Boykott von E-Books: FSF-Gründer Richard Stallman
Boykott von E-Books: FSF-Gründer Richard Stallman (Bild: Victor Powell/ Wikipedia)

Digitales Rechtemanagement

Richard Stallman will E-Books boykottieren

Richard Stallman hat zum Boykott von E-Books aufgerufen. Die Art und Weise, wie E-Books heutzutage gehandhabt würden, stelle eine unzulässige Einschränkung der Freiheit der Leser dar.

Anzeige

Die Art und Weise, wie Anbieter wie Amazon mit E-Books umgehen, stellt eine Einschränkung der Freiheit des Nutzers dar. Die These vertritt Richard Stallman in einem Artikel, den er auf seiner Website veröffentlicht hat. Der Gründer der Freie-Software-Bewegung hat Nutzer deshalb aufgerufen, E-Books zu boykottieren.

Weniger Möglichkeiten

Stallman begründet seinen Aufruf damit, dass ein Besitzer eines E-Books damit weniger anfangen könne als mit einem gedruckten Buch. Dieses könne anonym mit Bargeld erworben werden. Dann gehöre es dem Käufer, der damit tun und lassen könne, was er wolle. Er brauche keine proprietäre Technik, um es zu lesen, und niemand könne es ihm wegnehmen.

Wenn er hingegen bei Amazon ein E-Book kaufe, müsse der Käufer seinen Namen nennen. Wenn er es dann gekauft habe, müsse er eine Lizenz sowie ein digitales Rechtemanagement akzeptieren, die bestimmte Nutzungen ausschließe, etwa das E-Book zu kopieren. Um es lesen zu können, brauche er eine proprietäre Software. Das Format des E-Books selbst sei geheim. Schließlich könne Amazon durch eine Hintertür E-Books von den Geräten seiner Kunden löschen, wie es 2009 mit zwei Romanen des britischen Schriftstellers George Orwell geschehen sei.

Rückschritt gegenüber gedrucktem Buch

Jede einzelne dieser Einschränkungen stelle schon einen Rückschritt gegenüber gedruckten Büchern dar. Stallmans Konsequenz: "Wie dürfen E-Books solange nicht annehmen, bis sie unsere Freiheit anerkennen."

Die Anbieter begründeten ihre restriktiven Maßnahmen damit, dass sie ihre Autoren bezahlen müssen. "Wir können Autoren auf andere Weise besser unterstützen, die die Freiheit nicht einschränken und sogar das Teilen legalisieren", schrieb Stallman. Sein Vorschlag: aus Steuermitteln einen Topf einzurichten, aus dem ein Autor proportional zu seiner Beliebtheit abgegolten werden kann. Eine andere Möglichkeit sei, unabhängige Stellen einzurichten, über die Leser Autoren freiwillig und anonym Zahlungen zukommen lassen können.

Anbieter aufhalten

"E-Books müssen keinen Angriff auf unsere Freiheit darstellen, aber sie werden es, wenn die Unternehmen die Möglichkeit haben, zu entscheiden. Es liegt an uns, sie aufzuhalten. Der Kampf hat bereits angefangen", schließt Stallman.

Stallman nennt allein Amazon. Allerdings erklärt er, die Bedingungen des Onlinehändlers seien "ziemlich typisch". Was allerdings nur bedingt stimmt: So setzen eine Reihe von Anbietern beispielsweise nicht auf ein proprietäres Format, sondern auf den offenen ePub-Standard. Die Löschung eines E-Books war zudem eine einzigartige Angelegenheit, für die sich Amazon-Chef Jeff Bezos entschuldigte. Er beteuerte, ein solcher Fehler werde nicht mehr vorkommen.

Nach der Löschung der Orwell-Romane hatte die von Stallman gegründete Free Software Foundation (FSF) Amazon für das digitale Rechtemanagement auf dem E-Book-Reader Kindle kritisiert und gefordert, die Software des Geräts als freie Software zu veröffentlichen.


