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Das Ende der CD

Früher gefeiert, später verramscht, heute fast schon überflüssig: Rund 30 Jahre nach ihrer Entwicklung durch Sony und Philips ist die Compact Disc zwar noch nicht tot, aber weitgehend ersetzt - dabei haben DVD und Blu-ray noch eine entscheidende Schwäche.

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Als die CD Anfang der 1990er endlich ihren Weg in die gute Gamerstube und die PCs schafft, da sind es vor allem mit Full-Motion-Video-Sequenzen angereicherte Spiele, die das Medium salonfähig machen: Frühe Hits für die CD-ROM sind das gemütliche Gruseladventure "The 7th Guest" und Lucas Arts' "Star Wars"-Shooter "Rebel Assault", die immer mehr Spieler davon überzeugen, in ein modernes 'Double Speed'-Laufwerk zu investieren. Beide Spiele bestehen überwiegend aus interaktiv miteinander verquickten, auf Workstations vorgerenderten Videoszenen, viele davon mit Schauspielern kombiniert. In der Regel lassen diese frühen CD-Games wenig Handlungsspielraum: Wie in antiken Textadventures wählt man zwischen Rechts und Links oder klickt ein Element der Hintergrundgrafik an. Das Resultat: Ein neues Filmchen wird eingespielt.

Actionspiele aus dieser Ära funktionieren ähnlich. Bei "Rebel Assault" beharkt der Spieler imperiale Sturmtruppen und TIE-Fighter, die sich allesamt auf vorgeschriebenen Kursen bewegen. Zwar gibt es zu dieser Zeit schon echte 3D-Spiele (zum Beispiel "Ultima Underworld" oder "System Shock"), doch die werden überwiegend auf Diskette ausgeliefert. Für die CD wünschen sich Spieler opulentere, filmähnliche Erlebnisse, die in dieser Form nur auf dem neuen Medium realisierbar sind. Der Grund: Digitalisierte Filme sind enorm speicherhungrig - und damit wie geschaffen für die CD, die mit 650 MByte ein Vielfaches mehr Speicherplatz bietet als eine 3,5-Zoll-Floppy-Disk. Einziges Manko: Für die Sicherung ihrer Daten sind Endverbraucher nach wie vor auf die magnetischen Disketten angewiesen, denn CDs als optisches Medium sind vorerst nicht beschreibbar. Erst ungefähr zu der Zeit der Einführung des Nachfolgemediums DVD werden CD-Brenner auch für Durchschnittsuser erschwinglich - Anfang der 1990er schlägt ein einziger Brenner mit über 20.000 Mark zu Buche. Leider ist das Medium damit auch zum Abschuss durch Schwarzkopierer freigegeben.

Erste Imagekratzer

Paradoxerweise ist die zunehmende Verramschung der einst so teuren Scheiben gleichzeitig für ihren endgültigen Durchbruch verantwortlich: Videospielkonsolen wie Sonys Playstation setzen auf die CD als Datenträger und finden nicht zuletzt deshalb reißenden Absatz, weil findige Bastler die Hardware so austricksen, dass sie statt der schwarz beschichteten Original-CDs auch solche Medien abspielen, die vom Spieler selbst kopiert beziehungsweise "gebrannt" wurden. Für die Musikindustrie indes wird die wachsende Verbreitung der Brenner noch schneller zum Ärgernis als für Spielehersteller: Nahm man die Überspielung von Audio-CD-Inhalten auf klassische MCs (Kassetten) wie zuvor bei Schallplatten noch mit einem Schulterzucken in Kauf, wird selbst das - bei Privatleuten letztlich legale - Überspielen von CD zu CD zunehmend zum Problem.

Denn anders als bei der CD-MC-Schwarzkopie bleiben die bis dato einzigartigen Vorteile der nur im Laden erhältlichen Compact Disc bei diesem Vorgang erhalten. Ursprünglich wurde das Medium bei seiner Markteinführung 1981/1982 vor allem mit der überlegenen Klangqualität sowie seiner Beständigkeit beworben: Während die Nadel eines Schallplattenspielers für Störgeräusche, gelegentliches Hintergrundrauschen und allmähliches Verkratzen des kostbaren Vinyls sorgt, ist die CD als optisches Medium gegen diesen Verschleiß gefeit. Das Auslesen durch einen Laserstrahl garantiert einen sauberen Klang und sorgt dafür, dass die CD nahezu unverwüstlich ist.

Selbst oberflächliche Kratzer auf der Beschichtung seien kein Problem und ließen sich im Zweifelsfall problemlos durch ein Reparaturkit beheben, behaupten die Hersteller im ersten großen CD-Jahrzehnt. Heute wissen wir längst, dass Compact Discs der Schallplatte in vielerlei Hinsicht unterlegen sind, auch mit der Unverwüstlichkeit war es anfangs nicht weit her. Die Beschichtung der CD zersetzte sich allmählich durch eine Reaktion von Lacken und Druckfarben - was inzwischen gelöst sein soll. Scheiben mit dezenter Unwucht wiederum schleifen sich allmählich an den Rändern des CD-Tellers ab. Das Resultat dieser Erkenntnis: Bereits seit über zehn Jahren holen immer mehr Musikliebhaber ihre eingemotteten Plattenspieler wieder aus dem Keller, das Vinyl feiert in Sammlerkreisen ein Comeback.

Genug Platz für Beethoven 

spanther 24. Mai 2011

Und eben genau das ist es NICHT was ich habe :(

redwolf 06. Mai 2011

Schaut euch den Wikipediaartikel zu CD-ROM an. Die haben den CD-Standard definitiv...

AndyGER 06. Mai 2011

Okay, das leuchtet soweit ein. Allerdings trifft das dann doch auch nur auf die Künstler...

alexs77 06. Mai 2011

Hi! Im grossen und ganzen sehe ich es sehr ähnlich wie Du. CD's - wofür? Ich kann nicht...

Baron Münchhausen. 05. Mai 2011

Hey, das mit Jäger und Sammler habe ich vor kurzem in einem anderen Beitrag geschrieben...

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