Supreme Court
Supreme Court (Bild: Supreme Court)

Supreme Court

"Studien beweisen keine Gewaltwirkung von Computerspielen"

Das oberste Gericht der USA hat entschieden: Die Bundesstaaten dürfen den Verkauf von Computerspielen auch zum Schutz von Minderjährigen nicht beschränken - damit ist ein vom ehemaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger eingebrachtes Gesetz gescheitert. Das Grundsatzurteil dürfte auch Auswirkungen auf die deutsche Gewaltdebatte haben.

Anzeige

Computerspiele sind in den USA genauso wie Filme oder Bücher vom 1. Zusatzartikel zur Verfassung geschützt, deshalb dürfen weder die Zentralregierung noch die einzelnen Staaten ihre Verbreitung einschränken. Das hat der Supreme Court der USA, das Gegenstück zum deutschen Bundesverfassungsgericht, entschieden, und damit auch der Spieleindustrie zu einem Sieg gegenüber dem Staat Kalifornien verholfen. Nach Auffassung des Vorsitzenden Richters Antonin Scalia vermitteln Spiele "Ideen durch bewährte Kunstgriffe und durch Elemente, die dem Medium eigen sind." Es sei unerheblich, über welches Medium neue Gedanken oder Meinungen verbreitet würden.

Außerdem hätten die Vertreter von Kalifornien nicht nachweisen können, dass es eine signifikante Anzahl von Eltern gebe, die Verkaufsbeschränkungen befürworten. Sieben von neun Richtern haben dafür gestimmt, dass auch Games den Schutz durch das "First Amendment" genießen. Lediglich zwei haben dagegen votiert und damit die Argumente der Jugendschützer für wichtiger befunden.

Der Supreme Court geht in seiner Urteilsbegründung auch darauf ein, ob gewalthaltige Computerspiele mehr Schaden bei Minderjährigen anrichten können als Filme oder Bücher. Das Ergebnis: "Psychologische Studien, die einen Zusammenhang zwischen den Gewaltspielen und schädlichen Auswirkungen auf Kinder behaupten, beweisen nicht, dass die Minderjährigen aggressiver agieren. Alle gezeigten Effekte sind klein und können nicht von den Auswirkungen anderer Medien unterschieden werden." Derartige Aussagen könnten angesichts der hoch angesehenen Quelle, aus der sie stammen, auch Bedeutung in der bundesdeutschen Debatte um Gewaltspiele bekommen.

Das Gesetz, über dessen Zulässigkeit der Supreme Court nun entschieden hat, hatte der ehemalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger 2004 unterzeichnet. Es ist jedoch nie in Kraft getreten, weil Vertreter der Spielebranche mehrfach dagegen geklagt und diese Rechtsstreitigkeiten immer gewonnen hatten. Das Gesetz hatte vorgesehen, dass auf Computerspielen mit gewalthaltigem Inhalt ein "Für Erwachsene"-Sticker kleben muss. Händler hätten diese Spiele nur an Erwachsene verkaufen dürfen, andernfalls hätte ihnen eine Strafe von bis zu 1.000 US-Dollar gedroht. Das oberste Gericht hatte am 2. November 2010 öffentlich über den Fall verhandelt.


Lord Gamma 28. Jun 2011

Indizierung grenzt aber zumindest oft sehr stark an Zensur, denn die Veröffentlicher...

presspause 28. Jun 2011

Das ist schlichtweg falsch. Der Supreme Court ist dogmatisch gesehen eine...

morecomp 28. Jun 2011

Nein, es dreht sich nur um Amerika. Nicht um Content in irgendeiner Form. Amerika ist im...

syntax error 28. Jun 2011

Ich war mal auf ner LAN und in der Bank gegenüber von mir war ein Typ, der hat sich...

Anonymer Nutzer 28. Jun 2011

Deckel drüber und gut ist ;) Ich glaube das Game-Community's sogar eher eine positive...

Kommentieren



Anzeige

  1. Business Intelligence Consultant (m/w)
    BIVAL GmbH, Ingolstadt
  2. Informationselektroniker/in Bereich Informations- und Vertriebstechnologie
    Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berlin
  3. IT-Projektmanager (m/w) im Bereich Marktmanagement / eCommerce
    Allianz Deutschland AG HV, Unterföhring
  4. Content Manager/in
    text2net GmbH, Bonn

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. The Elder Scrolls V: Skyrim Legendary Edition [PC Code - Steam]
    12,95€
  2. Games-Downloads Angebote
    (u. a. Bioshock Infinite 7,49€, Xcom Enemy Unknown 4,99€, Boderlands 2 7,49€)
  3. The Witcher 3: Wild Hunt
    44,99€ USK 18

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    iOS 8.4 mit Apple Music ist da

  2. Hello, Marit Hansen

    Bye-bye, Thilo Weichert

  3. Mojang

    Minecraft für Lehrer und Aus für Scrolls

  4. Internet

    Cisco kauft OpenDNS

  5. EU erlaubt Spezialdienste

    Wie tot ist die Netzneutralität wirklich?

  6. MX5

    Meizu stellt neues Smartphone mit Fingerabdruck-Scanner vor

  7. Finanzierungsrunde

    Uber macht mehr Verlust als Umsatz

  8. Batman Arkham Knight im Test

    Es ist kompliziert ...

  9. Wikileaks

    NSA spionierte offenbar Frankreichs Wirtschaft aus

  10. Spiele-Linux

    Valve zeigt Vorschau auf neue SteamOS-Version



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



PGP: Hochsicher, kaum genutzt, völlig veraltet
PGP
Hochsicher, kaum genutzt, völlig veraltet
  1. OpenPGP Facebook verschlüsselt E-Mails
  2. Geheimhaltung IT-Experten wollen die NSA austricksen
  3. Security Wie Google Android sicher macht

Urheberrecht: Die Panoramafreiheit ist bedroht
Urheberrecht
Die Panoramafreiheit ist bedroht
  1. EU-Urheberrecht Wikipedia fürchtet Abschaffung der Panoramafreiheit
  2. Experten Filesharing-Urteil des Bundesgerichtshofs für Musikindustrie
  3. Privatkopie Österreich will Downloads von illegalen Quellen verbieten

Unity: "Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
Unity
"Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
  1. Unity Technologies 56.289 Engine-Tests in einer Nacht
  2. Engine Unity 5.1 mit neuer Rendering-Pipeline für Virtual Reality
  3. Microsoft Hololens setzt auf die Unity-Engine

  1. Re: Call Center und all-IP

    cicero | 03:50

  2. Eigene Musik

    mac4ever | 03:40

  3. Hausnotruf

    GaliMali | 03:39

  4. Re: Oh Schei$$e...

    Clarissa1986 | 03:39

  5. Re: Informationspolitik

    cicero | 03:35


  1. 02:37

  2. 17:58

  3. 17:18

  4. 17:11

  5. 16:55

  6. 15:44

  7. 15:38

  8. 14:08


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel