Junge Iraner in einem Internetcafé in Hamadan
Junge Iraner in einem Internetcafé in Hamadan (Bild: Nima Daymari/AFP/Getty Images)

Halal-Netzwerk

Iran will Internet durch nationales Intranet ersetzen

Ein nationales Intranet unter totaler Kontrolle des Regimes soll das Internet im Iran ersetzen. Nur Banken, Regierungsstellen und große Unternehmen sollen weiterhin Zugang zum Internet haben.

Anzeige

Der Iran arbeitet an der Errichtung eines nationalen Intranets, das das Internet im Land ersetzen könnte. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf nicht namentlich genannte iranische staatliche Nachrichtenagenturen und Zeitungen.

Irans nationales Intranet werde ein "echtes Halal-Netzwerk, das sich auf ethisch-moralischer Ebene an Muslime richtet", sagte Ali Aghamohammadi vom iranischen Wirtschaftsministerium. Das arabische Wort halal bedeutet "erlaubt" oder "zulässig" und bezieht sich hier auf das islamische Recht.

Das Regime missbraucht Experten zufolge religiöse Traditionen des Islams, fördert die Wiederbelebung mittelalterlicher Praktiken des "islamischen Rechts" und macht sie zum Bestandteil staatlichen Terrors.

Möglicherweise könne das nationale Netzwerk das Internet im Iran und in anderen islamischen Staaten ganz ablösen, erklärte Aghamohammadi. Es werde zuerst parallel zum Internet betrieben. Banken, Regierungsstellen und große Unternehmen im Iran erhielten weiterhin Zugang zum Internet, sagte er.

Laut einer Analyse der Opennet-Initiative einiger westlicher Universitäten betreibt der Iran eines der weltweit größten technischen Kontroll- und Filtersysteme für das Internet. Das Routen des gesamten Internetverkehrs über Proxyserver ermöglicht das Überwachen und Protokollieren des unverschlüsselten Internetverkehrs, einschließlich E-Mails, Instant Messaging und Surfen im Netz. Der gesamte Datenverkehr des Landes läuft über wenige Internet Service Provider, die die Netzzugänge für die privaten Haushalte bereitstellen. Diese werden zentral über die Netze der staatlich kontrollierten Telecommunication Company of Iran (TCI) geleitet.

Im Februar 2011 sagte Reza Bagheri Asl, Direktor des Forschungsinstituts des iranischen Telekommunikationsministeriums, einer iranischen Nachrichtenagentur, dass bald 60 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit dem neuen internen Netzwerk arbeiten würden, wie das Wall Street Journal berichtet. Der landesweite Ausbau des Netzes soll in zwei Jahren abgeschlossen sein. Im Jahr 2008 investierte die Regierung eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau der Infrastruktur des Internets. Nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) sind 11 von 100 Iranern im Internet aktiv. Die jüngeren Menschen im Land sind meist sehr gut ausgebildet und mit dem Internet vertraut.


GodsBoss 03. Jun 2011

Sind denn Alice Schwarzers Bücher eine Ansammlung von Geschichten, die man erst...

unsigned_double 01. Jun 2011

... ist prinzipell doch eine feine Sache. Wenn das wirklich eintreten sollte dann baue...

Der Kaiser! 31. Mai 2011

Es ging darum, aufzuzeigen, wie "erfolgreich" Telekommunikationsüberwachung zur...

antares 31. Mai 2011

ja genau, such mal bei google nach kipos - Wie wir alle wissen, gibt es da ja einen...

antares 31. Mai 2011

warum kommt hier keiner auf das offensichtliche? -Porn -Bombenbauanleitungen

Kommentieren



Anzeige

  1. Linux Firewall Supporter (m/w)
    OctoGate IT Security Systems GmbH, Paderborn
  2. Vermessungstechniker/in / Geomatiker/in
    Landratsamt Göppingen, Göppingen
  3. Systemarchitekt (Microsoft) (m/w)
    znt Zentren für neue Technologien GmbH, Burghausen
  4. Teamleiter Project Management Office (m/w)
    LS telcom AG, Lichtenau

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. PCGH-Professional-PC GTX970-Edition
    (Core i7-4790K + Geforce GTX 970)
  2. Crucial MX100 256GB zum Bestpreis bei Redcoon
    95,50€
  3. Medion Erazer X7835 PCGH-Notebook mit Geforce GTX 980M und Core i7-4710MQ
    1999,00€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Gewinnrückgang

    "Microsoft ist weiterhin im Wandel"

  2. Music Key

    Alles oder nichts für Indie-Musiker bei Youtube

  3. Privatsphäre im Netz

    Open-Source-Projekte sollen 1984 verhindern

  4. The Witcher 3 angespielt

    Geralt und die "Mission Bratpfanne"

  5. Onlinehandel

    Welche Versand-Flatrates sich nicht lohnen

  6. Jessie

    Erster Release Candidate für neuen Debian-Installer

  7. Biicode

    Abhängigkeitsverwaltung für C/C++ soll Open Source werden

  8. Mobilfunk

    O2 schaltet LTE-Nutzung für alle Blue-Tarife frei

  9. Broadwell-Mini-PC

    Gigabytes Brix ist noch kompakter als Intels NUC

  10. Cyanogen Inc.

    "Wir versuchen, Google Android wegzunehmen"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IMHO: Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
IMHO
Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
  1. Zu viele Krisen Unions-Obmann im NSA-Ausschuss hört auf
  2. Snowden-Unterlagen NSA entwickelt Bios-Trojaner und Netzwerk-Killswitch
  3. Exdatenschützer Schaar Telekom könnte sich strafbar gemacht haben

Asus Eeebook X205TA im Test: Die gelungene Rückkehr des Netbooks
Asus Eeebook X205TA im Test
Die gelungene Rückkehr des Netbooks

IMHO: Juhu, DirectX 12 gibt's auch für Windows-7-Besitzer
IMHO
Juhu, DirectX 12 gibt's auch für Windows-7-Besitzer
  1. Benchmark-Beta DirectX 12 und Mantle gleich schnell in 3DMark
  2. Grafikschnittstelle AMD zieht Aussage zu DirectX 12 zurück
  3. Grafikschnittstelle Kein DirectX 12 für Windows 7

    •  / 
    Zum Artikel