Cyberkriminalität

EU-Kommission lehnt "Ausschalter" fürs Internet ab

Die Auseinandersetzung um die beste Strategie zur Bekämpfung der Internetkriminalität geht in eine neue Runde. Jetzt hat sich die EU-Kommission gegen einen von der Nato befürworteten "Ausschalter" für das Internet ausgesprochen.

Anzeige

Die EU-Kommission will keinen "Kill-switch" für das Internet. Das geht aus einer Erklärung hervor, die die Kommission anlässlich einer Veranstaltung zur Internetsicherheit verbreitet hat. In der Erklärung heißt es laut einem Bericht vom EU-Nachrichtenportal Euractiv: "Die Europäische Kommission betrachtet das teilweise oder komplette Abschalten von IT-Netzwerken nicht als angemessene und ausgewogene Reaktion auf Sicherheitsprobleme."

Der "Ausschalter" für das Internet, der sogenannte "Kill-switch", hat vor allem in den USA und bei der Nato starke Befürworter. Diese sehen darin ein letztes Mittel, um einen Angriff aus dem Internet auf kritische Infrastrukturen zu stoppen. Kritiker sehen den "Kill-switch" hingegen als nicht zu rechtfertigenden Angriff auf die Freiheit im Internet an. Sie befürchten, dass autoritäre Regime dadurch Zensurmaßnahmen für das Internet legitimiert sehen könnten.

Ende März hatte die EU-Kommission in einer Mitteilung "über den Schutz kritischer Informationsinfrastrukturen" (KOM[2011] 163) über den Erfolg bisher getroffener Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der europäischen Kommunikationsnetze berichtet. Zugleich stellte die Kommission ihre Pläne für neue Sicherheitsmaßnahmen vor. Dazu gehören unter anderem auch die Entwicklung eines EU-weiten CERT-Netzes und die Erstellung eines "europäischen Notfallplans für Netzstörungen" bis 2012. Zudem sollen regelmäßig "europaweite Übungen zur Internetsicherheit" durchgeführt werden.

Der Generaldirektor der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien, Robert Madelin, will in diesem Zusammenhang Internetprovider und Diensteanbieter stärker in die Verantwortung nehmen. Wenn nötig, müssten diese aufgefordert werden können, Webseiten vom Netz zu nehmen. Die Redefreiheit dürfe nicht als absolutes Gut dargestellt werden, hinter dem die Bekämpfung von Kinderpornografie oder Botnetzen zurückzustehen hat. "Im Internet werden wir zu akzeptablen internationalen Gesetzen kommen, wenn wir das Wort 'Freiheit' fallen lassen, denn Freiheit ist etwas Absolutes", wird Madelin von Euractiv zitiert. [von Robert A. Gehring]


Der Kaiser! 02. Mai 2011

Das bedeutet auch, das sie allen Grund dazu haben.

sspies 01. Mai 2011

Es ist unerheblich, was die EU zu diesem Thema entscheidet. Technisch wird der Kill...

ichbert 30. Apr 2011

moep

Charles Marlow 30. Apr 2011

Und diese chinesische Repressionsmogelpackung a la "digitaler Schengener Raum" wird auch...

nero negro 29. Apr 2011

An sich soll das ja nur benutzt werden, wenn irgendwas kritisches angegriffen wird. Das...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT System Engineer (m/w) Networking Solutions
    Bechtle AG, Karlsruhe
  2. Sachbearbeiter IT/TK-Infrastruktur (m/w)
    Medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Bayern, München
  3. Servicetechniker (m/w) Software Service Center Süd
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  4. PHP-Entwickler (m/w)
    CONET Business Consultants GmbH, Hennef bei Bonn, Ludwigsburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Assassin's Creed Unity

    Neuer Patch behebt über 300 Probleme

  2. Phased Array

    Ericsson und IBM entwickeln Antennen für 5G-Mobilfunk

  3. Mega

    Kim Dotcom sind angeblich die Millionen ausgegangen

  4. Die ROM-Ecke

    Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

  5. Mobilfunk

    Sony will Modellvielfalt bei Smartphones reduzieren

  6. Tchibo

    Kaffeeröster verkauft 3D-Drucker

  7. Auftragsfertiger

    Samsung startet Serienproduktion des 14-nm-FinFET-Prozesses

  8. Safari

    Apple sucht neuen Partner für Internetsuche

  9. Neue Mission

    Nasa will magnetische Rekonnexion erforschen

  10. Bundesregierung

    Klimaziele wegen mangelnder Elektroautoförderung in Gefahr



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Next-Gen-Geburtstag: Xbox One und Playstation 4 sind eins
Next-Gen-Geburtstag
Xbox One und Playstation 4 sind eins
  1. Big Fish Games Bis zu 885 Millionen US-Dollar für Casualgames-Anbieter
  2. This War of Mine Das traurigste Spiel des Jahres
  3. Qbert & Co 901 Spielhallenklassiker im Onlinearchiv

NSA-Ausschuss: Meisterschule für Geheimniskrämer
NSA-Ausschuss
Meisterschule für Geheimniskrämer
  1. Kanzlerhandy Bundesanwaltschaft will NSA-Ermittlungsverfahren einstellen
  2. NSA und Co. US-Geheimdienste melden viele Zero-Day-Lücken vertraulich
  3. IT-Sicherheitsgesetz BSI soll Sicherheitslücken nicht geheim halten

Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test: Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test
Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
  1. Systemkamera Sony Alpha 7 II mit 5-Achsen-Bildstabilisierung
  2. Canon PowerShot G7 X im Test Canons Konkurrenz zu Sonys 1-Zoll-Kamera
  3. Interne Dokumente Neuer Sony-Sensor könnte Kameras kraftvoller machen

    •  / 
    Zum Artikel