IEEE 802.11ac

Gigabit-WLAN kommt 2012 für 5-GHz-Band

Nicht mehr im Jahr 2011, aber ein Jahr später sollen die ersten Geräte für den nächsten WLAN-Standard mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde auf den Markt kommen. Laut Angaben der Wifi-Alliance soll das auch passieren, wenn die IEEE den Standard noch nicht ratifiziert hat.

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Bei der Entwicklung von IEEE 802.11ac, dem nächsten schnelleren WLAN-Standard, bahnt sich derselbe Streit zwischen Unternehmen und den Normierungsgremien an wie beim aktuellen 802.11n. Kelly Davis-Fellner, Marketingchefin der Wifi Alliance, sagte PCmag.com, dass die in dem Industrieverband aktiven Unternehmen Geräte für Gigabit-WLAN auf den Markt bringen wollen, noch bevor die IEEE den Standard abgesegnet hat.

Davis-Felner sagte: "Die Wifi Alliance nimmt Anregungen aus dem Markt entgegen, nicht von der IEEE". Die derzeit meistgestellte Frage in der Branche sei, ob die endgültige Ratifizierung von 802.11ac so lange dauern werde wie bei 802.11n. Dabei gab es vor allem gegen Ende des Prozesses jahrelange Verzögerungen: Mitte 2006 wurde ein Vorschlag für die endgültige Spezifikation nicht angenommen, obwohl bereits einige der "Draft-N-Geräte" auf dem Markt waren. Auf Druck der Hersteller akzeptierte die Wifi-Alliance dann aber doch Teile der Draft-N-Normen, so dass die Geräte kompatibel blieben. Erst im September 2009 wurde der vollständige 802.11n-Standard dann auch durch die IEEE verabschiedet.

Diesmal soll es laut PCMag.com aber auf keinen Fall so lange dauern, die wichtigsten Eckpunkte für das schnellere WLAN stehen bereits fest. So soll 802.11ac nur im 5-GHz-Band arbeiten. Für 802.11n ist das noch optional. Ob es einen Standard geben wird, auch 2,4-GHz-Geräte über einen 802.11ac-Router ins selbe Netz zu bekommen, ist noch nicht bekannt. Da ist aber auch durch herstellereigene Lösungen mit getrennten Subnetzen und einer Bridge zwischen diesen möglich, dürfte die Geräte aber verteuern.

Kanäle bis 160 MHz

Problematisch ist bei einer Standardisierung des bis zu 1 GBit/s schnellen WLAN noch die Breite der Kanäle. 20, 40 und 80 MHz sind vorgesehen und 160 MHz optional. So breite Frequenzbänder, die ein Gerät dann vollständig belegt, sind jedoch nicht in allen Teilen der Welt von den Regulierungsbehörden freigegeben. In Europa ist beispielsweise in den meisten Ländern bei 40 MHz Schluss.

Dem Trend von Mobilfunkprovidern folgend, soll das Gigabit-WLAN auch als "5G VHT" vermarktet werden, das Kürzel steht für "very high throughput". Noch ist aber nicht abzusehen, wie hoch die Nettobandbreiten sein werden. Als Richtwert gilt durch Protokoll-Overhead und Fehlerkorrektur bei WLAN die Hälfte der angegebenen Bandbreite, also auch für 802.11ac höchstens 500 Megabit/s. Das soll laut der Wifi-Alliance aber immer noch für drei parallele HD-Streams reichen.

Solche Anwendungen werden zunehmend wichtiger, da bei der rein drahtlosen Übertragung von HD-Video vom Speichermedium zum Empfänger die Daten über den Router oder Access Point zweimal durch die Luft geschickt werden müssen. Das belegt schon die doppelte Bandbreite eines HD-Streams, der von einem verkabelten Gerät bereitgestellt wird. Mit einer ersten Version des IEEE-Standards für 802.11ac rechnet die Wifi Alliance Mitte oder Ende des Jahres 2012. Wann die ersten Geräte nach den aktuellen Entwürfen dafür auf den Markt kommen sollen, sagte die Sprecherin des Verbandes jedoch noch nicht.


Flying Circus 17. Jun 2011

Die Latenzen reichen fürs Video-Streaming locker aus. Was mich wirklich stört, sind diese...

antares 01. Jun 2011

nunja, 802.11a konnte man es nicht nennen, das ist altes WLAN im 5Ghz Band. 802.11c...

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