Abo
  • Services:
Anzeige
Flugzeugträger USS George Washington: Militärische Antwort aufs Hacken
Flugzeugträger USS George Washington: Militärische Antwort aufs Hacken (Bild: Shigeki Miyajima/ AFP/ Getty Images)

IMHO

Bomben auf Hacker?

Flugzeugträger USS George Washington: Militärische Antwort aufs Hacken
Flugzeugträger USS George Washington: Militärische Antwort aufs Hacken (Bild: Shigeki Miyajima/ AFP/ Getty Images)

Ihrer neuen Cyberstrategie zufolge betrachten die USA den Cyberwar künftig als konventionellen Krieg. Geht das Recht auf Selbstverteidigung so weit, dass Hacken mit Bomben vergolten werden darf?

Das US-Verteidigungsministerium will im kommenden Monat eine neue Cyberstrategie vorlegen, nach der Computerangriffe mit militärischen Mitteln beantwortet werden können. Die USA wollen also notfalls Angriffe über das Internet mit konventionellen Militärschlägen vergelten. Im Klartext: "Wenn ihr unser Stromnetz lahmlegt, dann feuern wir vielleicht eine Rakete auf eure Industrieanlagen ab", erklärte ein US-Offizier im Wall Street Journal. Einen Computerangriff mit Raketen zu beantworten, scheint allerdings kaum eine angemessene Reaktion zu sein. Und wen wollen die Militärs überhaupt beschießen?

Anzeige

Erkennbarer Angreifer

Um einen Angriff vergelten zu können, muss dessen Urheber ja bekannt sein. Im konventionellen Krieg ist das einfach: Soldaten des eine Landes - erkennbar an ihrer Uniform - schießen auf Ziele in einem Land. Das ist ein kriegerischer Akt, den das angegriffene Land nach der UN-Charta angemessen beantworten darf.

Wie aber soll das im Cyberspace aussehen? Schon den Urheber eines ausgefeilten Angriffes auszumachen, ist schwer bis unmöglich. Der Angreifer hat unzählige Möglichkeiten, seine Aktionen zu verschleiern. Er kann es sogar so aussehen lassen, als sei der Urheber in einem anderen Land ansässig. Dann werden unter Umständen Ziele in einem unbeteiligten Land bombardiert.

Und selbst, wenn der Angriff sich tatsächlich in ein anderes Land zurückverfolgen lässt, ist es schwer zu klären, ob es die offizielle Hackertruppe des Militärs war, die ihn durchgeführt hat. Es könnten genauso gut auch gewöhnliche Cyberkriminelle gewesen sein. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sogenannte patriotische Hacker dahintersteckten. Diese agieren zwar auf eigene Faust, aber mit Billigung und Wissen der Regierung. Oder eine Mischung aus allen - wie es offensichtlich 2008 im Konflikt zwischen Russland und Georgien der Fall war. Wie will das US-Militär in dieser Gemengelage den Verantwortlichen finden, um ihn militärisch zur Rechenschaft zu ziehen?

Gab es Tote?

Schließlich: Wie kann eine angemessene Reaktion überhaupt aussehen? Früher war die Sache einfach: "Gab es Tote?", fragten die Militärs bei der Einschätzung der angemessenen Reaktion. Eine Hackerattacke auf die Energiewirtschaft oder die New Yorker Börse wird kaum Menschenleben fordern. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft könnten hingegen gravierend sein. Wird jedoch das Lahmlegen der Energieversorgung im Sinne des US-Offiziers vergolten - Schaltest du mein Stromsystem übers Internet aus, mache ich deines mit einer Cruise Missile platt -, ist mit Toten zu rechnen. Wiegen Chaos im Computer und in der Wirtschaft die physische Zerstörung von Anlangen und die Tötung von Menschen auf? Zweifel sind angebracht.

Ein Angriff auf eine kritische Infrastruktur wie das Stromnetz ist kein Hackerstreich mehr, sondern eine ernstzunehmende Attacke auf ein Land, seine Bürger und seine Wirtschaft. Es ist auch kein Horrorszenario paranoider Sicherheitsspezialisten: Im Jahr 2008 fanden Computerspezialisten der US-Regierung Sabotagesoftware in den Systemen von US-Energieversorgern, mit denen diese Systeme hätten lahmgelegt werden können.

Ein Land muss sich das nicht gefallen lassen. Die UN-Charta gesteht einem Land, das militärisch angegriffen wird, zu, sich zu verteidigen. Dass das auch für virtuelle Angriffe gilt, ist richtig. Die Reaktion muss aber angemessen sein - eine Lösung dafür ist schwer zu finden. Bomben für Hackerattacken sind sicherlich keine.


eye home zur Startseite
Anonymer Nutzer 06. Jun 2011

Du solltest in die Politik gehen oder bist Du Beamter? Wenn eine Bevölkerung gegen...

swissmess 06. Jun 2011

Zum Glück drohen dies nur die Amerikaner und nicht die JAPANER! Dank Sony wären wir jetzt...

Hotohori 05. Jun 2011

... einfach mal das Pentagon hacken und einen Weltkrieg auslösen... Und wer was? Irgend...

berthold 04. Jun 2011

Vermutlich hätten die dann wieder eine Chance auf Export, nur theoretisch, denn dazu...

berthold 04. Jun 2011

es war ja zu befürchten, dass es bei den Amis so dramatisch aussieht. Wenn man nicht mehr...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen bei München
  2. über Robert Half Technology, Berlin
  3. T-Systems International GmbH, München
  4. FRITZ & MACZIOL Software und Computervertrieb GmbH, Hannover


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Asus GTX 1070 Strix, MSI GTX 1070 Gaming X 8G, Inno3D GTX 1070 iChill)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Folgen Sie uns
       


  1. Headlander im Kurztest

    Galaktisches Abenteuer mit Köpfchen

  2. Industrie- und Handelskammern

    1&1 Versatel bekommt Großauftrag für Glasfaser

  3. Chakracore

    Javascript-Engine von Edge-Browser läuft auf OS X und Linux

  4. Kinderroboter Myon

    Einauge lernt, Einauge hat Körper

  5. Passwort Manager

    Lastpass behebt kritische Lücke

  6. Fest angestellt

    Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

  7. Nytro XM1440

    Seagate kündigt M.2-SSD mit 2 TByte an

  8. Pix

    So stellt sich Microsoft Research die bessere Kamera-App vor

  9. Nach Missbrauchsvorwürfen

    Die große Abrechnung mit Jacob Appelbaum

  10. VR-Headset

    Fove Inc verpasst dem Fove ein neues Aussehen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elementary OS Loki im Test: Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
Elementary OS Loki im Test
Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
  1. Linux-Distribution Ubuntu diskutiert Ende der 32-Bit-Unterstützung
  2. Dells XPS 13 mit Ubuntu im Test Endlich ein Top-Notebook mit Linux!
  3. Aquaris M10 Ubuntu Edition im Test Ubuntu versaut noch jedes Tablet

Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

  1. Re: das ist Mercedes' Antwort im Transportwesen...

    Sebbi | 14:30

  2. Re: Eine Microsoft-App, die nicht für Windows...

    GeroflterCopter | 14:29

  3. Re: Bis zu 200km . . .

    Tantalus | 14:28

  4. Re: Abgesoffen vs. überstrahlt

    Maddix | 14:27

  5. Re: Eine wirklich gute Camera-App müsste...

    |=H | 14:26


  1. 14:00

  2. 12:37

  3. 12:29

  4. 12:00

  5. 11:38

  6. 11:23

  7. 10:54

  8. 10:48


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel