Energy Harvesting durch den piezoelektrischen Effekt
Energy Harvesting durch den piezoelektrischen Effekt (Bild: Daniel J. White)

Energy Harvesting

Beim Tippen Strom erzeugen

Australische Forscher haben ein serientaugliches Verfahren entwickelt, um piezoelektrische Dünnfilmgeneratoren günstig herzustellen. Künftig könnten solche Systeme beispielsweise in die Tastatur integriert werden und beim Tippen Strom erzeugen.

Anzeige

Schluss mit leeren Akkus - künftig erzeugt der Nutzer den Strom für sein mobiles Gerät selbst auf der Tastatur. Forscher am australischen Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) und an der australischen Nationaluniversität in Canberra, der Australian National University, haben eine dünne Folie entwickelt, die Strom produziert, wenn Druck darauf ausgeübt wird.

Neue Kombination

In einem Aufsatz im deutschen Fachmagazin Advanced Functional Materials beschreiben die Forscher um Madhu Bhaskaran vom RMIT, wie sie bereits vorhandene Elemente kombinierten und so einen Fortschritt beim sogenannten Energy Harvesting erzielten: Sie haben ein piezoelektrisches Material genommen und daraus mit bekannten Produktionsverfahren einen sehr dünnen Film erzeugt.

Das Ergebnis ist ein piezoelektrischer Dünnfilmgenerator, der für viele Zwecke eingesetzt werden kann. Er könnte beispielsweise auf einer Tastatur Strom für einen Laptop erzeugen oder in einem Schuh untergebracht werden und beim Laufen den Akku des MP3-Players oder des Mobiltelefons laden. Auch medizinische Anwendungen sind denkbar. So könnte das System als Stromlieferant in einem Herzschrittmacher eingesetzt werden, der über den Blutdruck betrieben wird.

Geeignet für die Massenfertigung

Energy Harvesting bei Nanomaterialien auf der Basis des piezoelektrischen Effekts sei schon zuvor gezeigt worden, erklären die australischen Wissenschaftler. Aber solche Strukturen herzustellen sei schwierig und deshalb nicht unbedingt für eine Massenfertigung geeignet. Mit dem von ihnen entwickelten Verfahren soll es möglich sein, günstig zuverlässige piezoelektrische Materialien herzustellen, die einfach in alle möglichen Geräte integriert werden können.

Bisher sei es schwierig gewesen, den Druck zu berechnen, der ausgeübt werden muss, um ein bestimmtes Quantum an elektrischer Energie zu erzeugen, erklärt Bhaskaran. Das habe bisher den kommerziellen Einsatz von piezoelektrischen Dünnfilmgeneratoren behindert. "Das ist das erste Mal, dass wir sagen können, dass ein bestimmter Druck ein bestimmtes Maß an Spannung oder Strom erzeugt", sagte die RMIT-Forscherin dem australischen Online-Wissenschaftsnachrichten-Angebot The Conversation. Noch ist das System jedoch nicht leistungsfähig genug. Daran wollen die Forscher als Nächstes arbeiten. In zwei bis drei Jahren könnten solche Folien als Massenprodukt erhältlich sein, schätzt Bhaskaran.

Strom aus der Umgebung

Energy Harvesting werden Verfahren genannt, bei denen Strom aus der Umgebung eines Gerätes erzeugt wird, etwa durch Vibrationen, Temperaturunterschiede, Luftströmungen und mechanische Bewegungen.

Dabei gibt es viele Varianten. Ein kanadischer Forscher etwa hat vor einigen Jahren einen Generator entwickelt, der aus den Bewegungen des Knies Strom erzeugt. Ein Team der TU Chemnitz will aus Kaubewegungen elektrische Energie für Hörgeräte gewinnen. US-Studenten haben einen Stoßdämpfer konstruiert, der nicht nur für ruhiges Fahren sorgt, sondern auch die abgefangenen Stöße noch in elektrische Energie umwandelt. In Kalifornien sollen künftig die Vibrationen, die Autos auf der Straße erzeugen, in elektrische Energie umgewandelt werden.


