Tarnkappe: Metamaterial macht Gegenstände unsichtbar
Die Tarnkappe unter dem Elektronenmikroskop (Bild: KIT)

Tarnkappe

Metamaterial macht Gegenstände unsichtbar

Forscher aus Karlsruhe haben ein Metamaterial entwickelt, das im sichtbaren Lichtspektrum funktioniert. Sie haben daraus eine winzige Tarnkappe gebaut, mit der sie eine Wölbung in einer Metallfläche optisch verschwinden lassen können.

Anzeige

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein Material entwickelt, das es ermöglicht, Gegenstände im roten Spektrum des sichtbaren Lichts verschwinden zu lassen.

100 Nanometer große Holzscheite

Das von Joachim Fischer und Tolga Ergin entwickelte sogenannte Metamaterial lenkt Lichtwellen so, dass diese das Material wieder verlassen, als ob sie nie mit dem Objekt, das von dem Metamaterial bedeckt wird, in Berührung gekommen wären. Es besteht aus Kunststoff und Luft. Die Forscher vergleichen seine Struktur mit einem Holzstapel. Die Scheite, die etwa 100 Nanometern groß sind, lenken die Lichtwellen um.

  • Die Struktur des Metamaterials ist kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. (Bild: KIT)
  • Die Tarnkappe in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme. Das Metamaterial erscheint blau; es ist mit Gold beschichtet. (Bild: KIT)
Die Struktur des Metamaterials ist kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. (Bild: KIT)

Die Forscher haben aus dem Metamaterial eine Tarnkappe konstruiert, mit der sie ein Objekt, das in einer Wölbung in einem Metallspiegel liegt, unsichtbar gemacht haben. Die Lichtwellen wurden so umgelenkt, dass die Metallfläche flach und ohne Wölbung erschien. Die Tarnkappe, die Fischer und Ergin aus dem Metamaterial gebaut haben, ist allerdings sehr klein: Sie ist kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares.

Kleiner als die Wellenlänge

Um einen solchen Effekt zu erreichen, muss das Metamaterial Strukturen aufweisen, die kleiner sind als die Länge der Wellen, die abgelenkt werden sollen. Bei Rundfunk- oder Radarwellen, die eine recht große Wellenlänge haben, könnte ein Tarnkappenmaterial "fast mit der Nagelschere produziert werden", erklärt Martin Wegener, der die KIT-Arbeitsgruppe leitet, in der das Metamaterial entwickelt wurde. Damit Lichtwellen im sichtbaren Spektrum umgelenkt werden können, müssen die Strukturen im Nanometerbereich liegen.

Derzeit geht das allerdings nur im roten Spektrum des sichtbaren Lichts. Um eine Tarnkappe zu bekommen, die für das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts funktioniert, müssen die Forscher den Abstand zwischen den Strukturen halbieren, sagt Fischer.

Um Strukturen in dieser Größenordnung herstellen zu können, haben die Karlsruher ein eigenes Verfahren entwickelt, das Direkte Laserschreiben (DLS). Damit lassen sich die winzigen 3D-Strukturen erzeugen, die über optische Eigenschaften verfügen, die in der Natur nicht vorkommen.


groby999 24. Mai 2011

mal nicht gerade...

groby999 24. Mai 2011

Jetzt versteh ich es, man kann es nicht sehen oder zeigen weil man es sowieso nicht sehen...

Lokster2k 20. Mai 2011

So true^^ ymmd :-)

Replay 20. Mai 2011

Doch, das gibt einen Sinn. Verstehst du ihn nicht? Du regst dich ziemlich auf (bellst...

wp (Golem.de) 20. Mai 2011

Vielen Dank für den Hinweis - der Fehler ist jetzt korrigiert. wp (Golem.de)

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior SPS-Programmierer (m/w)
    Aker Solutions, Erkelenz
  2. (Senior) Geoinformatiker (m/w)
    365FarmNet Group GmbH & Co. KG, Berlin und/oder Gütersloh
  3. Softwareentwickler (m/w) Benutzerinterface / HMI Senior
    KACO new energy GmbH, Neckarsulm
  4. Qualitätsmanager (m/w)
    365FarmNet Group GmbH & Co.KG, Berlin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Icann

    Länderdomains sind kein Eigentum

  2. LG

    Update soll Abschalt-Bug beim G3 beseitigen

  3. Square Enix

    Final Fantasy 14 zwei Wochen kostenlos

  4. Google und Linaro

    Android-Fork für Modulsmartphone Ara

  5. Wachstumsmarkt

    Amazon investiert 2 Milliarden US-Dollar

  6. Orbit

    Runtastic präsentiert neuen Fitness-Tracker

  7. Accelerated Processing Unit

    Drei 65-Watt-Kaveri im Handel erhältlich

  8. F1 2014

    New-Gen-Konsolen fahren hinterher

  9. Vectoring

    Telekom wird 100-MBit/s-VDSL anfangs für 35 Euro anbieten

  10. Mtgox

    Polizei ermittelt wegen Diebstahls



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

    •  / 
    Zum Artikel