Jay Sullivan

Eine neue Vision für Firefox

Jay Sullivan, der für Mozillas Produktstrategie verantwortlich ist, hat eine Produktvision für Firefox zur Diskussion gestellt. Das Dokument soll die Richtung für die Entwicklung von Firefox in den nächsten Jahren vorgeben.

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"Entdecke, erlebe und verbinde dich mit Apps, Websites und Menschen, wie und wo du willst", lautet die von Jay Sullivan vorgelegte Vision für Firefox. Nach der Veröffentlichung von Firefox 4 und der Umstellung des Entwicklungsrhythmus in den letzten drei Monaten sei die Grundlage für eine beschleunigte Weiterentwicklung gelegt, so Sullivan in einer E-Mail. Daher sei es nun an der Zeit, die grobe Marschrichtung für die nächsten Jahre festzulegen.

Entdecken

War einst die Navigation durchs Web zu bekannten Websites per URL und zu neuen Sites durch Links eine der zentralen Aufgaben eines Browsers, übernehmen heute Suchmaschinen und Netzwerke das Entdecken neuer Inhalte. Browser hätten dabei einen Nachholbedarf und so soll Firefox künftig das Entdecken stärker fördern. Firefox soll sich von einem Werkzeug zur Navigation im Web zu einem aktiven Teilnehmer wandeln und dabei verstehen, was der Nutzer will und ihm helfen, Neues zu entdecken, ganz ohne kommerzielle Interessen dahinter.

Daher soll Firefox die Rolle des Browsers in Bezug auf das Entdecken von Websites, Apps und Menschen neu erfinden. Firefox soll dabei die Möglichkeiten nutzen, die sich dem Browser als ständigem Begleiter im Web bieten. Vorschläge soll er unter anderem auf der Startseite und in neuen Tabs zeigen.

Geplant ist unter anderem eine Überarbeitung der integrierten Suche, die sich seit Jahren kaum verändert habe, heißt es in dem Dokument. Der Browser könne und müsse hier mehr leisten, als er es heute tut. Zudem soll der Browser auf Apps hinweisen, wo immer das sinnvoll ist. Auch sollen soziale Netzwerke stärker einbezogen werden. Browser sollen dabei lernen, wem ein Nutzer vertraut und diese Information soll genutzt werden.

Erleben

Firefox soll neue Funktionen erhalten, mit denen Entwickler ihre Ideen besser umsetzen können. Dabei geht es beispielsweise um Multitouch, Benachrichtigungen, Audio- und Videofunktionen, Echtzeitkommunikation, Typographie sowie 2D- und 3D-Grafik. Dazu gelte es herauszufinden, welche Bedürfnisse Entwickler haben, um die notwendigen Schnittstellen im Browser anzubieten. Zudem sollen Entwicklern die notwendigen Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um Apps zu entwickeln, die in modernen Browsern auf verschiedenen Endgeräten funktionieren und sich dem jeweiligen Gerät anpassen.

Verbinden

Geht es nach Mozilla, so wird der Browser künftig eine wesentliche Rolle bei Verbindungen in der Onlinewelt spielen. Die Frage, wie sich Menschen mit anderen Menschen, Websites und Apps verknüpfen, ist also zentral. Auch die Frage, wie Entwickler die Verbindung zu den Nutzern ihrer Websites finden, spielt keine untergeordnete Rolle.

Derzeit muss jede Website selbst festlegen, wer mit wem kommunizieren will. Das führt zu inkonsistenten und unsicheren Praktiken beim Teilen solcher Informationen. Daher soll diese Funktion künftig der Browser übernehmen. Beispielsweise soll Firefox nicht nur aufzeichnen, welche URLs besucht wurden, sondern auch, woher diese stammten. Zudem soll der Browser Websites und Apps persönliche Informationen zur Verfügung stellen, aber immer nur so weit, wie der Nutzer dies erlaubt.

Entwickler und Nutzer soll Firefox enger zusammenführen, indem der Browser eine App-Ökonomie ohne Gatekeeper fördert, die bisher entscheidet, welche Apps beworben werden und dafür den Entwicklern auch noch Geld abknöpft.

Der Nutzer entscheidet

Bei all dem soll die Entscheidung, was passiert, beim Nutzer liegen. Firefox soll seinen Nutzern daher mehr Kontrolle über ihre Daten einräumen und eine Personalisierung erlauben, ohne unnötig viele Daten an Dritte herauszugeben. Datenschutz soll dabei von Grund auf wesentlicher Bestandteil sein, der Nutzer soll keine Überraschungen erleben und echte Wahlfreiheit haben.

Überall

Firefox ist heute für die wichtigsten Desktopbetriebssysteme und für Android verfügbar. Vor allem Android soll dabei künftig mehr Bedeutung zukommen, da Mozilla davon ausgeht, dass Googles Betriebssystem in den nächsten Jahren zu einem der dominierenden Betriebssysteme wird. Dort, wo es nicht möglich ist, die eigene Webengine von Firefox einzusetzen, soll es zumindest möglich sein, die Zusatzfunktionen von Firefox zu verwenden, so wie es heute schon mit Firefox Home für das iPhone möglich ist.

Bei der von Sullivan vorgestellten Produktvision für Firefox handelt es sich ausdrücklich um einen Entwurf, der nun weiter diskutiert und verändert werden soll. Allerdings hat Sullivan in das Dokument schon die Ergebnisse vieler Diskussionen einfließen lassen. Und das, was in der Vision beschrieben wird, entspricht dem, was Mozilla zu den einzelnen Punkten schon seit geraumer Zeit als Ziele formuliert. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass sich der Plan noch grundlegend verändern wird.


Atalanttore 02. Jul 2011

Am Lesezeichen-Manager hat sich seit Jahren nichts verbessert. Ebenso am ungeheuren...

tilmank 28. Jun 2011

Sicherlich ist das nicht des Hammers Schuld, dummerweise sind die nagelnden heutzutage...

It's Me 28. Jun 2011

Ich hoffe ja immernoch das Chromium sich mal zu einer echten Alternative entwickelt...

golam 27. Jun 2011

Schnelle Entwicklung?? Pusstekuchen. Verwirrung nen ich das. Kollege fragte schon: Wie...

Thread-Anzeige 27. Jun 2011

auf einem HD-Monitor kann man ja 4 Suchmaschinen parallel anzeigen. Als Webseiten...

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