Osolemio 09. Jun 2014

Hmmm, die sind jetzt um. Irgendwelche Neuigkeiten dazu? Gibt es diese Tastaturen jetzt?

teleborian 27. Jun 2011

Ich stelle mir vor, das es nicht viele Leute geben wird, welche ein Stromkabel von den...

Portalfan14 23. Jun 2011

xDD

Himmerlarschund... 23. Jun 2011

Und wenn das jeder macht, können wir auf den Straßen wunderbar Autoscootern und tun der...

obstler 22. Jun 2011

So wie unsere Sekretärinnen in die Tasten hauen, kann man davon locker ein Schwimmbad...

Kommentieren



Anzeige

  1. Medical Documentalist Pharmacovigilance (m/w)
    BERLIN-CHEMIE AG, Berlin
  2. IT-Architekt Engineering für das Team Enterprise Architecture Management & Governance
    Daimler AG, Böblingen
  3. Helpdesk & Level 2 Support Analyst (m/w)
    Universal Music Entertainment GmbH, Berlin
  4. Big Data Entwickler Innovation Lab (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Raum Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: Jetzt für 30 EUR Serien kaufen und 5 EUR sparen
  2. NEU: 100 EUR Rabatt auf das Samsung Galaxy S6/S6 Edge 128GB
    mit dem Gutscheincode 100S6GB128
  3. NEU: Blu-ray Filme reduziert
    (u. a .Into the Wild 8,97€, Black Hawk Down 8,97€, Act of Valor 7,99€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Bundesverkehrsministerium

    Schnelle E-Bikes sollen auf Radwegen fahren

  2. Oneplus-One-Nachfolger

    Neues Oneplus Two wird ab 340 Euro kosten

  3. Spionagesoftware

    Der Handel des Hacking Teams mit Zero-Days

  4. In eigener Sache

    Preisvergleich bei Golem.de

  5. Akademy 2015

    Plasma Mobile hilft KDE bei der Wayland-Umsetzung

  6. Arrow Launcher ausprobiert

    Der Android-Launcher von Microsoft

  7. Bug bei Notebooks mit Intel-Chips

    Zehn Prozent weniger Akkulaufzeit mit Windows 10

  8. SE370

    Samsungs neue Displays laden Smartphones drahtlos auf

  9. Microsoft

    Die Neuerungen von Windows 10

  10. Linux-Distributionen

    Opensuse Leap 42.1 erhält aktuellen Linux-Kernel 4.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Kepler-452b: Die "zweite Erde", die schon wieder keine ist
Kepler-452b
Die "zweite Erde", die schon wieder keine ist
  1. Weltraumteleskop Kepler entdeckt Supererde in der habitablen Zone

Pixars Inside Out im Dolby Cinema: Was blenden soll, blendet auch
Pixars Inside Out im Dolby Cinema
Was blenden soll, blendet auch
  1. Ultra HD Blu-ray Es geht bald los mit 4K-Filmen auf Blu-ray

Neue WLAN-Router-Generation: Hohe Bandbreiten mit zweifelhaftem Nutzen
Neue WLAN-Router-Generation
Hohe Bandbreiten mit zweifelhaftem Nutzen
  1. EA8500 Linksys' MU-MIMO-Router kostet 300 Euro
  2. Aruba Networks 802.11ac-Access-Points mit integrierten Bluetooth Beacons
  3. 802.11ac Wave 2 Neue Chipsätze für die zweite Welle von ac-WLAN

  1. Re: Tippfehler bei Auflösung?

    tk (Golem.de) | 07:42

  2. Re: noch ein paar mehr Absätze

    exxo | 07:39

  3. Re: Es gibt zu viele Idioten in diesem Land

    Niaxa | 07:39

  4. Re: Schon die Entwertung der Sicherheitslücken ...

    Helites | 07:38

  5. Re: Verbindung Abo-Forum

    david_rieger | 07:34


  1. 07:48

  2. 05:00

  3. 18:15

  4. 16:44

  5. 15:15

  6. 14:45

  7. 13:04

  8. 12:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel