Kapazitätserweiterung

Infineon kauft Dresdner Qimonda-Fabs für 100 Millionen Euro

Infineon hat die Dresdner Fabs seiner ehemaligen Speicherchip-Tochter Qimonda gekauft. Dort könnten neue Arbeitsplätze bei der Fertigung von Leistungshalbleitern auf Dünnwafer-Basis entstehen.

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Infineon hat Immobilien, Reinraumtechnik und 300-mm-Fabrikationsanlagen vom Insolvenzverwalter von Qimonda Dresden für insgesamt 100,6 Millionen Euro erworben. Das gab das Unternehmen am 10. Mai 2011 bekannt. Für Infineon sei dies "Teil der strategisch ausgerichteten Kapazitätserweiterung" wegen anhaltend starkem Auftragseingang und guter Auftragsbestände.

Die Qimonda-Chipfabrik in Dresden mit 3.900 Beschäftigten war zum Jahresende 2009 stillgelegt worden, weltweit hatten bei der Infineon-Tochter 12.000 Menschen gearbeitet. Mit der Schließung des Werkes in Dresden hatten rund 3.000 Beschäftigte ihren Job verloren.

Die Immobilien der früheren Qimonda-Fab grenzen unmittelbar an das Unternehmensgelände von Infineon in Dresden. Infineon sichere sich mit dem Kauf die Grundlage für den möglichen Aufbau einer Volumenfertigung für Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern. Der deutsche Konzern arbeitet derzeit an einem Entwicklungsprojekt, in dem der Einsatz von 300-mm-Wafern bei der Fertigung von Leistungshalbleitern auf Dünnwafer-Basis erprobt wird. Dazu richtet Infineon am Unternehmensstandort in Villach, Österreich, eine Pilotlinie ein. Einige der nun erworbenen Maschinen würden zur Komplettierung in Villach eingesetzt. Über die Aufnahme einer Volumenfertigung und einen möglichen Fertigungsstandort will Infineon bis Ende September 2011 entscheiden.

Leistungshalbleiter werden beispielsweise in Elektrofahrzeugen, Wind- und Solaranlagen, Motoren und Generatoren aller Art, PCs und Servern, Haushaltsgeräten, Flachbildfernsehern und Spielekonsolen eingesetzt, um elektrische Ströme und Spannungen zu steuern und zu schalten.

"Wir sind mit der Verwertung insgesamt sehr zufrieden, weil wir neben einem guten Ergebnis für die Gläubiger auch erreicht haben, dass die Anlagen von Qimonda Dresden nun wieder wertschöpfend genutzt werden und neue Arbeitsplätze entstehen können", sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Eine Vielzahl der Maschinen war in dem Insolvenzverfahren bereits verkauft worden. Wie Golem.de aus informierten Kreisen erfahren hat, hatte es neben Infineon noch weitere Interessenten für die Qimonda-Fabs gegeben. An dem Abschluss habe die Sächsische Staatsregierung mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) konstruktiv mitgewirkt, erklärte Jaffé.

Das zweite Insolvenzverfahren der Qimonda AG ist von dem heutigen Anschluss nicht betroffen. Hier hatte der Insolvenzverwalter im Dezember 2010 beim Landgericht München I eine Klage gegen Infineon eingereicht und fordert Zahlungen in noch nicht genannter Höhe. In Folge der Feststellungsklage könnten auf Infineon Kosten in Höhe von mehreren 100 Millionen Euro zukommen.


redex 10. Mai 2011

Vorallem gehörte das Werk doch mal zu Infineon, wurde dann ausgegliedert, ging Bankrott...

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