Formel Akkuschrauber

Mit 1.250 Umdrehungen auf die Rennstrecke

Am Wochenende hat in Hildesheim zum siebten Mal ein besonderes Rennen stattgefunden: Teams von 15 Universitäten aus Deutschland und der Schweiz traten mit ihren selbst gebauten Elektrofahrzeugen an. Als Antriebsaggregat diente ein Akkuschrauber.

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Während am Samstag Sebastian Vettel, Nico Rosberg und ihre Kollegen auf der Jagd um die besten Startplätze für den Großen Preis von Monaco durch die engen Straßen des Fürstentums an der Mittelmeerküste rasten, kämpften in Hildesheim 15 deutlich leisere Teams gegeneinander. Ihre Boliden werden nicht von einem Acht-Zylinder-Motor, sondern von einem Elektromotor angetrieben, und zwar von einem, der normalerweise Schrauben in die Wand dreht: Der Motor des Fahrzeugs ist ein Akkuschrauber des schwäbischen Unternehmens Bosch.

15 Teams aus Deutschland und der Schweiz

14 Teams aus Deutschland und eines aus der Schweiz waren nach Hildesheim gekommen, um ihre Vehikel, die sie um den Einheitsantrieb - Kennzahlen: 18 Volt Spannung, maximal 1.250 Umdrehungen in der Minute - konstruiert haben, auf die Strecke zu schicken. Die ist 90 Meter lang und musste vier Mal umrundet werden. Es war bereits das siebte Rennen in der Formel Akkuschrauber, das die örtliche Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) veranstaltet hat.

Beim Akkuschrauber-Rennen gibt es einige technisch bedingte Besonderheiten: Da der Akkuschrauber nicht genug Leistung hat, um das Fahrzeug aus dem Stand zu starten, muss ein zweites Teammitglied Fahrer und Fahrzeug anschieben. Weitere Schikane: Das Fahrzeug geht ohne Antrieb an Start.

Erst den Akkuschrauber einbauen

Nach dem Startschuss muss erst der Akkuschrauber eingebaut werden, bevor es auf die Strecke geht. Beim Entwurf des Fahrzeugs müssen die Konstrukteure also darauf achten, den Akkuschrauber an einem möglichst einfach zugänglichen Ort zu platzieren. Während des Rennens muss jeder Fahrer einen Pflichtboxenstopp absolvieren. Dann wird nachgetankt - sprich: Der Akku wird ausgetauscht.

Jeweils zwei Fahrzeuge rasen um den Rundkurs. Die Leistung des Antriebs reicht aus, um diese auf bis zu 30 km/h zu beschleunigen. Am Ende der Rennen stand das Team BÄÄÄÄMden der Hochschule Emden-Leer ganz oben auf dem Siegertreppchen. Sie siegt mit einer Zeit von 1:07 Minuten. Den Platz kannte die Mannschaft der Hochschule Emden-Leer schon: Sie hatte auch das Rennen im Vorjahr gewonnen. Den zweiten Platz mit 10 Sekunden Rückstand belegte das Team der Zürcher Hochschule der Künste. Dritter auf dem Treppchen mit einer Zeit von 1:20 Minuten waren Hamburgs leichte Jungs von der Hamburger Hochschule für bildende Künste.

Geschwindigkeit war aber nicht das einzige, was auf dem Hildesheimer Flugplatz zählte: Einen weiteren Preis gab es für die Leichtigkeit des Fahrzeugs. Denn wie in der Formel 1 zählt auch bei den Akkuschrauber-Rennern das Gewicht. Leichtbau ist deshalb angesagt: Das Fahrzeug, mit dem das Zwei-Mann-Team der Bauhaus-Universität in Weimar angetreten ist, besteht beispielsweise aus Bambus und Kohlefaser. Andere Teams setzten Materialien wie Aluminium, Holz oder Kunststoff ein. Mit Aluminium und Badehandtuch fand das Team Paradise von der Hochschule Rhein Main in Rüsselsheim eine interessante Werkstoffkombination. Sehr innovativ war das Hildesheimer Team Die Herausforderer: Ihr Renner stammt aus dem 3D-Drucker.

Hamburgs leichte Jungs haben auf den hochfesten und leichten Werkstoff Kohlefaser gesetzt, aus dem auch die Formel-1-Boliden bestehen. Damit machten sie ihrem Namen alle Ehre: Mit einem Gewicht von 4 Kilogramm bauten sie das leichteste Fahrzeug im Feld. Auf das Gewicht hatten auch die Weight Watchaz von der Hochschule Coburg geachtet. Mit ihrem 4,9 Kilogramm schweren Renner landeten sie auf Platz 2. Der dritten Platz in der Gewichtsklasse ging an das Team E-bow von der Köln International School of Design - ihr Fahrzeug brachte 6,3 Kilogramm auf die Waage.

Publikumspreis für einen Lokalmatador

Allerdings gingen auch die Gastgeber nicht leer aus: Einer der beiden Lokalmatadore aus Hildesheim bekam den Preis des Publikums und der Fachjury: Letztere besteht aus den Dozenten, die die Teams betreuen, und Bosch-Mitarbeitern und bewertet die technische und gestalterische Lösung des Fahrzeugs. Das Publikum bewertet den Gesamteindruck, den Fahrzeug, Fahrer und Team abgeben. Beide Wertungen entschied das Team Rennholz für sich.


Replay 01. Jun 2011

Nun, Spaßbremsen sollte man als Biolandwird artgerecht und gemäß dem natürlichen...

Harri 01. Jun 2011

Vom Film haette ich mir etwas mehr Action und etwas weniger Standbild gewuenscht...

format 31. Mai 2011

Sich ins Ziel vibrieren? Nach dem Motto "bin schon da"? *fg*

George99 31. Mai 2011

Mit dem Akkuschrauber angetrieben? Nun, da würdest du direkt dahinterstehend einen...

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