Urheberrecht

Microsoft will neue Gesetze

Zur besseren Bekämpfung der sogenannten Softwarepiraterie will Microsoft große Unternehmen für Urheberrechtsverstöße ihrer Lieferanten in Haftung nehmen. Der US-Bundesstaat Washington steht kurz vor der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes.

Anzeige

"Made in China" könnte für US-Unternehmen zu einem echten Risiko werden. Sollte ein US-Unternehmen in China hergestellte Waren vertreiben oder dort hergestellte Teile in seinen Produkten verbauen, müsste es in Zukunft mit einer einstweiligen Anordnung im Auftrag von Microsoft rechnen, wenn der chinesische Lieferant eine illegale Excel-Kopie benutzt hat.

Auf Vorstoß von Microsoft haben im US-Bundesstaat Washington Ende Februar das Repräsentantenhaus und Anfang März der Senat einem entsprechenden Gesetzentwurf zugestimmt. Der Entwurf für das Gesetz SB 5449 "betreffend den unfairen Wettbewerb als Folge gestohlener oder unterschlagener Informationstechnologie, die zur Herstellung von Waren zum Vertrieb in diesem Staat benutzt wird" passierte den Senat ebenso wie sein Pendant HB 1495 das Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit.

Es gilt laut einem Bericht der Seattle Times als ausgemacht, dass das Gesetz in Microsofts Heimatstaat in absehbarer Zeit in Kraft treten wird. Ein vergleichbares Gesetz wurde 2010 im Bundesstaat Louisiana verabschiedet. In weiteren acht Bundesstaaten wurden auf Microsofts Initiative hin vergleichbare Gesetzentwürfe eingebracht.

Von dem Washingtoner Gesetz betroffen wären alle Unternehmen mit mehr als 50 Millionen US-Dollar Umsatz pro Jahr und direkten Geschäftsbeziehungen zu einem Unternehmen, dem die unlizenzierte Nutzung von Software vorgeworfen wird. Die Unternehmen hätten 18 Monate Zeit, ihre Lieferanten zur Zahlung von Lizenzgebühren zu veranlassen oder sich neue Lieferanten zu suchen.

Eine Riege namhafter Technologieunternehmen, darunter Intel, Dell und IBM, hat sich in einem Brief an die Abgeordneten dagegen ausgesprochen, das Gesetz in der vorgeschlagenen Form zu verabschieden. Sie argwöhnen, dass sie in Zukunft mit unberechtigten Prozessen überzogen werden könnten. Auch Handelsunternehmen protestieren gegen den Gesetzesvorschlag. Auch der Washingtoner Verband der Einzelhandelsunternehmen befürchtet, dass solche Gesetze in erster Linie "Anwälten im Geschäft mit Klagen" gefallen werden. [von Robert A. Gehring]


Atalanttore 13. Apr 2011

Ein Dreckskonzern der mit Mafia-Methoden seine Ziele (Profit über alles) verfolgt.

redwolf 28. Mär 2011

Sofort Sippenhaft, jetzt!

DiDiDo 28. Mär 2011

Bill hat schon lange nichts mehr direkt mit Microsoft zutuen. Der kriegt seinen Anteil...

dabbes 27. Mär 2011

die primär betroffenen sein werden. Aber witzig, man kann keine anderen Staaten zwingen...

azeu 27. Mär 2011

machst Du Dich jetzt darüber lustig? Ich finde es nicht lustig, wenn man sich "alles...

Kommentieren



Anzeige

  1. Oracle RightNow Administrator (m/w)
    Media-Saturn E-Business Concepts & Services GmbH, Ingolstadt
  2. Web-Entwickler (m/w)
    NEXUS Netsoft, Langenfeld
  3. Entwicklungsingenieur (m/w) Systemarchitektur / Systems Engineering
    Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG, Überlingen am Bodensee
  4. Ingenieur (m/w) Materialflusssimulation / Intralogistiksysteme
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Bleichenbacher-Angriff TLS-Probleme in Java
  2. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  3. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel