Anzeige
GPS-Satellit
GPS-Satellit

Vorratsdaten

Debatte um Ortungsdaten erreicht USA

Hierzulande sind Vorratsdaten schon seit Jahren ein Thema. In den USA hatte man sich über einen Aspekt bislang keine Gedanken gemacht: Geodaten. Das ändert sich gerade.

In Deutschland wird seit vielen Jahren über die Vorratsdatenspeicherung und ihre Probleme diskutiert, auch in Brüsseler EU-Kreisen ist sie längst ein großes Thema. Nun scheint die Debatte in den USA anzukommen. Zwei Abgeordnete des Kongresses haben die vier großen US-Telefonanbieter angeschrieben und Auskunft darüber verlangt, welche Geodaten sie von ihren Kunden speichern und was mit diesen Daten geschieht.

Anzeige

Das Thema Mobiltelefone und Überwachung ist selbstverständlich auch in den USA nicht neu. Spätestens seit der Patriot Act den Behörden weitgehende Kontrollrechte einräumt, wird darüber diskutiert. Bürgerrechtsgruppen wie die Electronic Frontier Foundation kämpfen seit Jahren für mehr Privatsphäre. Nun aber hat eine Aktion aus Deutschland die Debatte um durch Handys übermittelte Geodaten in Gang gebracht.

Der Grünen-Politiker Malte Spitz hatte seine Vorratsdaten bei der Deutschen Telekom eingeklagt und sie im Februar Zeit Online zur Verfügung gestellt, um zu zeigen, wie detailliert aus solchen Daten auf das Leben eines Menschen geschlossen werden kann. Eine interaktive Grafik, die die Redaktion gemeinsam mit dem Datenjournalisten Lorenz Matzat entwickelte, macht das für jeden sicht- und nachvollziehbar. Sie hat in Medien verschiedener europäischer Länder für Aufmerksamkeit gesorgt, so in Italien, in Großbritannien, in Frankreich, in Norwegen oder in Österreich.

In den USA berichteten die New York Times, die Magazine Forbes und The Atlantic sowie das einflussreiche Blog Boingboing und provozierten eine politische Reaktion. So wollen der demokratische Kongressabgeordnete Ed Markey und sein republikanischer Kollege Joe Barton unter anderem von den Anbietern wissen, welche Ortsinformationen sie sammeln, wie oft das geschieht und an wen diese Daten weitergegeben werden.

Den Grund für die Aktion formuliert Markey so: "Lage, Lage, Lage - das mag in der Immobilienbranche die bevorzugte Währung sein, aber für Nutzer von Mobiltelefonen ist die Ortsbestimmung eine sensible Information, die geschützt werden muss." Immerhin, so argumentieren sie in ihren Briefen an die Provider (PDF), gebe es auch in den USA ein Gesetz, das die Kundendaten schützt. Noch warten sie auf eine Antwort der Telekommunikationsanbieter. Als Frist haben sie den 19. April gesetzt.

In Deutschland hingegen scheint es kein solches Interesse der Politik an dem Thema zu geben. Im Gegenteil. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte kürzlich, die Verbindungsdaten von Telefonen sollten "mindestens sechs Monate lang" gespeichert werden. Diese Frist galt bisher als absolutes Höchstmaß in der deutschen Debatte - es ist auch der Beobachtungszeitraum, der in der interaktiven Karte von Zeit Online dargestellt ist. Friedrichs Aussage hingegen lässt die Vermutung zu, dass es den politischen Willen gibt, diesen Zeitrahmen auszudehnen. [von Kai Biermann/Zeit Online]


eye home zur Startseite



Anzeige

Stellenmarkt
  1. HORNBACH Baumarkt AG, Neustadt an der Weinstraße
  2. T-Systems International GmbH, verschiedene Standorte
  3. Bertrandt Technikum GmbH, Ehningen
  4. Daimler AG, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Top-Angebote
  1. 299,00€
  2. 63,99€
  3. (u. a. Der Hobbit, Der Herr der Ringe, Departed, Conjuring, Gran Torino)

Folgen Sie uns
       


  1. Symantec und Norton

    Millionen Antivirennutzer für Schwachstelle verwundbar

  2. Bargeld nervt

    Startups und Kryptowährungen mischen die Finanzbranche auf

  3. Kickstarter

    System Shock sammelt Geld mit spielbarer Demo

  4. Windows 10

    Microsoft will Trickserei beim Upgrade beenden

  5. 3D-Druck

    Objektive in Haaresbreite

  6. Huashang Tengda

    Villa in 45 Tagen aus Beton gedruckt

  7. EOS-1D X Mark II

    Bilder gehen durch Sandisks CFast-Karten verloren

  8. Axon 7

    ZTEs Topsmartphone kommt für 450 Euro nach Deutschland

  9. Medienanstalten

    Analoge TV-Verbreitung bindet hohe Netzkapazitäten

  10. Vorstandard

    Nokia will bereits ein 5G-fähiges Netz haben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Trials of the Blood Dragon im Test: Motorräder im B-Movie-Rausch
Trials of the Blood Dragon im Test
Motorräder im B-Movie-Rausch
  1. Anki Cozmo Kleiner Roboter als eigensinniger Spielkamerad
  2. Crowdfunding Echtwelt-Survival-Spiel Reroll gescheitert
  3. Anki Overdrive Mit dem Truck auf der Rennbahn

Telefonabzocke: Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
Telefonabzocke
Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
  1. Darknet-Handel Nutzerdaten von Telekom-Kunden werden verkauft
  2. Security Ransomware-Bosse verdienen 90.000 US-Dollar pro Jahr
  3. Festnahme und Razzien Koordinierte Aktion gegen Cybercrime

Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

  1. Re: Habe bei Wikipedia eine Zeit Beitraege gemacht

    der_wahre_hannes | 10:49

  2. Re: Anonymität ist auch was wert liebe Fintechs

    Teebecher | 10:49

  3. Re: Mit Virtual Reality kommt schon die nächste...

    Lightrocker | 10:48

  4. Re: Microsoft ist nicht mehr zu trauen.

    david_rieger | 10:48

  5. Re: Probleme mit Win10

    Bouncy | 10:47


  1. 10:37

  2. 09:59

  3. 09:43

  4. 08:25

  5. 07:49

  6. 07:38

  7. 07:20

  8. 19:19


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel