei Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Schnell, aber ungenau

    Roboter springt im Explosionsschritt

  2. Urteil

    Foxconn-Arbeiter wegen iPhone-6-Diebstahl verhaftet

  3. Weniger Consumer-Notebooks

    Toshiba baut 900 Arbeitsplätze in der PC-Sparte ab

  4. XSS

    Cross-Site-Scripting über DNS-Records

  5. Venue 8 7000

    6-mm-Tablet wird mit Dell Cast zum Desktop

  6. HTML5-Videostreaming

    Netflix arbeitet an Linux-Unterstützung

  7. iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

    Aus klein mach groß und größer

  8. Cloudflare

    TLS-Verbindungen ohne Schlüssel sollen Banken schützen

  9. Kein britisches Modell

    Medienrat will Pornofilter ohne Voraktivierung

  10. Telecom Billing

    Bundesnetzagentur schaltet eine SMS-Abzocke ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Angelbird SSD2Go Pocket im Test: Quadratisch, praktisch, schnell
Angelbird SSD2Go Pocket im Test
Quadratisch, praktisch, schnell
  1. Radeon R7 SSD AMDs Radeon-SSDs kommen von OCZ
  2. Samsung SSDs mit NVM Express lesen mit 1,8 GByte/s
  3. Störgeräusche Samsung 850 Pro wird vor Marktstart entzirpt

Imsi-Catcher: Catch me if you can
Imsi-Catcher
Catch me if you can
  1. Spy Files 4 Wikileaks veröffentlicht Spionagesoftware von Finfisher
  2. Spiegel-Bericht BND hört Nato-Partner Türkei und US-Außenminister ab
  3. Bundestrojaner Software zu Online-Durchsuchung einsatzbereit

Test Hyrule Warriors: Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
Test Hyrule Warriors
Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
  1. Mario Kart 8 Rennen mit Link und Prinzessin Peach
  2. Nintendo Streit um Smartphone-Spiele und das Internet

    •  / 
    Zum Artikel