Bankai 14. Jun 2011

...und sonst hast du keine Probleme... Hier ein... <<|>>< für dich!

WhyLee 14. Jun 2011

Im Prinzip lebt die Medienindustrie ja hier vom gut ausgestatteten Deppen. Dieser kauft...

GodsBoss 11. Jun 2011

Ich vermute mal, es geht um die GPL? Falls ja, welche Freiheit schränkt denn diese...

book 11. Jun 2011

Copyshops auch. Deshalb ist eine Privatkopie nicht nur Lernenden vorbehalten, sondern...

Thread-Anzeige 11. Jun 2011

Falsch. Wikipedia zeigt Dir, wie. Niemand hindert die Free-Linux-Learners-Foundation...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Software Entwickler (m/w)
    MECOMO AG, Unterschleißheim
  2. SAP PLM Projektleiter (m/w)
    CIDEON Systems GmbH & Co. KG, deutschlandweit
  3. Senior Server-Architekt (m/w)
    SinnerSchrader Mobile GmbH, Berlin
  4. Systemarchitekt/in für unbemannte Luftfahrzeuge
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TIPP: Blu-ray-Tipps aus Filmaktion
    (u. a. Transformers 4 8,97€, Interstellar 12,99€, Fast & Furious 1-6 26,97€, Zurück in die...
  2. TIPP: Alien - Jubiläums Collection - 35 Jahre [Blu-ray]
    20,99€
  3. VORBESTELLBAR: Until Dawn Special Edition PS4
    79,95€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Catalyst 15.5 Beta

    Neuer Radeon-Grafiktreiber beschleunigt Project Cars stark

  2. Akku-Uhrenarmband

    Apple Watch soll über verdeckten Port schneller laden

  3. Sprachassistent

    Google Now wird schlauer

  4. Google

    Fotos-App mit unbegrenztem Cloud-Speicher

  5. Project Brillo

    Google vertieft Bemühungen im Smart-Home-Bereich

  6. Umfrage

    IT-Nachwuchs erwartet Einstiegsgehalt von über 46.000 Euro

  7. Android M

    Google mit neuem System für App-Berechtigungen

  8. Windows 7

    Drahtzieher von PC Fritz erhält über sechs Jahre Haft

  9. NC Soft

    Wildstar wird Free-to-Play

  10. SMS

    O2 warnt Handy-Kunden vor automatischem Internetzugriff



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Soziales Netzwerk Sociax: Das Facebook mit mehr Privatsphäre
Soziales Netzwerk Sociax
Das Facebook mit mehr Privatsphäre
  1. Nepal Facebook, Google und Openstreetmap helfen Erdbebenopfern
  2. Karrierenetzwerk LinkedIn will Zukauf für 1,5 Milliarden US-Dollar
  3. Soziale Netzwerke Vernetzt und zugenäht!

Berlin E-Prix: Motoren, die nach Star Wars klingen
Berlin E-Prix
Motoren, die nach Star Wars klingen
  1. Funktechnik Daimler und Qualcomm vernetzen das Auto

Apps für Googles Cardboard: Her mit der Pappe!
Apps für Googles Cardboard
Her mit der Pappe!
  1. Game of Thrones Auf der Mauer weht ein eisiger Wind
  2. VR im Journalismus So nah, dass es fast wehtut
  3. Deep angespielt "Atme tief ein und tauche durch die virtuelle Welt"

  1. Re: Das Ding taugt nicht mal für Termine

    Tzven | 06:06

  2. Witcher 3 Verbesserungen

    Algo | 06:00

  3. Re: Saläre Schweiz: Median = 85k / Jahr direkt...

    DerVorhangZuUnd... | 05:49

  4. Re: Bitte nicht wie bei iOS...(SuperSU for...

    zettifour | 05:36

  5. Re: Ist auch eine Korruptions-Simulation enthalten?

    Atzeonacid | 05:19


  1. 03:08

  2. 23:20

  3. 21:09

  4. 20:58

  5. 20:12

  6. 20:06

  7. 19:57

  8. 17:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel