Erdbebenkarte von OSM (cc-by-sa 2.0)
Erdbebenkarte von OSM (cc-by-sa 2.0)

Crisismapping in Haiti

United Nations Foundation würdigt OpenStreetMap-Arbeit

Haiti ist der erste große Einsatz des Humanitarian OpenStreetMap-Teams und der Crisismapper gewesen. In einem Bericht betrachtet die United Nation Foundation die Bedeutung dieses Einsatzes und die Entwicklung technischer Lösungen für Hilfe in Krisensituationen.

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Die United Nations Foundation, eine Stiftung, die sich als Schnittstelle zwischen der UN und anderen Organisationen sowie Projekten versteht, hat sich näher mit den Umständen des Haiti-Erdbebens beschäftigt und die Erkenntnisse auch aus technischer Sicht niedergeschrieben. Als am frühen Morgen des 12. Januar 2010 in Haiti die Erde mit einer Momentenmagnitude von 7.0 bebte, wurde aus dem Erdbeben in der Region um Port-Au-Prince die schlimmste Erdbebenkatastrophe des Jahres 2010. Mehr als 200.000 Menschen starben und nahezu 100.000 Wohnungen wurden zerstört.

Die ohnehin nur schlechte Infrastruktur brach vollständig zusammen. Für Menschen, die den Opfern zu Hilfe eilten, wurde das zu einem Problem. Es gab nicht einmal vernünftiges Kartenmaterial. Viele Daten waren bei dem Erdbeben verloren gegangen und Backups unzuverlässig. Das wenige vorhandene Kartenmaterial war hoffnungslos veraltet, nicht nur aufgrund der Schäden, die das Erdbeben anrichtete. Die Helfer kamen nur langsam voran, da wichtige Informationslücken Schwierigkeiten bereiteten. Freiwillige und eine technische Community sorgten dafür, dass einige Probleme beseitigt wurden. Dazu gehört auch OpenStreetMap.

Ein Teil der OpenStreetMap-Community (OSM), der im humanitären Bereich arbeitet, und erfahrene Crisismapper sprangen ein und erstellten in kurzer Zeit eine Karte der Krisenregion, die fast eine Echtzeitkarte war. Die Bedeutung der Arbeit wurde nun von der United Nations Foundation in dem Report Disaster Relief 2.0 gewürdigt.

OSM war in der Lage, mehr als 640 Freiwillige zu aktivieren, die Crisismapper kamen auf 500 Mitglieder. Zusammen wurden alte Karten und Atlanten durchgearbeitet, Straßen und Brücken nachvollzogen und Gebäude in OpenStreetMap eingebunden. Gespendetes und aktuelles Satellitenmaterial von Geoeye und Digital Globe half zusätzlich. Ein Prozess, der laut UN Foundation normalerweise ein gutes Jahr benötigt, wurde in nur zwei Wochen abgeschlossen. Mitte März 2010 wurde OpenStreetMap defacto zur Quelle für Haiti-Daten für die meisten UN-Abteilungen. So wurde aus einem weißen Fleck auf den Landkarten eine der detailliertesten Karten weltweit. Das Wichtigste dabei: Die OSM-Karte war genauer als alle anderen, die den Vereinten Nationen zur Verfügung standen.

Dabei haben es die Crisismapper geschafft, veraltete Daten wieder nutzbar zu machen. Sie wurden beispielsweise beauftragt, 105 medizinische Einrichtungen (Health Facilities) ausfindig zu machen, deren Existenz zwar bekannt war, aber nicht deren Lage. Nach nur 35 Stunden gelang es den Crisismappern, 102 der 105 Einrichtungen zu orten. OpenStreetMap-Mitglieder glichen die Positionen mit Satellitenbildern mit einer Auflösung von 15 cm ab.

Die UN Foundation hat zwei Dokumente zum Thema Disaster Relief 2.0 zusammengestellt. Eine kurze Übersicht gibt das PDF-Fact-Sheet. Sehr viel ausführlicher ist der rund 70 Seiten starke PDF-Report Disaster Relief 2.0 - The Future of Information Sharing in Humanitarian Emergencies. Das interessante Schriftstück betrachtet auch allgemein, wie die zwei Gruppen, humanitäre Community und die sich bildende technische Community, zusammenarbeiten und wie es beispielsweise zu einer Informationsüberladung vor Ort kam.


Tordanik 26. Apr 2011

Die regionalen Qualitätsunterschiede sind in der Tat größer als bei anderen Datensätzen...

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Confluence: christoph.ostendorf / 26. Apr 2011



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