Cyberwar in Korea: DDoS-Angriffe auf Südkorea als möglicher Testlauf
Südkorea bei Truppenübungen im Grenzgebiet zu Nordkorea (Bild: AFP/Getty Images)

Cyberwar in Korea

DDoS-Angriffe auf Südkorea als möglicher Testlauf

Nordkorea könnte für die DDoS-Attacken auf wichtige staatliche und zivile Websites von Südkorea verantwortlich sein. Die 2009 und 2011 erfolgten Angriffe waren laut McAfee-Analyse so massiv, ausgeklügelt und zerstörerisch, dass sie weit über das übliche Maß hinausgingen - und Vorbereitungen für einen Krieg nicht nur im Internet sein könnten.

Anzeige

Der südkoreanische Geheimdienst geht McAfee zufolge davon aus, dass Nordkorea hinter den am 4. Juli 2009 und am 4. März 2011 ausgeführten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) steckt. Es könnten Testläufe gewesen sein, wie die Internet-Infrastruktur von Südkorea empfindlich getroffen werden kann und wie die Reaktionszeit auf solche Angriffe ist. Das wäre McAfee zufolge eine wichtige Information in einem möglichen militärischen Konflikt. Der Cyberspace sei längst die fünfte Dimension des Schlachtraums (Battlespace), neben Boden, Luft, See und Weltraum.

Laut McAfee wurden beide Angriffe mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit von denselben Urhebern ausgeführt - und waren politisch gegen Südkorea und die USA gerichtet. Der 2011 ausgeführte Angriff war dabei noch ausgefeilter als der von 2009 und betraf 40 Websites der Regierung und des Militärs Südkoreas sowie kritischer ziviler Infrastruktur. Auch die US-Airforce-Basis in Kunsan, Südkorea, war betroffen. Ein Teil der Ziele war identisch mit der 2009 ausgeführten Attacke, allerdings wurden keine staatlichen US-Websites mehr angegriffen.

Die im März 2011 erfolgte DDoS-Attacke dauerte zehn Tage. Ausgeführt wurde sie mit einem Botnetz aus südkoreanischen Rechnern, die offenbar über eine südkoreanische Filesharing-Website infiziert wurden. Nach dem Angriff wurden für die Analyse wichtige Dateien gelöscht und die Datenträger der infizierten Rechner inklusive Master Boot Record (MBR) überschrieben, um die Spuren zu verwischen.

McAfees Codeanalyse hat ergeben, dass die Schadsoftware von mehrere Entwicklern programmiert wurde, die nicht unbedingt eng koordiniert zusammengearbeitet hätten. Die Analyse der Schadsoftware soll sehr zeitaufwendig sein, weil AES-, RC4- und RSA-Verschlüsselung verwendet wurden, um Codeteile und Konfigurationsdaten zu schützen. Außerdem wurden über 40 - größtenteils in den USA, Taiwan, Saudi-Arabien, Russland und Indien - lokalisierte Steuerungsserver dazu verwendet, die Schadsoftware und ihre Konfiguration dynamisch zu ändern.

Für etwas eigentlich recht simples wie eine DDoS-Attacke sei das ein dramatischer Komplexitätssprung, so McAfee-Sicherheitsexperte Georg Wicherski im McAfee-Blog. "Tatsächlich ist das vergleichbar damit, mit einem Lamborghini zum Gokart-Rennen zu erscheinen", so Wicherski.

Die McAfee-Analyse der DDoS-Attacken auf Südkorea wurde im Detail als PDF veröffentlicht und mit Unterstützung vom US-CERT, Analysten vom US-Verteidigungsministerium und Ahnlabs erstellt. McAfee ist seit 2010 ein Tochterunternehmen von Intel.


burzum 06. Jul 2011

Zu Essen haben sie nix, militärische Masse schon. http://de.wikipedia.org/wiki...

d333wd 06. Jul 2011

Ja. Ich wäre ohne meine Flashgames auch nur noch ein kümmerliches haufen elend. ;p ~d333wd

Kommentieren



Anzeige

  1. Produktmanager Digital (m/w)
    Commerz Finanz GmbH, München
  2. (Junior) Consultant (m/w) Big Data / Business Intelligence / Data Warehouse
    saracus consulting GmbH, Münster und Baden-Dättwil (Schweiz)
  3. (Senior-)Business Partner IS (m/w)
    AstraZeneca GmbH, Wedel bei Hamburg
  4. SharePoint Inhouse Consultant (m/w)
    BEUMER Group GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Grammophon

    Klassik streamen mit bis zu 320 Kbps

  2. Alibaba

    Milliardenschwerer Börsengang wohl Mitte September

  3. Test Infamous First Light

    Neonbunter Actionspaß

  4. Nach Wurstfirmeninsolvenz

    Redtube-Abmahn-Anwalt verliert Zulassung

  5. Gat out of Hell

    Saints Row und die Froschplage in der Hölle

  6. Ridesharing

    Taxidienst Uber in 200 Städten verfügbar

  7. Telefónica und E-Plus

    "Haben endgültige Freigabe von EU-Kommission bekommen"

  8. Intel Core i7-5960X im Test

    Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

  9. Nintendo

    Neuer 3DS mit NFC und zweitem Analogstick

  10. Onlinereiseplattform

    Opodo darf Nutzern keine Versicherungen unterschieben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Überschall-U-Boot: Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten
Überschall-U-Boot
Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten

Qnap QGenie im Test: Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
Qnap QGenie im Test
Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
  1. Qnap QGenie NAS-System für die Hosentasche
  2. HS-251 Qnap beschleunigt lüfterloses NAS-System
  3. QNAP TS-EC1080 Pro Erweiterbares NAS-System im Tower mit mSATA-Plätzen

Kinkobox angeschaut: E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht
Kinkobox angeschaut
E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht
  1. IT-Sicherheitsgesetz Telekomfirmen müssen Nutzer über Cyberangriffe informieren
  2. IT-Sicherheitsgesetz Unternehmen dürfen ungefährliche Angriffe anonym melden
  3. Cryptophone Telekom mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Smartphones

    •  / 
    Zum Artikel