Unsicheres Filesharing: Bittorrent kompromittiert Tor-Nutzer
The Tor Project

Unsicheres Filesharing

Bittorrent kompromittiert Tor-Nutzer

Wer Bittorrent-Filesharing über das Tor-Netzwerk betreibt, riskiert seine Anonymität - und wird auch bei Zugriffen auf andere Dienste nachverfolgbar. Französische Forscher haben IP-Adressen von Tor-Nutzern gesammelt und analysiert, was diese suchen - von Software bis Pornos.

Anzeige

Das Forscherteam vom französischen nationalen Institut für Informatik und Automatisierung, INRIA, rät dringend davon ab, Bittorrent über das Anonymisierungsnetzwerk Tor zu nutzen. Mit verschiedenen Angriffsmethoden konnten nicht nur IP-Adressen von Nutzern eindeutig den Tor-Datenströmen zugewiesen werden, sondern auch beobachtet werden, welche Dinge über Bittorrent gesucht und welche Webseiten genutzt wurden. Insgesamt konnten 10.000 IP-Adressen zugewiesen werden, die meisten davon stammen aus den USA, Japan und Deutschland.

Das INRIA-Team hat für seine verschiedenen Angriffsmethoden auf dem Anonymisierungsdienst Tor sechs eigene Exit-Knoten betrieben und überwacht - davon je zwei in Asien, Europa und den USA. Es wurden zwei verschiedene Angriffsmethoden genutzt. Mit der einen wurden Tracker-Antworten abgefangen, mit der anderen statistische Eigenschaften verteilter Hashtabellen (Distributed Hash Table, DHT) ausgewertet, um die Bittorrent-Datenströme auf Tor zu verfolgen.

Angriffspunkte

So wurde beispielsweise ausgenutzt, dass Bittorrent-Client und dezentralisierte Tracker auf DHT-Basis ihre Daten über UDP statt über TCP austauschen - Tor unterstützt jedoch nur TCP, so dass einige Bittorrent-Clients dem DHT-Tracker die IP-Adresse und den offenen Port im Klartext mitteilen. Die IP- und Port-Kombination kann so vom Angreifer verwendet werden, um Nutzer zu identifizieren.

Eine weitere, einfache, aber effektive Methode ist es, über die Tor-Exit-Knoten des Angreifers veränderte Peer-Listen des zentralen Bittorrent-Trackers auszuspielen, damit sich Clients außerhalb des Tor-Netzwerks mit dem Knoten verbinden und die IP-Adressen damit bekanntwerden. Die Forscher haben dabei herausgefunden, dass viele Nutzer Bittorrent über Tor nur für die anonyme Verbindung mit dem zentralen Tracker nutzen, Dateien aber außerhalb von Tor austauschen, da Tor die Datentransfers verlangsamt.

Etwa 50 Prozent der belauschten Webseitenabrufe gingen auf Filesharing-Webseiten wie ThePirateBay, Megadownload oder Rapidshare. Die nachverfolgten Nutzer waren zudem häufig auf Hacking-Websites unterwegs, woraus die Forscher ein großes Interesse an Sicherheit ableiten. Dass sie weniger Suchmaschinen- und Pornowebseiten als durchschnittliche Tor-Nutzer besuchen, könne sich dadurch erklären, dass die Filesharing-Nutzer für ihre Downloads vor allem Bittorrent bemühen.

Gibt es ein Bittorrent-Schattennetz auf Tor? 

spanther 14. Apr 2011

So sollte es immer sein! :) Die müssen nicht ihre Nase überall drin haben...

illuminant777 14. Apr 2011

Noch voll IN .Doch dank meiner neuen Teufel Kopfhörer jetzt auch außerhalb meiner...

Untomolas 14. Apr 2011

Ganz so einfach ist das leider nicht, man muss hier wirklich sehr weit ins Detail gehen...

zipper5004 14. Apr 2011

In Deutschland kann man für das Verwenden von torrents für illegale downloads/uploads...

Quidhag 13. Apr 2011

Eine Alternative wäre z.B. I2P Tor verschleiert ja 'nur' die Verbindung zwischen dem...

Kommentieren



Anzeige

  1. Project Manager (m/w)
    p3b ag, Winterthur (Schweiz)
  2. IT-Spezialist/-in für Anwendungs­administration
    Dataport, Hamburg oder Bremen
  3. IT-Systemtechniker (m/w)
    PFALZKOM | MANET, Ludwigshafen
  4. Leiter/in Kundenbetreuungsbereich Software-Portfoliomanagement
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Thaw

    Das Smartphone schnappt Dateien vom Bildschirm

  2. Threshold

    Beta von Windows 9 erst im Oktober 2014, aber mit Startmenü

  3. Neue AGB

    Kickstarter klärt Regeln für gescheiterte Projekte

  4. Handelsplattform

    Datenschützer warnt vor Alibaba

  5. Playstation

    Remote-Play-Funktion für viele Android-Geräte portiert

  6. Apple

    10 Millionen neue iPhones am ersten Wochenende verkauft

  7. Deutsche Post

    Sicherheitslücke in Sendungsverfolgung von DHL

  8. Star-Wars-Dreharbeiten

    Drohnenabwehr gegen übermütige Fans

  9. Asus Vivo Tab 8

    Windows-Tablet mit 8-Zoll-Display kommt für 200 Euro

  10. Test Wasteland 2

    Abenteuer in der postnuklearen Textwüste



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Streaming-Box im Kurztest: Fire TV läuft jetzt mit deutschen Amazon-Konten
Streaming-Box im Kurztest
Fire TV läuft jetzt mit deutschen Amazon-Konten
  1. Mehr Lohn Neue mehrtätige Streikwelle bei Amazon Deutschland
  2. Streaming-Box Netflix noch im Herbst für Amazons Fire TV
  3. Buchpreisbindung Buchhandel erzwingt höheren Preis bei Amazon

Imsi-Catcher: Catch me if you can
Imsi-Catcher
Catch me if you can
  1. Spy Files 4 Wikileaks veröffentlicht Spionagesoftware von Finfisher
  2. Spiegel-Bericht BND hört Nato-Partner Türkei und US-Außenminister ab
  3. Bundestrojaner Software zu Online-Durchsuchung einsatzbereit

Test Hyrule Warriors: Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
Test Hyrule Warriors
Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
  1. Mario Kart 8 Rennen mit Link und Prinzessin Peach
  2. Nintendo Streit um Smartphone-Spiele und das Internet

    •  / 
    Zum Artikel